Das Wichtigste in Kürze
- Faserzementplatten sind wetterfest, feuerbeständig und ideal für Dächer von landwirtschaftlichen Gebäuden.
- Sie bieten Vorteile wie Langlebigkeit, Schalldämmung und Brandschutz, weshalb sie oft verwendet werden.
- Die Montage erfordert eine stabile Unterkonstruktion mit speziellen Anforderungen an Neigung und Abstand.
- Vor der Montage müssen die Platten vorgebohrt werden, um Spannungen zu vermeiden und Rissbildungen zu verhindern.
- Regelmäßige Wartung umfasst Sichtprüfungen und das Entfernen von Laub, um die Lebensdauer der Faserzementplatten zu verlängern.
Faserzement-Wellplatten – häufig noch unter dem bekannten Markennamen Eternit geführt – gelten als bewährte Lösung für viele Dächer im privaten wie im gewerblichen Bereich. Sie sind wetterfest, formstabil, feuerbeständig und langlebig – selbst bei starker UV-Belastung, Frost oder Hitze. Besonders bei landwirtschaftlichen Gebäuden, Werkstätten oder Carports werden sie häufig eingesetzt. Die Montage erfordert allerdings eine sorgfältige Vorbereitung und etwas handwerkliches Geschick. In dieser Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, worauf Sie beim Verlegen achten sollten – von der Unterkonstruktion bis zur Befestigung der letzten Platte.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
- welche Unterkonstruktion und Dachneigung Faserzementplatten brauchen
- wie Sie die Platten richtig bohren, schneiden und überlappen
- wie die Montage Schritt für Schritt abläuft – auf dem Dach und an der Fassade
Inhaltsverzeichnis
- Warum Faserzement-Wellplatten?
- Welche Voraussetzungen müssen für die Montage erfüllt sein?
- Wie bereiten Sie die Wellplatten richtig vor?
- Wie erfolgt die Überlappung der Wellplatten?
- Welche Befestigungsmittel sind geeignet?
- Wie montieren Sie die Platten Schritt für Schritt?
- Worin unterscheiden sich Faserzement-Wellplatten von Metall- und Kunststoffplatten?
- Wie unterscheiden sich Profiltypen und Formate?
- Was ist bei Pflege und Wartung zu beachten?
- FAQ zur Montage von Faserzementplatten
- Fazit: Sicher montiert für Jahrzehnte
Warum Faserzement-Wellplatten?
Im Vergleich zu Metall- oder Kunststoffwellplatten bieten Faserzement-Wellplatten – am Markt oft noch als Eternit-Platten bezeichnet – einige klare Vorteile:
- Langlebigkeit: besonders widerstandsfähig gegen Witterung und chemische Substanzen.
- Schalldämmung: die hohe Materialdichte reduziert Lärm, etwa bei Regen oder Hagel.
- Brandschutz: Faserzement ist nicht brennbar und erhöht die Sicherheit.
- Feuchtigkeitsregulierung: das Material nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie langsam wieder ab – für ein angenehmes Raumklima.
Das macht Faserzement-Wellplatten zur idealen Wahl für Ställe, Lagerhallen, Carports und Gartenhäuser. Warum die Platten zu den langlebigsten am Markt zählen, zeigt der Beitrag Faserzementplatten – die stabilsten Europas.
Welche Voraussetzungen müssen für die Montage erfüllt sein?
Die Montage von Faserzement-Wellplatten unterscheidet sich in mehreren Punkten von der Verlegung von Profilblechen oder Kunststoffplatten. Schon die Unterkonstruktion stellt besondere Anforderungen: Sie muss tragfähig, verzugsfrei und auf das vergleichsweise hohe Eigengewicht der Platten ausgelegt sein.
Ein typischer Aufbau umfasst:
- Pfettenabstand: meist 62,5 cm oder 83,3 cm (je nach Plattentyp)
- Neigung: mind. 7° (besser 10° oder mehr), um den Wasserablauf sicherzustellen
- Material der Unterkonstruktion: Holz (z. B. KVH), verzinkter Stahl oder Aluminiumprofile
⚠️ Faserzementplatten dürfen nicht auf Dächern mit zu geringer Neigung oder unzureichender Belüftung eingesetzt werden – sonst staut sich Feuchtigkeit, was zu Schimmel oder Durchfeuchtung führt.
Wie bereiten Sie die Wellplatten richtig vor?
Faserzement-Wellplatten werden in genormten Formaten geliefert (z. B. 1250 × 1100 mm), Sonderlängen sind je nach Hersteller möglich. Zuschneiden lässt sich mit einem Trennschleifer mit Diamantscheibe – jedoch nur im Freien und mit Atemschutz, um Feinstaub zu vermeiden.
Wichtig: Bohren Sie die Befestigungslöcher immer vor der Montage. Der Durchmesser sollte ca. 2–3 mm größer sein als der Schraubendurchmesser, um Spannungen zu vermeiden. Setzen Sie die Bohrungen im Wellenberg, nicht im Wellental – so vermeiden Sie eindringendes Wasser.
Wie erfolgt die Überlappung der Wellplatten?
Die richtige Überlappung entscheidet über Dichtheit und Stabilität der Eindeckung:
- Seitenüberlappung: 1 Welle
- Längenüberlappung: mind. 200 mm bei ≥ 10° Dachneigung, mehr bei flacheren Dächern
- Verlegerichtung: von der wetterabgewandten Seite beginnend, gegen die Hauptwindrichtung
Achten Sie auf einen versetzten Fugenverlauf – sogenannte Kreuzfugen sollten unbedingt vermieden werden.
Welche Befestigungsmittel sind geeignet?
Für die Montage eignen sich spezielle Wellplatten-Schrauben mit Dichtscheibe oder Haken-Schrauben – je nach Unterkonstruktion. Ziehen Sie die Schrauben nur so weit an, dass die Dichtung leicht komprimiert wird; zu festes Anziehen kann zu Spannungsrissen führen.
Typischer Schraubbedarf: ca. 2–6 Schrauben pro m², an Rand- und Eckbereichen wegen Windsog entsprechend mehr.
Wie montieren Sie die Platten Schritt für Schritt?
Montageablauf in Kurzform:
- Unterkonstruktion prüfen – stabil, maßhaltig, im korrekten Achsmaß
- Platten vorbohren – im Wellenberg, mit passendem Durchmesser
- Verlegebeginn – von unten nach oben, wetterabgewandt
- Seiten- und Längsüberlappung einhalten
- Platten befestigen – ohne Direktkontakt zum Untergrund
- Abschlussprofile montieren – z. B. First- und Ortgangbleche, Firsthaube und Traufenabschluss
Führen Sie die Montage bei trockenem Wetter durch – Faserzement ist im nassen Zustand empfindlicher gegen Beschädigungen.
Worin unterscheiden sich Faserzement-Wellplatten von Metall- und Kunststoffplatten?
Im direkten Vergleich spielt Faserzement einige Stärken aus – bringt aber auch Eigenheiten mit:
- Höheres Gewicht: Faserzement ist schwerer als Kunststoff oder Metall und erfordert eine stabilere Unterkonstruktion.
- Bruchgefahr bei falscher Handhabung: die Platten sind weniger elastisch und können bei falschem Transport oder Bohren brechen.
- Keine Kondensatbildung: Metallplatten neigen bei Temperaturschwankungen zu Kondenswasser – Faserzement nimmt Feuchtigkeit auf und reguliert sie.
- Kein Rost: anders als Metallplatten rostet Faserzement nicht, was die Lebensdauer zusätzlich erhöht.
Wie unterscheiden sich Profiltypen und Formate?
Je nach Projekt sind unterschiedliche Formate sinnvoll:
Für Dachränder und Wandanschlüsse sind passende Kantteile aus Faserzement erhältlich – sie sorgen für Regenschutz und ein sauberes Erscheinungsbild.
Was ist bei Pflege und Wartung zu beachten?
Faserzement-Wellplatten sind weitgehend wartungsfrei – ein gelegentlicher Kontrollblick lohnt sich dennoch:
- Laub und Moos entfernen, damit das Wasser frei abläuft
- Schrauben auf festen Sitz prüfen (besonders nach Stürmen)
- Sichtprüfung auf Risse oder Beschädigungen
Bei älteren Dächern aus Asbestzement (vor 1993 verbaut) gelten besondere Schutzmaßnahmen – diese Platten dürfen nicht gebohrt, geschnitten oder demontiert werden. Mehr dazu lesen Sie unter Ist in Faserzementplatten Asbest?
FAQ zur Montage von Faserzementplatten
Ja, mit handwerklicher Erfahrung ist die Montage grundsätzlich auch für Heimwerker möglich, sofern eine stabile Unterkonstruktion, die richtige Überlappung und passende Befestigungsmittel berücksichtigt werden.
Für Faserzementwellplatten wird meist eine Mindestdachneigung von 7° empfohlen. Für einen sicheren Wasserablauf sind jedoch 10° oder mehr oft die bessere Wahl.
Ja, die Befestigungslöcher sollten immer vorgebohrt werden. Dadurch lassen sich Spannungen im Material reduzieren und spätere Rissbildungen vermeiden.
Je nach Plattentyp und Windsog werden meist etwa 2–6 Schrauben pro m² verwendet, wobei in Rand- und Eckbereichen häufig eine zusätzliche Befestigung notwendig ist.
Das Zuschneiden ist mit geeignetem Werkzeug wie einem Trennschleifer mit Diamantscheibe möglich. Dabei sollte immer im Freien gearbeitet und Atemschutz getragen werden, um die Staubbelastung zu reduzieren.
Bei fachgerechter Montage und normaler Wartung können Faserzementplatten mehrere Jahrzehnte halten, da sie besonders widerstandsfähig gegen Frost, UV-Strahlung und Feuchtigkeit sind.
Ältere Asbestzementplatten dürfen nicht eigenständig bearbeitet oder demontiert werden, da hierfür spezielle Sicherheits- und Entsorgungsvorschriften gelten, die ausschließlich von Fachbetrieben durchgeführt werden dürfen.
Für die tragende Dachmontage werden Faserzementplatten grundsätzlich geschraubt, nicht geklebt – nur so ist die Windsog-Sicherheit gewährleistet. Kleber kommt allenfalls ergänzend bei Kantteilen oder kleinen Anschlüssen zum Einsatz, ersetzt aber nie die mechanische Befestigung.
An der Fassade werden Faserzementplatten auf einer hinterlüfteten Unterkonstruktion (Konterlattung) befestigt, damit Feuchtigkeit hinter den Platten abtrocknen kann. Die Platten werden im Wellenberg vorgebohrt und mit passenden Schrauben oder Fassadennägeln fixiert.
Fazit: Sicher montiert für Jahrzehnte
Faserzement-Wellplatten sind eine robuste und langlebige Lösung für viele Dachbereiche. Wer bei der Montage auf die richtige Unterkonstruktion, eine sorgfältige Vorbohrung und eine passende Befestigung achtet, schafft eine dauerhaft dichte Eindeckung. Wie lange die Platten tatsächlich halten, zeigt der Beitrag Wie lange halten Faserzementplatten? – ob sie frostsicher sind, klärt Ist Faserzement frostsicher?
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