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Lichtplatten – Bei welchen Temperaturen verlegen?

Die kalte Jahreszeit bedeutet nicht automatisch Baustopp. Auch im Herbst und Winter lassen sich Projekte wie Terrassenüberdachungen, Carports oder Gewächshäuser problemlos realisieren – vorausgesetzt, die Materialeigenschaften werden berücksichtigt.
Gerade bei Lichtplatten – also Wellplatten, Spundwandplatten oder Stegplatten – spielen Verarbeitungstemperatur, Gebrauchstemperatur und thermische Ausdehnung eine entscheidende Rolle. 🌡️
Im Folgenden erfahren Sie, welche Temperaturen zulässig sind, worauf bei der Montage zu achten ist und warum eine fachgerechte Befestigung langfristig Schäden verhindert.


Welche Verarbeitungstemperatur gilt für Lichtplatten?

Die zulässige Verarbeitungstemperatur beschreibt die Außentemperatur, bei der Lichtplatten montiert werden dürfen, ohne dass Materialspannungen oder Risse entstehen.
Je nach Material gelten unterschiedliche Grenzwerte:

MaterialMindest-VerarbeitungstemperaturBesonderheiten
PVC (Hart-PVC)+5 °CBei Kälte spröder, erhöhte Bruchgefahr
Acryl (PMMA)+5 °CSehr lichtdurchlässig, jedoch empfindlich bei Kälte
Polycarbonat (PC)bis -20 °CSehr schlagzäh, auch bei Frost gut verarbeitbar

PVC- und Acryl-Lichtplatten sollten nicht unter +5 °C montiert werden. Bei niedrigeren Temperaturen steigt das Risiko für Spannungsrisse beim Bohren oder Verschrauben deutlich.
Polycarbonat-Lichtplatten hingegen sind besonders schlagzäh und können sogar bei bis zu -20 °C verarbeitet werden. Das macht sie ideal für Wintermontagen oder ungeplante Reparaturen.
💡 Tipp für Heimwerker:
Lagern Sie die Platten vor der Montage möglichst bei moderater Temperatur und bringen Sie sie erst kurz vor der Verarbeitung nach draußen. Das reduziert Materialspannungen beim Verschrauben.

Für Profis gilt zusätzlich: Kalte Platten sollten nicht direkt aus dem LKW montiert werden, wenn starke Temperaturunterschiede zur Unterkonstruktion bestehen.


Welche Temperaturen halten montierte Lichtplatten dauerhaft aus?

Neben der Verarbeitungstemperatur ist die sogenannte Gebrauchstemperatur entscheidend. Sie beschreibt den Temperaturbereich, den das Material im eingebauten Zustand dauerhaft verträgt – etwa bei intensiver Sonneneinstrahlung. ☀️

MaterialMaximale Gebrauchstemperatur
PVCca. 60 °C
Acryl (PMMA)ca. 60 °C
Polycarbonatbis ca. 120 °C

Gerade bei dunklen Unterkonstruktionen oder geringer Hinterlüftung können sich Dachflächen stark aufheizen. Deshalb ist die Wahl des Materials nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch der thermischen Belastbarkeit.
Für Profis relevant:
Polycarbonat verfügt über eine hohe Wärmeformbeständigkeit und bleibt auch bei intensiver UV-Belastung dimensionsstabil, sofern eine coextrudierte UV-Schutzschicht vorhanden ist.


Wie stark dehnen sich Lichtplatten bei Temperaturschwankungen aus?

Alle Kunststoff-Lichtplatten arbeiten – sie dehnen sich bei Wärme aus und ziehen sich bei Kälte zusammen. Dieses physikalische Verhalten nennt man thermische Längenausdehnung. 📏
Je nach Material kann die Längenänderung mehrere Millimeter pro Meter betragen. Besonders Acrylglas (PMMA) reagiert sensibel auf Temperaturschwankungen.
Typische Folgen:

  • Knackgeräusche bei Temperaturwechsel
  • leichte Bewegungen im Befestigungsbereich
  • sichtbare Verschiebung in Langlöchern

⚠️ Wichtig: Diese Geräusche sind in der Regel kein Mangel, sondern materialtypisch.
Entscheidend ist eine spannungsfreie Montage:
🔧 Bohrlöcher immer größer als der Schraubendurchmesser ausführen
🔧 Abstandshalter und Kalotten korrekt einsetzen
🔧 Platten nicht fest „anziehen“, sondern Bewegungsfreiheit lassen
🔧 Vorgeschriebene Überlappung einhalten

Wer beispielsweise ein Trapezblech mit Lichtplatten kombiniert, muss darauf achten, dass unterschiedliche Materialien verschiedene Ausdehnungskoeffizienten besitzen.


Warum dürfen Lichtplatten nicht im Stapel der Sonne ausgesetzt werden?

Werden Lichtplatten im Stapel direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt, entsteht ein Hitzestau zwischen den Platten. Auch bei Außentemperaturen unter 20 °C kann sich die Temperatur im Stapel deutlich erhöhen. 🌡️
Mögliche Folgen:

  • Verformungen
  • Verfärbungen
  • Spannungsrisse
  • Verlust der Ebenheit

⚠️ Besonders kritisch ist Feuchtigkeit zwischen den Platten, da sie den Wärmestau zusätzlich verstärkt.
Empfehlung:

  • Stapel niemals ungeschützt in die Sonne legen
  • Mindestens 40 cm Abstand zum Boden einhalten
  • Für ausreichende Belüftung von unten sorgen
  • Platten möglichst flach lagern

Diese Regeln gelten ganzjährig – auch im Herbst oder Winter.


Kann man Lichtplatten im Herbst oder Winter bedenkenlos montieren?

Grundsätzlich ja – wenn Material, Temperatur und Montagevorgaben berücksichtigt werden.

Für Carports, Terrassendächer oder Gewächshäuser ist die kühlere Jahreszeit oft sogar vorteilhaft: Die Unterkonstruktion verzieht sich weniger durch Hitze, und es entstehen geringere thermische Spannungen während der Montage.

Wichtig ist jedoch:

  • Mindest-Verarbeitungstemperatur beachten
  • Ausreichende Dehnfugen einplanen
  • Befestigungssystem korrekt einsetzen
  • Lagerung fachgerecht durchführen
Thermometer zeigt Kälte neben Lichtplatten auf verschneitem Dach, Wintertemperaturen

Gerade bei Projekten wie „Stegplatten für Gewächshaus befestigen“ oder „Wellplatten auf Carport montieren“ entscheidet die Detailausführung über die Lebensdauer.


FAQ – Häufige Fragen zu Lichtplatten und Temperatur

Können Lichtplatten bei Frost brechen?
Ja, insbesondere PVC- und Acrylplatten werden bei Temperaturen unter +5 °C spröde. Polycarbonat ist deutlich bruchsicherer.

Warum knacken Lichtplatten nachts?
Durch Temperaturabkühlung ziehen sich die Platten zusammen. Diese Bewegung kann zu typischen Knackgeräuschen führen – das ist normal.

Wie groß muss das Bohrloch sein?
Das Bohrloch sollte mehrere Millimeter größer als der Schraubendurchmesser sein, damit die Platte arbeiten kann.

Sind Stegplatten empfindlicher als Wellplatten?
Nicht grundsätzlich. Entscheidend ist das Material (PVC, Acryl oder Polycarbonat), nicht die Profilform.

Verformen sich Lichtplatten im Winter?
Bei korrekter Montage nicht. Probleme entstehen meist durch falsche Lagerung oder zu fest angezogene Schrauben.


Fazit: Mit dem richtigen Material ist Wintermontage kein Problem

Die Montage von Lichtplatten im Herbst und Winter ist problemlos möglich, wenn die materialabhängigen Temperaturgrenzen eingehalten werden.
PVC- und Acrylplatten sollten Sie nur bei Temperaturen über +5 °C montieren, während Sie Polycarbonat-Lichtplatten auch bei Frost problemlos verarbeiten können.
Entscheidend sind eine spannungsfreie Befestigung, korrekt dimensionierte Bohrlöcher und eine sachgerechte Lagerung.
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