Lichtplatten kombinieren mit Profilblech – sinnvoll oder riskant?

Viele Bauherren stehen vor der gleichen Frage: Wie kommt Tageslicht unter ein Dach, das eigentlich aus robustem Profilblech bestehen soll? Gerade bei Carports, Terrassenüberdachungen, Hallen oder Gartenhäusern sind Trapezbleche oder Wellbleche wegen ihrer Stabilität und Langlebigkeit beliebt. Gleichzeitig soll der Bereich darunter nicht dunkel wirken.

Die Lösung scheint naheliegend: Lichtplatten als transparente Dachelemente werden gezielt in eine Fläche aus Profilblech integriert. So entsteht eine Dachlichtlösung, die Helligkeit bringt, ohne auf Wetterfestigkeit zu verzichten. Doch ist diese Kombination wirklich sinnvoll – oder birgt sie technische Risiken?


Welche Vorteile bietet die Kombination aus Lichtplatten und Profilblech?

💡 Die Verbindung beider Materialien hat klare Vorteile, wenn sie richtig geplant wird.

  • Natürliches Tageslicht reduziert den Bedarf an künstlicher Beleuchtung.
  • Räume wirken freundlicher und größer, besonders bei niedrigen Konstruktionen.
  • Profilbleche sorgen weiterhin für hohe Tragfähigkeit und Schutz vor Witterung 🌧️.
  • Lichtplatten können gezielt dort eingesetzt werden, wo Licht benötigt wird – etwa über Arbeitsbereichen oder Stellplätzen.

Für viele Endkunden ist das eine kosteneffiziente Lösung, da nur ein Teil der Dachfläche transparent ausgeführt wird. Profis schätzen zusätzlich die gestalterische Flexibilität bei funktionalen Bauwerken.


Welche Lichtplatten eignen sich für die Kombination mit Profilblech?

Nicht jede Lichtplatte ist automatisch kompatibel. Entscheidend ist die Profilgeometrie.

Material der LichtplattePassend zuEigenschaften
PVC-WellplattenWellblechpreiswert, leicht, begrenzte Lebensdauer
Polycarbonat-LichtplattenTrapezblech, Wellblechbruchsicher, UV-beständig, langlebig
Acrylglas-Lichtplattenprofilgleiches Blechhohe Lichtdurchlässigkeit, kratzempfindlicher

📌 Wichtig: Profilgleichheit ist zwingend erforderlich. Denn Trapezlichtplatten müssen exakt zur Trapezblech-Geometrie passen, da sonst Undichtigkeiten entstehen.


Welche Risiken entstehen bei falscher Planung oder Montage?

⚠️ Die Kombination ist technisch anspruchsvoller als eine einheitliche Dachfläche.

  • Unterschiedliche Wärmeausdehnung: Kunststoff dehnt sich stärker aus als Stahl oder Aluminium.
  • Spannungsrisse entstehen, wenn Befestigungen zu fest angezogen werden.
  • Fehlende Überlappung kann zu Wassereintritt führen.
  • Kondenswasser bildet sich leichter an transparenten Flächen 🌡️.

🚫 Ein häufiger Fehler: Lichtplatten werden wie Profilbleche verschraubt – ohne Langlochbohrung oder Abstandshalter. Das führt langfristig zu Schäden.


Wie gelingt die fachgerechte Montage von Lichtplatten im Profilblechdach?

🛠️ Eine saubere Montage entscheidet über Haltbarkeit und Dichtheit.

  • Immer mit Kalotten befestigen, um die Last gleichmäßig zu verteilen.
  • Schrauben mit Dichtscheiben aus EPDM verwenden. Außerdem ist unsere Master-Plug Schraube zwingend notwendig.
  • Langlöcher vorbohren, damit sich die Platte ausdehnen kann.
  • Mindestüberlappungen laut Hersteller einhalten.
  • Lichtplatten nie am Rand der Dachfläche montieren, sondern mittig integrieren.

📐 Für Profis relevant: Die Sparrenabstände müssen zur zulässigen Spannweite der Lichtplatte passen. Polycarbonat erlaubt größere Abstände als PVC.


Ist die Kombination für jede Dachfläche geeignet?

Nein. Die Eignung hängt stark vom Einsatzbereich ab.

Gut geeignet für:

  • Terrassenüberdachungen ☀️
  • Carports
  • Gartenhäuser
  • Lager- und Gerätehallen

Weniger geeignet für:

  • Wohnhäuser
  • Dächer mit hohen Schallschutzanforderungen 🔊
  • stark gedämmte Konstruktionen

Profilbleche erzeugen bei Regen Geräusche. Lichtplatten übertragen diese Schallwellen oft stärker als Metallflächen.

Zusehen ist eine Halle mit rotem Trapezblech und passenden Lichtplatten.

Welche Rolle spielt der Schallschutz bei Lichtplatten?

🔊 Kunststoff-Lichtplatten besitzen keine schalldämmenden Eigenschaften. Im Vergleich zu isolierten Dachsystemen kann Regen deutlich hörbar sein.

💡 Tipp: Wer empfindlich auf Geräusche reagiert, sollte:

  • Lichtplatten nur punktuell einsetzen
  • Unterkonstruktionen mit Antidröhnstreifen ausstatten
  • Alternativ über Stegplatten nachdenken

Was sollten Heimwerker unbedingt beachten?

  • Bestellen Sie Lichtplatten immer passend zum Profilblech-Typ.
  • Verwenden Sie nur zugelassene Befestigungssysteme.
  • Ziehen Sie Schrauben handfest, nicht mit voller Kraft an.
  • Prüfen Sie die Dachneigung – zu flach erhöht das Leckagerisiko.

🛑 Bei Unsicherheit lieber vorab fachlich beraten lassen, statt später nachzubessern.


Ist die Kombination langfristig wirtschaftlich sinnvoll?

✅ Bei richtiger Ausführung: ja.
Lichtplatten können langfristig die Energiekosten senken, da sie den natürlichen Tageslichteinfall erhöhen und den Bedarf an künstlicher Beleuchtung reduzieren. Profilbleche zeichnen sich durch eine hohe Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten aus und bieten damit eine dauerhaft wirtschaftliche Dachlösung. Darüber hinaus lassen sich bei Beschädigungen oder veränderten Anforderungen einzelne Lichtplatten gezielt austauschen, ohne die gesamte Dachfläche erneuern zu müssen. Zudem sind hochwertige Kunststoffplatten recyclebar und leisten damit einen Beitrag zu einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Bauweise.


FAQ – Häufige Fragen zur Kombination von Lichtplatten und Profilblech

Kann ich Lichtplatten nachträglich in ein Profilblechdach einbauen?
Ja, das ist möglich. Wichtig ist, dass die Lichtplatte exakt zum vorhandenen Profil passt und die Unterkonstruktion geprüft wird.

Welche Dachneigung ist mindestens erforderlich?
In der Regel mindestens 5–7°, abhängig vom Profil und Hersteller, damit Wasser sicher abläuft.

Sind Lichtplatten UV-beständig?
Hochwertige Polycarbonat- und Acrylplatten sind UV-beständig beschichtet und vergilben deutlich langsamer.

Wie viele Lichtplatten sollte ich einplanen?
Als Faustregel: 10–20 % der Dachfläche reichen meist aus, um ausreichend Tageslicht zu erhalten.


Fazit: Sinnvoll oder riskant?

Die Kombination aus Lichtplatten und Profilblech ist weder grundsätzlich riskant noch automatisch problemlos. Sie ist sinnvoll, wenn Materialien zueinander passen, die Montage fachgerecht erfolgt und die Nutzung berücksichtigt wird. Für Terrassen, Carports oder Hallen ist sie eine bewährte Lösung, die Funktionalität und Helligkeit verbindet.
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