Das Wichtigste in Kürze
- Faserzementplatten sind wetterfest, feuerbeständig und ideal für Dächer von landwirtschaftlichen Gebäuden.
- Sie bieten Vorteile wie Langlebigkeit, Schalldämmung und Brandschutz, weshalb sie oft verwendet werden.
- Die Montage erfordert eine stabile Unterkonstruktion; der Pfettenabstand richtet sich nach der Plattenlänge, empfohlen sind mindestens 12° Dachneigung.
- Vorgebohrt wird nicht – die Dachdecker-Bohrschrauben setzen ihr Loch im Wellenberg selbst, nur eingebaute Lichtplatten werden vorgebohrt.
- Regelmäßige Wartung umfasst Sichtprüfungen und das Entfernen von Laub, um die Lebensdauer der Faserzementplatten zu verlängern.
Faserzement-Wellplatten – häufig noch unter dem bekannten Markennamen Eternit geführt – gelten als bewährte Lösung für viele Dächer im privaten wie im gewerblichen Bereich. Sie sind wetterfest, formstabil, feuerbeständig und langlebig – selbst bei starker UV-Belastung, Frost oder Hitze. Besonders bei landwirtschaftlichen Gebäuden, Werkstätten oder Carports werden sie häufig eingesetzt. Die Montage erfordert allerdings eine sorgfältige Vorbereitung und etwas handwerkliches Geschick. In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie beim Verlegen achten sollten – von der Unterkonstruktion bis zur Befestigung der letzten Platte.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
- welche Unterkonstruktion und Dachneigung Faserzementplatten brauchen
- wie Sie die Platten richtig schneiden, befestigen und überlappen
- wie die Montage Schritt für Schritt abläuft – auf dem Dach und an der Fassade
Inhaltsverzeichnis
- Warum Faserzement-Wellplatten?
- Welche Voraussetzungen müssen für die Montage erfüllt sein?
- Wie bereiten Sie die Wellplatten richtig vor?
- Wie erfolgt die Überlappung der Wellplatten?
- Welche Befestigungsmittel sind geeignet?
- Wie montieren Sie die Platten Schritt für Schritt?
- Worin unterscheiden sich Faserzement-Wellplatten von Metall- und Kunststoffplatten?
- Wie unterscheiden sich Profiltypen und Formate?
- Was ist bei Pflege und Wartung zu beachten?
- FAQ zur Montage von Faserzementplatten
- Fazit: Sicher montiert für Jahrzehnte
Warum Faserzement-Wellplatten?
Im Vergleich zu Metall- oder Kunststoffwellplatten bieten Faserzement-Wellplatten – am Markt oft noch als Eternit-Platten bezeichnet – einige klare Vorteile:
- Langlebigkeit: besonders widerstandsfähig gegen Witterung und chemische Substanzen.
- Schalldämmung: die hohe Materialdichte reduziert Lärm, etwa bei Regen oder Hagel.
- Brandschutz: Faserzement ist nicht brennbar und erhöht die Sicherheit.
- Feuchtigkeitsregulierung: das Material nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie langsam wieder ab – für ein angenehmes Raumklima.
Das macht Faserzement-Wellplatten zur idealen Wahl für Ställe, Lagerhallen, Carports und Gartenhäuser. Warum die Platten zu den langlebigsten am Markt zählen, zeigt der Beitrag Faserzementplatten – die stabilsten Europas.
Welche Voraussetzungen müssen für die Montage erfüllt sein?
Die Montage von Faserzement-Wellplatten unterscheidet sich in mehreren Punkten von der Verlegung von Profilblechen oder Kunststoffplatten. Schon die Unterkonstruktion stellt besondere Anforderungen: Sie muss tragfähig, verzugsfrei und auf das vergleichsweise hohe Eigengewicht der Platten ausgelegt sein.
Ein typischer Aufbau umfasst:
- Pfettenabstand: richtet sich nach der Plattenlänge – 1,05 m bei 1,25 m, 1,40 m oder 0,70 m bei 1,60 m, 0,90 m bei 2,00 m und 1,15 m bei 2,50 m; die Auflagerbreite darf 50 mm nicht unterschreiten
- Neigung: empfohlen mindestens 12°; zwischen 7° und 12° nur mit Butyl-Dichtungsstreifen im Querstoß, unter 7° nicht zulässig
- Material der Unterkonstruktion: Holz (z. B. KVH), verzinkter Stahl oder Aluminiumprofile
⚠️ Faserzementplatten dürfen nicht auf Dächern mit zu geringer Neigung oder unzureichender Belüftung eingesetzt werden – sonst staut sich Feuchtigkeit, was zu Schimmel oder Durchfeuchtung führt.
Wie bereiten Sie die Wellplatten richtig vor?
Faserzement-Wellplatten werden in festen Formaten geliefert – bei uns in den Längen 1,25 / 1,60 / 2,00 / 2,50 m, Profil 5 mit 920 mm und Profil 6 mit 1097 mm Plattenbreite. Zugeschnitten wird staubarm mit einer Handkreissäge mit Diamantblatt und Absaugung, alternativ nass; Trennschleifen an der Platte ist nach TRGS 559 wegen der Feinstaubbelastung nicht zulässig. Tragen Sie Atemschutz (mindestens FFP2) und eine Schutzbrille.
Wichtig: Vorgebohrt wird nicht. Die Dachdecker-Bohrschrauben setzen ihr Loch selbst – immer im Wellenberg, nicht im Wellental, so vermeiden Sie eindringendes Wasser. Nur eingebaute Lichtplatten werden vorgebohrt, 3 bis 4 mm größer als der Schraubendurchmesser.
Wie erfolgt die Überlappung der Wellplatten?
Die richtige Überlappung entscheidet über Dichtheit und Stabilität der Eindeckung:
- Seitenüberlappung: rund 47 mm – sie steckt bereits in der Nutzbreite
- Längenüberlappung: 200 mm; unter 12° Dachneigung kommt ein Butyl-Dichtungsstreifen in den Querstoß
- Verlegerichtung: von rechts nach links – die Reihenfolge gibt der vorgefertigte Eckanschnitt vor
Wo sich Längs- und Querstoß kreuzen, dürfen nicht vier Platten übereinanderliegen – dafür werden die vorgestanzten Ecken (Eckanschnitt) sauber abgebrochen, nicht abgeschlagen.
Welche Befestigungsmittel sind geeignet?
Für die Montage eignen sich Dachdecker-Bohrschrauben mit Dichtscheibe – verzinkt oder in Edelstahl, 6,5 × 130 mm für Holz-, 6,3 × 105 mm für Stahlunterkonstruktion. Verschraubt wird auf dem zweiten Wellenberg, nie auf dem ersten, mit mindestens 50 mm Randabstand. Ziehen Sie die Schrauben nur so weit an, dass die Dichtscheibe gleichmäßig anliegt; zu festes Anziehen kann die Platte am Befestigungspunkt brechen.
Wie viele Schrauben je Platte nötig sind, richtet sich nach dem Windsog am Standort und nach der Unterkonstruktion – die Anordnungsbilder stehen in der Verlegeanleitung und der Original-Montageanleitung des Herstellers.
Wie montieren Sie die Platten Schritt für Schritt?
Montageablauf in Kurzform:
- Unterkonstruktion prüfen – stabil, maßhaltig, Pfettenabstand passend zur Plattenlänge
- Eckanschnitt vorbereiten – die vorgestanzten Ecken sauber abbrechen, nicht abschlagen
- Verlegebeginn – an der Traufe, von rechts nach links; die erste Platte exakt rechtwinklig ausrichten
- Seiten- und Längsüberlappung einhalten
- Platten befestigen – ohne Vorbohren auf dem zweiten Wellenberg, nie auf dem ersten; Randabstand mindestens 50 mm
- Formteile montieren – z. B. Firsthauben und Ortgangwinkel sowie den Traufabschluss
Führen Sie die Montage bei trockenem Wetter durch – Faserzement ist im nassen Zustand empfindlicher gegen Beschädigungen.
Worin unterscheiden sich Faserzement-Wellplatten von Metall- und Kunststoffplatten?
Im direkten Vergleich spielt Faserzement einige Stärken aus – bringt aber auch Eigenheiten mit:
- Höheres Gewicht: Faserzement ist schwerer als Kunststoff oder Metall und erfordert eine stabilere Unterkonstruktion.
- Bruchgefahr bei falscher Handhabung: die Platten sind weniger elastisch und können bei falschem Transport, beim Betreten ohne Laufbohlen oder bei zu fest angezogenen Schrauben brechen.
- Keine Kondensatbildung: Metallplatten neigen bei Temperaturschwankungen zu Kondenswasser – Faserzement nimmt Feuchtigkeit auf und reguliert sie.
- Kein Rost: anders als Metallplatten rostet Faserzement nicht, was die Lebensdauer zusätzlich erhöht.
Wie unterscheiden sich Profiltypen und Formate?
Je nach Projekt sind unterschiedliche Formate sinnvoll:
Für Dachränder und Wandanschlüsse sind passende Formteile aus Faserzement erhältlich – sie sorgen für Regenschutz und ein sauberes Erscheinungsbild.
Was ist bei Pflege und Wartung zu beachten?
Faserzement-Wellplatten sind weitgehend wartungsfrei – ein gelegentlicher Kontrollblick lohnt sich dennoch:
- Laub und Moos entfernen, damit das Wasser frei abläuft
- Schrauben auf festen Sitz prüfen (besonders nach Stürmen)
- Sichtprüfung auf Risse oder Beschädigungen
Bei älteren Dächern aus Asbestzement (vor 1993 verbaut) gelten besondere Schutzmaßnahmen – diese Platten dürfen nicht gebohrt, gesägt oder gebrochen werden; Demontage und Entsorgung gehören in die Hand eines Fachbetriebs nach TRGS 519. Mehr dazu lesen Sie unter Ist in Faserzementplatten Asbest?
FAQ zur Montage von Faserzementplatten
Ja, mit handwerklicher Erfahrung ist die Montage grundsätzlich auch für Heimwerker möglich, sofern eine stabile Unterkonstruktion, die richtige Überlappung und passende Befestigungsmittel berücksichtigt werden.
Für unsere Faserzement-Wellplatten empfiehlt der Hersteller mindestens 12° Dachneigung. Zwischen 7° und 12° ist die Verlegung möglich, wenn in den Querstoß ein Butyl-Dichtungsstreifen eingelegt wird; unter 7° ist Faserzement nicht zulässig.
Nein. Faserzement-Wellplatten werden ohne Vorbohren mit Dachdecker-Bohrschrauben befestigt, die ihr Loch im Wellenberg selbst setzen. Vorgebohrt werden nur eingebaute Lichtplatten – 3 bis 4 mm größer als der Schraubendurchmesser.
Eine feste Zahl gibt es nicht: Anzahl und Anordnung der Schrauben richten sich nach dem Windsog am Standort und nach der Unterkonstruktion. Die Anordnungsbilder stehen in der Montageanleitung des Herstellers; verschraubt wird auf dem zweiten Wellenberg, nie auf dem ersten, mit mindestens 50 mm Randabstand.
Mit einer Handkreissäge mit Diamantblatt und Staubabsaugung, alternativ nass. Trennschleifen an der Platte ist nach TRGS 559 wegen der Feinstaubbelastung nicht zulässig. Tragen Sie Atemschutz (mindestens FFP2) und eine Schutzbrille.
Bei fachgerechter Montage und normaler Wartung können Faserzementplatten mehrere Jahrzehnte halten, da sie besonders widerstandsfähig gegen Frost, UV-Strahlung und Feuchtigkeit sind.
Ältere Asbestzementplatten dürfen nicht eigenständig bearbeitet oder demontiert werden, da hierfür spezielle Sicherheits- und Entsorgungsvorschriften gelten, die ausschließlich von Fachbetrieben durchgeführt werden dürfen.
Für die tragende Dachmontage werden Faserzementplatten grundsätzlich geschraubt, nicht geklebt – nur so ist die Windsog-Sicherheit gewährleistet. Kleber kommt allenfalls ergänzend bei Formteilen oder kleinen Anschlüssen zum Einsatz, ersetzt aber nie die mechanische Befestigung.
An der Fassade werden Faserzementplatten auf einer hinterlüfteten Unterkonstruktion (Konterlattung) befestigt, damit Feuchtigkeit hinter den Platten abtrocknen kann. Befestigt wird ohne Vorbohren mit Dachdecker-Bohrschrauben nach der Montageanleitung des Herstellers.
Fazit: Sicher montiert für Jahrzehnte
Faserzement-Wellplatten sind eine robuste und langlebige Lösung für viele Dachbereiche. Wer bei der Montage auf die richtige Unterkonstruktion, den Eckanschnitt und eine fachgerechte Verschraubung ohne Vorbohren achtet, schafft eine dauerhaft dichte Eindeckung. Wie lange die Platten tatsächlich halten, zeigt der Beitrag Wie lange halten Faserzementplatten? – ob sie frostsicher sind, klärt Ist Faserzement frostsicher?
Passende Platten, Schrauben und Formteile finden Sie direkt ab Lager in der Kategorie Faserzementplatten.
Bereit für Ihre Faserzement-Eindeckung? Passende Platten, Schrauben und Formteile gibt es direkt ab Lager im DWZ-Shop – mit Trusted-Shops-Käuferschutz.
