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Ist in Faserzementplatten Asbest?

Das Wichtigste in Kürze

  • Moderne Faserzementplatten sind asbestfrei – seit dem deutschen Asbestverbot von 1993 wird Asbest durch unbedenkliche Fasern wie Zellulose, Kunststoff oder Glas ersetzt.
  • Platten, die vor 1993 verbaut wurden, können dagegen Asbest enthalten – meist mit einem Anteil von 10 bis 15 %.
  • Fest gebundener Asbest in intakten Platten ist ungefährlich. Gefährlich wird er erst, wenn Fasern freigesetzt werden – beim Bohren, Sägen, Schleifen oder durch starke Verwitterung.
  • Sicher erkennen lässt sich Asbest nur im Labor. Hinweise sind das Baujahr (vor 1993), eine „AF“-Kennzeichnung (asbestfrei) und die CE-Kennzeichnung nach DIN EN 12467 auf neueren Platten.
  • Alte, asbestverdächtige Platten niemals selbst bearbeiten – eine Fachfirma beauftragen und das Material als Sondermüll entsorgen lassen.

Faserzementplatten sind ein beliebtes Baumaterial – vielseitig, langlebig und witterungsbeständig. Doch eine Frage verunsichert viele Hausbesitzer und Handwerker immer wieder: Steckt in Faserzement Asbest? Die kurze Antwort: Moderne Platten sind asbestfrei, ältere können belastet sein. In diesem Beitrag erklären wir, worauf es ankommt – und wie Sie auf der sicheren Seite bleiben.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • ob und seit wann moderne Faserzementplatten asbestfrei sind,
  • wie moderner Faserzement geprüft und zertifiziert wird,
  • woran Sie asbestverdächtige Altplatten erkennen und wie Sie sicher mit ihnen umgehen.


Enthalten Faserzementplatten Asbest?

Ob Faserzement Asbest enthält, hängt vor allem vom Alter ab. Moderne asbestfreie Faserzementplatten enthalten seit dem deutschen Asbestverbot 1993 keinen Asbest mehr. Vor 1993 verbaute Platten können dagegen asbesthaltig sein, mit einem typischen Asbestgehalt von 10 bis 15 %. Wer heute neue Platten kauft, muss sich also keine Sorgen machen; Vorsicht ist nur bei Altbestand geboten. Das gilt gleichermaßen für Faserzement auf dem Dach und an der Fassade.


Was ist Asbest – und warum wurde es verbaut?

Asbest ist ein natürlich vorkommendes, faserförmiges Mineral. Die Bauindustrie schätzte es jahrzehntelang, weil es hitzebeständig, chemisch beständig, sehr langlebig und leicht zu verarbeiten ist. Hersteller setzten es unter anderem in Dach- und Fassadenplatten, Rohren und Isoliermaterialien ein – auch in Faserzement, um die gewünschte Stabilität zu erreichen.

Mit der Zeit zeigte sich jedoch, dass eingeatmete Asbestfasern schwere Erkrankungen wie Asbestose, Lungenkrebs oder Rippenfellkrebs auslösen können – oft erst Jahrzehnte später. Deshalb wurde Asbest in Deutschland zum 31. Oktober 1993 vollständig verboten; EU-weit folgte das Verbot 2005.


Sind moderne Faserzementplatten asbestfrei?

Ja. Seit dem Verbot stellen Hersteller Faserzement vollständig ohne Asbest her und verwenden unbedenkliche Alternativen wie Zellulose-, Kunststoff- (z. B. PVA-) oder Glasfasern. Diese Fasern bieten ähnliche Eigenschaften – Stabilität und Witterungsbeständigkeit – ganz ohne Gesundheitsrisiko.

Faserzementplatten, die heute im Handel sind, erfüllen die strengen EU-Vorgaben und sind gesundheitlich unbedenklich. Wie leistungsfähig moderne, asbestfreie Platten heute sind, lesen Sie im Beitrag Wie stabil sind Faserzementplatten?

MerkmalAlte Platten (vor 1993)Moderne Platten (ab 1993)
Asbestmöglich, meist 10–15 %asbestfrei
FasernAsbestfasernZellulose, Kunststoff, Glas
Gesundheitsrisikobei Beschädigung oder Bearbeitungkeines
ErkennungBaujahr, Labortest„AF“-Kennzeichnung, Kaufdatum
Bearbeitungnur durch zertifizierte Fachfirmanormal verarbeitbar
EntsorgungSondermüllregulärer Bauschutt

Wie wird moderner Faserzement geprüft und zertifiziert?

Die Asbestfreiheit ist heute nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern wird auch laufend kontrolliert: Die Qualität von Faserzement unterliegt in Europa strengen Prüf- und Zulassungsverfahren. Nur so kann sichergestellt werden, dass das Material langlebig, gesundheitlich unbedenklich und baurechtlich zulässig ist.

Wichtige Prüfverfahren:

  • CE-Kennzeichnung nach DIN EN 12467: regelt mechanische Festigkeit, Frostbeständigkeit, Wasseraufnahme und Feuerverhalten
  • Brandschutzprüfung: Faserzement ist in der Regel nicht brennbar (Baustoffklasse A2)
  • Emissionsprüfung: bestätigt, dass keine gesundheitsgefährdenden Stoffe in die Raumluft abgegeben werden
  • Baustoffzulassung durch das DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik): Voraussetzung für viele Anwendungen im Hochbau
Gegenüberstellung alte Asbestplatte und neue Faserzementplatte zur Veranschaulichung des Unterschieds

💡 Tipp für Endkunden: Achten Sie beim Kauf auf entsprechende Nachweise – z. B. CE-Zeichen, technische Datenblätter und Herstellerzertifikate.


Woran erkennt man Asbest in alten Faserzementplatten?

Mit bloßem Auge lässt sich Asbest nicht sicher erkennen – die Fasern sind unsichtbar, geruchlos und meist fest im Material gebunden. Trotzdem gibt es Hinweise:

  • Baujahr: Platten aus Gebäuden, die vor 1993 errichtet oder saniert wurden, sind asbestverdächtig. Da Lagerware teils noch später verbaut wurde, setzen Fachleute den kritischen Zeitraum oft bis etwa 1995 an. Besonders alte Garagendächer aus Faserzement sind häufig belastet.
  • Kennzeichnung: Asbestfreie Platten tragen oft die Kennung „AF“ (asbestfrei); auf der Rückseite großer Tafeln kann ein Stempel mit Produktionsdatum Aufschluss geben.
  • Aussehen: Graue, faserige Bruchkanten oder wellige, stark verwitterte Platten können ein Indiz sein – ein Beweis sind sie nicht.
Altes Faserzement-Dach auf einer kleinen Garage – ein klassischer Asbest-Verdachtsfall bei Gebäuden vor 1993

Viele dieser alten Platten wurden unter dem Markennamen Eternit verkauft – umgangssprachlich steht der Name bis heute oft für asbesthaltigen Faserzement, obwohl Eternit seit dem Verbot ausschließlich asbestfrei produziert.

💡 Tipp: Verlassen Sie sich nicht auf Optik oder Bildvergleiche. Sicherheit bringt nur eine Laboranalyse – dabei wird eine kleine Materialprobe fachgerecht entnommen und untersucht.


Was tun bei alten oder asbesthaltigen Platten?

Solange asbesthaltige Faserzementplatten fest gebunden und unbeschädigt sind, geht von ihnen in der Regel keine Gefahr aus. Kritisch wird es, sobald Fasern freigesetzt werden – durch mechanische Bearbeitung oder starke Verwitterung. Halten Sie sich deshalb an klare Regeln:

  • Nicht selbst bearbeiten: kein Bohren, Sägen, Schleifen, Fräsen oder Brechen. Auch Hochdruck- oder Dampfreinigen und Überstreichen sind bei Asbestzement untersagt.
  • Fachfirma beauftragen: Abbruch, Sanierung und Entsorgung dürfen nur zertifizierte Betriebe nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 519) durchführen.
  • Korrekt entsorgen: Asbesthaltiges Material gilt als gefährlicher Abfall und muss als Sondermüll entsorgt werden – nicht über den normalen Bauschutt.

⚠️ Achtung: Gehen Sie im Zweifel immer von einer Belastung aus und ziehen Sie einen Sachverständigen hinzu, bevor Sie an alten Platten arbeiten.

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FAQ – Häufige Fragen zu Asbest in Faserzement

Bis zu welchem Baujahr enthalten Faserzementplatten Asbest?

Asbesthaltiger Faserzement wurde vor allem bis zum deutschen Verbot 1993 verbaut. Da Restbestände teils noch danach verarbeitet wurden, gelten Platten aus Gebäuden, die vor etwa 1995 errichtet oder saniert wurden, als asbestverdächtig. Sicherheit gibt nur eine Laboranalyse.

Kann man Asbest in Faserzement mit bloßem Auge erkennen?

Nein. Asbestfasern sind unsichtbar und geruchlos und meist fest gebunden. Hinweise wie das Baujahr, eine „AF“-Kennzeichnung oder graue, faserige Bruchkanten können einen Verdacht stützen, aber keinen Beweis liefern. Eindeutig ist nur eine Probenentnahme mit Laboruntersuchung.

Woran erkennt man asbestfreie Faserzementplatten?

Neuere Hersteller kennzeichnen ihre Faserzementprodukte in der Regel mit dem CE-Zeichen und ergänzen technische Datenblätter nach DIN EN 12467. Bei älteren Dächern aus der Zeit vor 1993 müssen Eigentümer oder Fachbetriebe dagegen prüfen, ob noch asbesthaltige Materialien verbaut wurden.

Sind asbesthaltige Faserzementplatten gefährlich, wenn sie intakt sind?

Solange der Asbest fest gebunden ist und die Platten unbeschädigt bleiben, besteht in der Regel kein akutes Risiko. Gefährlich werden sie erst, wenn Fasern freigesetzt werden – etwa beim Bohren, Sägen oder Schleifen oder durch starke Verwitterung.

Ist moderner Faserzement gesundheitlich unbedenklich?

Ja, moderner Faserzement gilt bei sachgemäßer Verarbeitung als gesundheitlich unbedenklich. Dennoch sollte beim Schneiden oder Bohren immer auf Staubschutz und geeignete Absaugung geachtet werden.

Darf ich alte Faserzementplatten reinigen oder überstreichen?

Bei asbestverdächtigen Platten ist davon abzuraten. Hochdruck- und Dampfreinigung sowie das Überstreichen von Asbestzement sind untersagt, weil dabei Fasern freigesetzt werden können. Lassen Sie den Zustand im Zweifel zuerst fachlich prüfen.

Wie werden asbesthaltige Faserzementplatten entsorgt?

Asbesthaltiges Material muss als gefährlicher Abfall (Sondermüll) entsorgt werden. Ausbau und Entsorgung übernehmen zertifizierte Fachfirmen nach TRGS 519 – eine Entsorgung über den normalen Bauschutt ist nicht zulässig.


Fazit: Sicherheit geht vor

Moderne Faserzementplatten sind sicher und asbestfrei – sie bieten eine pflegeleichte, langlebige Lösung für Dach, Fassade und viele weitere Bauprojekte. Nur bei Altbestand aus der Zeit vor 1993 ist Vorsicht geboten: Im Zweifel ziehen Sie immer einen Sachverständigen hinzu, bevor Sie an den Platten arbeiten.

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