Das Wichtigste in Kürze
- Ein Hitzestau entsteht, wenn die Sonnenwärme unter der Lichtplatte nicht abgeleitet wird.
- Er kann zu Verformungen, Verfärbungen und Schäden an der Unterkonstruktion führen.
- Sonnensegel helfen nur mit mindestens 40 cm Abstand unter den Platten.
- UV-beständiges Material, gute Belüftung und helle Auflageflächen beugen Hitzestau vor.
- Polycarbonat und getönte Stegplatten sind hitzebeständiger als einfaches PVC, das unter UV-Strahlung schneller vergilbt und verspröden kann.
Lichtplatten, egal ob einschalige Lichtplatten als Wellplatten oder Trapezplatten oder Stegplatten mit mehreren Kanälen, sind beliebte Elemente in der modernen Architektur und im Gartenbau. Sie bieten eine hervorragende Möglichkeit, Tageslicht in Räume oder unter Überdachungen zu bringen, ohne dabei auf Witterungsschutz zu verzichten. Doch wie bei vielen Baumaterialien gibt es auch hier einige wichtige Dinge zu beachten – insbesondere das Risiko eines Hitzestaues und die dauerhafte Belastung durch UV-Strahlung.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
- wie ein Hitzestau entsteht und wie Sie ihn zuverlässig vermeiden,
- wie UV-Strahlung und Temperaturschwankungen auf die Materialien wirken,
- welche Lichtplatten bei Hitze und Sonne am längsten durchhalten.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist ein Hitzestau?
- Wie wirken UV-Strahlung und Temperaturschwankungen auf Lichtplatten?
- Können Sonnensegel Abhilfe verschaffen?
- Welche Lichtplatten schützen am besten vor Hitze?
- Woran erkennt man UV-beständige Lichtplatten?
- Wie erkenne ich UV-Schäden an Lichtplatten?
- Wie lässt sich ein Hitzestau vermeiden?
- FAQ zu Lichtplatten und Hitze
- Fazit: Lichtplatten hitzesicher einsetzen
Was ist ein Hitzestau?
Ein Hitzestau tritt auf, wenn die von der Sonne produzierte Wärme nicht effektiv abgeleitet oder verteilt wird. Lichtplatten, insbesondere dunklere Töne, absorbieren und speichern Wärme. Wenn diese Wärme nicht entweichen kann, steigt die Temperatur auf und unter der Platte erheblich an. Das kann dazu führen, dass die Lichtplatten sich an bestimmten Stellen (wo sie aufliegen) verformen oder verfärben. Die Temperatur unter der Überdachung kann steigen und andere Materialien, wie z. B. das Holz der Konstruktion, könnten Schaden nehmen.
Wie wirken UV-Strahlung und Temperaturschwankungen auf Lichtplatten?
Hitze ist nur einer von mehreren Witterungsfaktoren, denen Lichtplatten 365 Tage im Jahr ausgesetzt sind:
UV-Strahlung: Unsichtbare ultraviolette Strahlung kann Kunststoffmaterialien ausbleichen, spröde machen oder sogar zersetzen, wenn sie nicht ausreichend geschützt sind.
Temperatur: Zwischen heißen Sommertagen und frostigen Winternächten entstehen große Temperaturschwankungen – teils über 60 °C Differenz. Das führt zu Materialausdehnung und Spannungen, die bei der Montage berücksichtigt werden müssen.
Feuchtigkeit und Hagel: Starke Niederschläge oder Hagelkörner können zu mechanischen Schäden führen – wie robust die Platten dabei sind, zeigt der Beitrag Sind Lichtplatten hagelfest?
Können Sonnensegel Abhilfe verschaffen?
Ein Sonnensegel oder andere Abdeckungen unterhalb der Lichtplatten können helfen, die direkte Sonneneinstrahlung zu reduzieren und so den Hitzestau zu minimieren. Doch auch hier muss eine wichtige Regel beachtet werden: Sonnensegel oder jede Art von Abdeckungen dürfen nur mit einem Abstand von mindestens 40 cm unterhalb der Lichtplatten angebracht werden. Dieser Abstand gewährleistet eine ausreichende Luftzirkulation, die dazu beiträgt, die angesammelte Wärme abzuleiten und einen potenziellen Hitzestau zu verhindern.
Welche Lichtplatten schützen am besten vor Hitze?
Nicht jede Lichtplatte reagiert gleich auf Hitze. Material, Farbe und Aufbau entscheiden darüber, wie hitzebeständig eine Platte ist und wie stark sich die Wärme darunter staut:
| Material | UV-Beständigkeit | Temperaturbeständigkeit | Bruchsicherheit | Lebensdauer |
|---|---|---|---|---|
| Polycarbonat | Sehr gut (UV-Schutzschicht) | Bis ca. 120 °C | Hoch | 15–20 Jahre und mehr |
| Acrylglas (PMMA) | Sehr gut (durchgefärbt) | Bis ca. 90 °C | Mittel | Bis 30 Jahre |
| PVC | Mittel (eingeschränkt UV-stabil) | Bis ca. 60 °C | Mittel | 5–10 Jahre |
| Getönte / anthrazitfarbene Stegplatten | Sehr gut | Materialabhängig | Hoch | Reduzieren zusätzlich Wärmeeintrag und Blendung |
💡 Tipp: Wenn Sie eine dauerhafte Lösung für stark besonnte Überdachungen suchen (z. B. Terrasse oder Carport), sind Polycarbonat- oder Acrylplatten meist die bessere Wahl als einfache PVC-Platten – trotz höherem Preis.
Wie eine dauerhaft UV-beständige Platte hell und klar bleibt, zeigt Lichtplatten mit UV-Schutz. Welchen Effekt getönte Platten auf Hitze und Blendung haben, beleuchtet Stegplatte Anthrazit.
Woran erkennt man UV-beständige Lichtplatten?
Nicht jedes transparente oder transluzente Material ist automatisch UV-beständig. Entscheidend ist, ob der Kunststoff durch spezielle UV-Schutzschichten oder durch Materialzusätze geschützt ist. Hinweise auf UV-Beständigkeit erkennen Sie an:
- Produktbezeichnungen wie „UV-stabil“ oder „UV-beschichtet“
- technischen Datenblättern mit Angaben zur UV-Durchlässigkeit
- Herstellerangaben zur garantierten Nutzungsdauer
- Sichtprüfung: vergilbte oder milchig gewordene Platten deuten auf unzureichenden Schutz hin
Wie erkenne ich UV-Schäden an Lichtplatten?
UV-Schäden an Lichtplatten lassen sich meist optisch gut erkennen. Erste Anzeichen sind Vergilbung oder eine milchige Trübung der Oberfläche – die Platte wird weniger lichtdurchlässig.
Mit fortschreitender Schädigung kann das Material spröde werden, was zu feinen Haarrissen oder Bruchbildung führen kann. Besonders bei älteren oder ungeeigneten Materialien wie einfachen PVC-Platten treten diese Effekte früher auf.
Wie lässt sich ein Hitzestau vermeiden?
Wenn Sie auf mehrere wichtige Dinge achten, können Sie einen Hitzestau sicher vermeiden:
- Materialwahl: Wählen Sie Wellplatten, Trapezplatten oder Stegplatten, die UV-beständig und für den Einsatz im Freien konzipiert sind.
- Belüftung: Stellen Sie sicher, dass der Raum oder die Überdachung unter den Lichtplatten ausreichend belüftet ist.
- Richtige Installation: Befolgen Sie die Installationsrichtlinien des Herstellers. Weil sich die Platten bei Wärme ausdehnen, gilt: Bohrlöcher 3–5 mm größer als die Schrauben wählen, Dehnungsspiel an Stoß- und Überlappungsstellen einplanen und niemals auf Spannung montieren.
- Farbe der Unterkonstruktion: Bei einer dunklen Unterkonstruktion verwenden Sie bitte immer ein Aluminium-Klebeband unter den Lichtplatten, bzw. an den Stellen, wo die Lichtplatten aufliegen. Oder streichen Sie die Stellen hell bzw. weiß. Einen ausführlichen Beitrag dazu finden Sie unter Farbe der Unterkonstruktion.
⚠️ Achtung: Wird das Dehnungsspiel vernachlässigt, kann es bei Temperaturwechsel zu Spannungsrissen, Wellenbildung oder Plattenbruch kommen. Bei welchen Außentemperaturen die Verlegung am besten gelingt, zeigt der Beitrag Lichtplatten bei welchen Temperaturen verlegen.
FAQ zu Lichtplatten und Hitze
Ein Wärmestau unter der Platte, wenn die Sonnenwärme nicht abgeleitet wird – er kann zu Verformungen, Verfärbungen und Schäden an der Unterkonstruktion führen.
Polycarbonat-Platten sind am formstabilsten bei Hitze; getönte oder anthrazitfarbene Stegplatten reduzieren zusätzlich den Wärmeeintrag.
Polycarbonat- und Acrylplatten gelten als besonders langlebig. Sie sind UV-beständig und halten Temperaturschwankungen deutlich besser stand als einfache PVC-Platten.
Nur eingeschränkt. PVC-Lichtplatten sind bis zu einem gewissen Grad UV-stabil, vergilben aber langfristig und werden mit den Jahren spröder – ihre Lebensdauer liegt bei etwa 5 bis 10 Jahren. Für dauerhafte Außenprojekte mit starker Sonneneinstrahlung sind Polycarbonat oder Acrylglas die beständigere Wahl.
Das liegt meist an fehlendem UV-Schutz. Die Strahlung zersetzt das Material, wodurch es an Transparenz und Stabilität verliert.
Mindestens 40 cm, damit die Luft zirkulieren kann und sich die Wärme nicht zwischen Segel und Platte staut.
Dunkle Auflageflächen heizen sich stark auf. Ein Aluminium-Klebeband oder ein heller Anstrich an den Auflagepunkten verhindert punktuelle Überhitzung der Platte.
Bei ungeeignetem Material oder gestauter Wärme ja – vor allem PVC. Polycarbonat bleibt bis etwa 120 °C formstabil.
Fazit: Lichtplatten hitzesicher einsetzen
Indem Sie auf UV-beständiges Material, gute Belüftung, ausreichenden Abstand zu Sonnensegeln und helle Auflageflächen achten, können Sie die Vorteile von Lichtplatten genießen und das Risiko eines Hitzestaues zuverlässig minimieren. Wer von vornherein auf Polycarbonat oder getönte Stegplatten setzt, ist bei stark besonnten Überdachungen auf der sicheren Seite.
Wie sich die Wahl zwischen klaren und opalen Platten zusätzlich aufs Raumklima auswirkt, lesen Sie in Transparent oder Opal?; wie Sie Regen und Lüftung dauerhaft im Griff behalten, zeigt Welllichtplatten richtig einsetzen.
Passende Lichtplatten direkt im DWZ-Shop – von PVC bis Polycarbonat, mit Trusted-Shops-Käuferschutz.
