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Wie stark sollten Wellplatten sein? Die richtige Stärke

Das Wichtigste in Kürze

  • Wellplatten gibt es zwischen 0,8 mm und 3,0 mm – welche Stärke möglich ist, hängt am Material.
  • Für Terrassendach, Carport und Vordach reichen 0,8–0,9 mm Polycarbonat: schlagzäh und hagelsicher.
  • Die Tragfähigkeit bestimmen Material, Profil und Lattenabstand – nicht die Plattenstärke allein.
  • Bei hoher Schneelast wird der Lattenabstand verringert, nicht die Platte dicker gewählt.
  • 2,8–3,0 mm sind Wabenstruktur-Platten, gewählt wegen Optik und Lichtstreuung.

Wellplatten sind eine beliebte Wahl für viele Bauprojekte – von Terrassenüberdachungen bis hin zu Carports, Gewächshäusern und Hallen. Doch welche Stärke ist die richtige? Die kurze Antwort vorweg: Bei Wellplatten entscheidet das Material mehr als die Millimeterzahl. Eine 0,9 mm starke Polycarbonat-Platte ist schlagfester als eine 3 mm starke Acrylplatte. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Stärken es gibt, welche zu Ihrem Projekt passt und worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • welche Stärken es bei Wellplatten gibt,
  • welche Stärke zu welcher Anwendung passt,
  • welche Faktoren wie Schneelast, Material und Lattenabstand die Wahl beeinflussen.


Welche Stärken gibt es bei Wellplatten?

Wellplatten gibt es in Stärken zwischen 0,8 mm und 3,0 mm. Welche Stärke verfügbar ist, hängt am Material – jeder Kunststoff wird in eigenen Stärken gefertigt:

0,8 mm – 0,9 mm: Polycarbonat in der Standardwelle 76/18 und im Industrieprofil 177/51, dazu PVC in der feinen Welle 32/09 – der Standard für Terrassendach, Carport, Schuppen und kleine Vordächer. Polycarbonat ist schon in dieser Stärke nahezu unzerbrechlich.

1,0 mm – 1,5 mm: PET (1,0–1,1 mm), PVC (1,2–1,4 mm), Polycarbonat (1,3–1,4 mm) und Acrylglas (1,5 mm) – etwas steifer, bei Acryl mit glasklarer Optik.

2,8 mm – 3,0 mm: Wabenstruktur-Platten aus Polycarbonat (2,8 mm) und Acrylglas (3,0 mm) – gewählt wegen der Optik und der Lichtstreuung, nicht wegen einer höheren Tragfähigkeit.

Ausschnitt eines Dachs mit Kunststoffwellplatten in Wabenoptik.

Welche Stärke für welche Anwendung?

Je nach Projekt passen unterschiedliche Kombinationen aus Material und Stärke. Die folgende Übersicht zeigt, worauf es je Anwendung ankommt:

AnwendungEmpfehlungWorauf es ankommt
Gewächshäuser, leichte Überdachungen0,8–1,1 mm PVC, PET oder Polycarbonatlichtdurchlässig, günstig, leicht zu verarbeiten
Terrassenüberdachungen, Carports, Vordächer0,8–0,9 mm Polycarbonatschlagzäh und hagelsicher, Lattenabstand 70–85 cm
Hallen, Ställe, Lichtbänder0,8–1,4 mm PVC oder Polycarbonat im IndustrieprofilProfil muss zum vorhandenen Dach passen
Hohe SchneelastStärke des gewählten MaterialsLattenabstand verringern, nicht die Platte dicker wählen

Gewächshäuser und leichte Überdachungen

  • Empfohlen: 0,8 mm – 1,1 mm aus PVC, PET oder Polycarbonat
  • Vorteil: Leicht, lichtdurchlässig und kostengünstig
  • Optimal für: Pflanzenzucht, Dachflächen mit geringer Beanspruchung

Terrassenüberdachungen und Carports

  • Empfohlen: 0,8 mm – 0,9 mm Polycarbonat
  • Vorteil: Nahezu unzerbrechlich, hagelsicher und witterungsbeständig
  • Optimal für: Schutz vor Regen, Schnee und Wind – bei einem Lattenabstand von 70–85 cm

Industriegebäude und Lagerhallen

  • Empfohlen: 0,8 mm – 1,4 mm PVC oder Polycarbonat in den Industrieprofilen
  • Vorteil: Profilgleich zu den gängigen Industrie-Wellprofilen, daher als Lichtband ins vorhandene Dach einsetzbar
  • Optimal für: Hallen, Ställe und Agrarbau – das PVC-Profil 177/51 überspannt bis zu 1,20 m

Damit das Dach bei jeder Stärke dauerhaft dicht bleibt, kommt es auch auf die richtige Überlappung an – wie das geht, zeigt Wellplatten richtig überlappen.


Welche Faktoren beeinflussen die Wahl der Stärke?

  • Material: Wellplatten gibt es aus PVC, Polycarbonat, Acryl und PET. Polycarbonat ist am schlagzähesten, Acryl bietet die höchste Brillanz, ist aber schlagempfindlicher.
  • Lattenabstand: Er bestimmt die Tragfähigkeit stärker als die Plattenstärke – von rund 50 cm bei dünnen PET-Platten über 70–85 cm bei Polycarbonat und Acryl bis 1,20 m beim PVC-Profil 177/51.
  • Schneelast und Winddruck: In schneereichen Regionen die Latten enger setzen. Eine dickere Platte gleicht einen zu weiten Lattenabstand nicht aus.
  • Haltbarkeit: Die Lebensdauer hängt vor allem am Material und am UV-Schutz, nicht an der Stärke. Worauf es bei Hitze und starker Sonneneinstrahlung ankommt, erklärt Lichtplatten bei Hitze.

Speziell bei Welllichtplatten spielt zudem die Kombination aus Regenschutz und Belüftung eine Rolle – praktische Tipps dazu gibt Welllichtplatten richtig einsetzen.


FAQ zur Wellplatten-Stärke

Welche Stärke sollten Wellplatten fürs Terrassendach haben?

Für Terrassenüberdachungen und Carports reichen Polycarbonat-Wellplatten mit 0,8–0,9 mm. Entscheidend sind das schlagzähe Material und ein Lattenabstand von 70–85 cm, nicht eine größere Plattenstärke.

Welche Stärke reicht für ein Gewächshaus?

Für Gewächshäuser und leichte Überdachungen genügen 0,8–1,1 mm aus PVC, PET oder Polycarbonat.

Welche Wellplatten sind hagelfest?

Das entscheidet das Material, nicht die Stärke: Polycarbonat ist schon ab 0,8 mm nahezu unzerbrechlich, und nur Polycarbonat-Platten tragen bei uns eine Hagelgarantie. Acryl ist trotz 3 mm Stärke schlagempfindlicher.

Beeinflusst das Material die nötige Stärke?

Ja, jedes Material wird in eigenen Stärken gefertigt: PVC 0,8–1,4 mm, Polycarbonat 0,8–1,4 mm (Wabenstruktur 2,8 mm), PET 1,0–1,1 mm, Acryl 1,5 und 3,0 mm. Die Tragfähigkeit ergibt sich aus Material, Profil und Lattenabstand.

Was gilt bei hoher Schneelast?

In schneereichen Regionen wird der Lattenabstand verringert – eine dickere Platte gleicht zu weit gesetzte Latten nicht aus. Die Werte je Platte stehen in den Datenblättern und Montageanleitungen.


Fazit: Die richtige Stärke wählen

Die Wahl der richtigen Wellplattenstärke beginnt beim Material. Für Terrassendach, Carport und Vordach genügen 0,8–0,9 mm Polycarbonat, für Gewächshäuser auch PVC oder PET. Bei hoher Schneelast setzen Sie die Latten enger, statt eine dickere Platte zu wählen. Die 3 mm starken Acrylplatten sind eine Frage der Optik, nicht der Belastbarkeit.

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