Dachneigung – Wie berechnet man die?

Der Sommer naht sich dem Ende entgegen und der Herbst mit seinen regnerischen Tagen kommt langsam näher. Zeit, um die letzten Projekte im Bereich Überdachungen fertig zu stellen, damit auch alles trocken bleibt. Bevor man anfängt, das neue Dach mit Profilbleche oder Lichtplatten einzudecken, ist es gut zu wissen, welche Dachneigung Ihr Dach hat.


Was versteht man unter einer Dachneigung?

Die Dachneigung beschreibt den Winkel, in dem eine Dachfläche gegenüber der Waagerechten ansteigt. Sie wird entweder in Grad (°) oder in Prozent (%) angegeben. Technisch korrekt bezieht sich die Dachneigung immer auf das Verhältnis von Höhenunterschied zur horizontalen Länge.
Für Laien wichtig zu wissen:
Eine größere Dachneigung bedeutet, dass Regenwasser schneller abläuft ☀️🌧️. Eine zu geringe Neigung kann hingegen zu Wasserstau, Verschmutzungen oder langfristigen Schäden führen ⚠️.

Gerade bei Profilblechen, Lichtplatten oder EPDM-Dachfolien ist die Mindestdachneigung entscheidend für die Funktionsfähigkeit.


So wird die Dachneigung berechnet:

Tabelle für die Berechnung der Dachneigung.

Auch wenn Mathematik nicht Ihre Stärke sein sollte, ist es kein Meisterwerk, um dies auszurechnen. Nehmen Sie hierfür einfach einen Zollstock zur Hand und winkeln Sie diesen bei 1 m / 100 cm um 90° ab. Lesen Sie nun die Höhe in cm ab und suchen Sie in der unten stehende Tabelle diesen Wert. In Kästchen „Grad“ sehen Sie nun, wieviel Grad die Neigung Ihres Daches beträgt. Leichter als gedacht oder?


Hinweis: Wie oben bereits erwähnt, benötigen einige Dachplatten / Dachbleche eine minimale Dachneigung. Dies sorgt nicht nur für einen eigenen Reinigungseffekt dadurch, dass das Regenwasser von selbst runter gleitet und eventuellen Schmutz auf dem Weg nach unten mitnimmt, sondern sorgt auch dafür, dass nicht zu viel Wasser auf die Platten oder Bleche stehen bleiben und das Gewicht dadurch zu groß wird.

MaterialEmpfohlene Mindestdachneigung
Trapezblecheab 5 %, besser ab 7 %
Pfannenblecheab 8–10 %
Wellblecheab 7 %
Lichtplatten (PVC / Polycarbonat)ab 10 %
Stegplatten / Doppelstegplattenab 5–10 %, abhängig vom System
EPDM-Dachfolieab 2 %

⚠️ Bei Unterschreitung der Mindestneigung kann es zu Wasserunterläufigkeit an Überlappungen kommen – auch bei korrekter Verschraubung.


Welche Rolle spielen Überlappungen und Befestigungen?

Gerade bei Profilblechen ist die Dachneigung eng mit der Überlappung verbunden 🔩.

  • Geringe Dachneigung → größere Überlappung erforderlich
  • Hohe Dachneigung → geringere Überlappung ausreichend

Für Profis relevant:
Je nach Profilhöhe, Materialstärke und Belastung (Wind, Schnee) ändern sich die Anforderungen an Befestigungsabstände und Dichtmittel.


Wie wirkt sich die Dachneigung auf die Entwässerung aus?

Eine korrekt berechnete Dachneigung sorgt dafür, dass Regenwasser gezielt zur Dachrinne abgeleitet wird 🌧️.

Zu beachten:

  • Flache Dächer → größere Dachrinnenquerschnitte
  • Steilere Dächer → höheres Abflussvolumen in kürzerer Zeit
  • Trauf- und Firstausbildung müssen zur Neigung passen

📌 Bei sehr flachen Konstruktionen empfiehlt sich eine zusätzliche Sicherheitsneigung von 1–2 %, um Bautoleranzen auszugleichen.


FAQ zur Dachneigung

Wie viel Dachneigung braucht ein Trapezblechdach?
In der Regel mindestens 5 %, empfohlen werden 7 % oder mehr, insbesondere bei längeren Dachflächen.

Kann man ein Dach mit zu geringer Neigung ausgleichen?
Ja, entweder durch Anpassung der Unterkonstruktion oder durch Aufdopplung einzelner Sparren 📐.

Ist eine Dachneigung von 2 % ausreichend?
Nur für spezielle Systeme wie EPDM-Dachfolie, nicht für Profilbleche oder Lichtplatten.

Wie messe ich die Dachneigung am bestehenden Dach?
Mit Wasserwaage und Zollstock alternativ mit einem digitalen Neigungsmesser 📏.


Fazit: Warum eine korrekte Dachneigung entscheidend ist

Die Berechnung der Dachneigung ist kein theoretischer Rechenschritt, sondern eine zentrale Grundlage für ein dichtes, langlebiges und funktionssicheres Dach ✅. Sie entscheidet über Materialwahl, Montageart und Entwässerung – und damit über den langfristigen Erfolg Ihres Bauprojekts.
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