Handwerker verlegt Wellbleche mit Sinusprofil auf der Dachhälfte eines Werkstattgebäudes
Montageanleitung
Wellblech verlegen
in 6 Schritten

Das klassische Sinusprofil vom ersten Blech am Ortgang bis zum Firstblech – mit den Original-Werten von Weckman, nicht mit Faustformeln aus dem Forum.

ab 10° ohne Unterdach Kalotte auf dem Wellenberg Kalt schneiden, nicht flexen

Wellblech verlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Sinusprofil

Diese Anleitung führt Sie durch den kompletten Ablauf: von der Unterkonstruktion über das erste Blech am Ortgang bis zu Verschraubung, Stößen und Kantteilen. Alle Werte – Dachneigungen, Überdeckungen, Auflagebreiten, Befestigungsregeln – stammen aus der Original-Montageanleitung von Weckman für Sinus- und Trapezprofile nach den IFBS-Fachregeln des Metallleichtbaus. Die passenden Wellbleche fertigen wir zentimetergenau auf Maß – ideal für Bahnen in einem Stück von Traufe bis First. Werkseitig geschnittene Kanten sind fertig behandelt und brauchen keine Nachversiegelung; nur bauseitige Schnitte erfordern etwas Reparaturfarbe.

ab 10°
Dachneigung ohne Unterdach – darunter verlangt Weckman ein wasserführendes Unterdach
Wellenberg
Aufs Dach gehört die Schraube mit Kalotte auf die Welle – nicht ins Tal
1064 mm
Deckbreite des 18/76-Sinusprofils – sie zählt bei der Bahnenzahl
Kalt schneiden
Trennschleifer auf Stahl zerstört Zinkschicht und Garantie
Maurice Grimberg – Geschäftsführer
Maurice Grimberg
Geschäftsführer
"Der häufigste Wellblech-Fehler kommt vom Trapezblech: Dort wird gern in der Tiefsicke geschraubt – und genauso machen es viele dann beim Sinusprofil. Aufs Dach gehört die Wellblech-Schraube aber mit Kalotte auf den Wellenberg. Im Wellental läuft das Wasser, und jede Schraube dort ist eine potenzielle Leckstelle. Die Tal-Verschraubung ist beim Wellblech der Fassade vorbehalten."

Werkzeug & Material: Das brauchen Sie

Werkzeug

  • Blechknabber, Elektro- oder Handblechschere, Stichsäge für Zuschnitte – funkenfreie Kaltschnittverfahren, ohne Hitzeentwicklung
  • Akkuschrauber mit Drehmomentkupplung oder Tiefenanschlag – Dichtscheiben dürfen nicht gequetscht werden
  • Schlagschnur, Maßband, Winkel zum Ausschnüren der Trauflinie und Ausrichten des ersten Blechs
  • Weicher Handfeger – Bohrspäne müssen sofort von der Fläche, sonst gibt es Flugrost
  • Laufbohlen – die Dachfläche wird nur mit lastverteilenden Bohlen betreten

Material

  • Wellbleche auf Maß – idealerweise in einem Stück von Traufe bis First
  • Edelstahlschrauben mit Dichtscheibe passend zur Unterkonstruktion: Grobgewinde für Holz, Bohrspitze mit Feingewinde für Stahl. Richtwert für den Durchmesser nach Weckman: 6,5 mm
  • Kalotten für die Dachbefestigung auf dem Wellenberg – als Druckverteiler und Abdichtung
  • Dichtband (Butyl) für Längsüberlappungen unter 10° und Querstöße bis 7° Dachneigung
  • Profilfüller, First-, Ortgang- und Traufbleche aus dem Zubehör und den Kantteilen

Bahnen, Bestelllänge & Schrauben berechnen

Entscheidend ist die Deckbreite Ihres Profils – die nutzbare Breite nach der seitlichen Überlappung. Beim 18/76-Sinusprofil sind das 1064 mm, beim Wandprofil PF25W 1080 mm (Plattenbreite 1114 mm). Der Rechner teilt die Dachbreite durch die Deckbreite und rundet auf ganze Bahnen auf – genau so, wie es der Hersteller vorgibt. Die Schraubenzahl folgt der Weckman-Regel eine Schraube je Wellenberg an jedem Auflager; deshalb braucht der Rechner auch den Abstand Ihrer Latten oder Pfetten.

Benötigte Bahnen
Bestelllänge je Bahn
Schrauben (inkl. Überlappung)

Die Bestelllänge enthält 3 cm Zuschlag für den Überhang in die Dachrinne. Ohne statischen Nachweis sind an der Traufe maximal 200 mm freier Überstand zulässig (Stahl; bei Aluminium 50–100 mm).

Der Rechner gibt eine schnelle Orientierung. Verbindlich für Anzahl und Größe der Befestigungsmittel ist immer der Befestigungsmittelnachweis Ihrer Statik – für die vollständige Planung mit Kantteilen und Zubehör nutzen Sie den Planer.

Dach: Wellenberg mit Kalotte

Geschraubt wird auf der Welle, mit Kalotte als Druckverteiler und E16-Dichtscheibe – die Edelstahlschraube muss dabei Wellenhöhe, Kalotte und Einschraubtiefe überbrücken. Die Schraube sitzt außerhalb des Wasserlaufs: beste Abdichtung, geringste Korrosionsgefahr.

Weckman empfiehlt für Dachflächen ausdrücklich diese Variante. Alternativ ist der Wellenberg auch ohne Kalotte mit E19-Dichtscheibe zulässig – die Kalotte verhindert aber das Eindellen der Welle.

Wand: Wellental

An der Fassade wird im Wellental direkt auf die Unterkonstruktion geschraubt – hier läuft kein Wasser, die flache Verschraubung trägt besser und bleibt optisch dezent.

Faustregel nach Weckman: jedes Wellental an jedem Auflagepunkt einmal mit einer A2-Fassadenschraube befestigen. Die Tal-Verschraubung gehört an die Wand – nicht aufs Dach.

Wellblech verlegen in 6 Schritten

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Unterkonstruktion prüfen und Trauflinie ausschnüren

Die Unterkonstruktion trägt das ganze Dach – sie muss tragfähig, eben und maßhaltig sein, bevor das erste Blech aufs Dach kommt. Der maximale Abstand der Auflager (Stützweite) richtet sich nach Blechstärke und Schnee-/Windlastzone; die verbindlichen Werte stehen in den Belastungstabellen des Weckman-Sinusprofils. Welche Unterkonstruktion zu welchem Aufbau passt, behandelt unser Beitrag Profilbleche: die richtige Unterkonstruktion im Detail.

  • Auflagebreiten nach Weckman: 40 mm am Endauflager, 60 mm am Zwischenauflager – für Holz und Stahl gleichermaßen. Holzlattung vor der Montage auf Verdrehungen prüfen, Stahl korrosionsgeschützt, plan und geradlinig ausführen.
  • Dachneigung prüfen: Weckman verlangt mindestens 10°; darunter muss grundsätzlich ein wasserführendes Unterdach eingebaut werden. Die reine Überdeckungstabelle beginnt zwar bei 3°, die Unterdach-Bedingung gilt trotzdem.
  • Trauflinie ausschnüren und als Verlegebezugspunkt festlegen – sie ist die Basis für die gesamte Fläche. Den Überhang der Bleche in die Dachrinne dabei einrechnen.
  • Überstände: An der Traufe sind ohne statischen Nachweis maximal 200 mm freier Überstand zulässig (Stahl; Aluminium-Profile 50–100 mm), an First und Ortgang maximal 70 mm. Aluminium zusätzlich: bei Untergurtbefestigung nach DIN EN 1090 maximal 8 m Bahnlänge, und je Meter Konstruktionslänge ±0,5 mm Bewegungsspiel einplanen.
Ausgeschnürte Trauflinie auf einer Holz-Unterkonstruktion vor der Blechmontage
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Bleche anliefern, lagern und zuschneiden

Wellbleche sind robust – aber nicht gegen falsche Lagerung. Zwischen Anlieferung und Montage entscheidet sich, ob die Beschichtung makellos bleibt.

  • Entladen: vom Stapel immer mit mindestens zwei Personen anheben und lange Tafeln hochkant zum Einbauort tragen. Nie über verlegte Flächen oder scharfe Kanten ziehen; bei Kran-Entladung Traversen und Kantenschutz verwenden.
  • Lagern: trocken, überdacht, auf Holzbalken mit leichter Schräglage, damit eingedrungenes Wasser ablaufen kann – nie direkt auf dem Boden. Dauert die Lagerung länger als 2 Wochen, die Tafeln einzeln belüftet aufstöckern.
  • Verpackung & Folie: Die Transportverpackung ist keine Lagerverpackung – wenige Tage nach Anlieferung entfernen. Blankverzinkte Tafeln sofort verarbeiten oder einzeln belüftet lagern; Korrosionsschäden aus falscher Lagerung sind kein Reklamationsgrund. Vor der Montage müssen alle Verpackungs- und Schutzfolien herunter.
  • Zuschneiden: ausschließlich kalt – mit Blechschere, Knabber oder Stichsäge; Alu zusätzlich mit spezieller Trennscheibe möglich. Späne sofort mit dem weichen Besen abfegen. Bei Zuschnitt auf Maß ab Werk entfällt dieser Punkt fast vollständig.
Auf Holzbalken gelagerter Wellblech-Stapel mit Schutzfolie auf der Baustelle
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Erstes Blech setzen: am Ortgang, exakt rechtwinklig zur Traufe

Das erste Blech entscheidet über die ganze Fläche – alle folgenden Tafeln richten sich an ihm aus. Ein schief gesetztes Startblech lässt sich später nicht mehr korrigieren.

  • Entgegen der Hauptwetterrichtung beginnen: Wellblech ist beidseitig verlegbar – die Deckrichtung vor der Montage festlegen und, wenn baulich möglich, gegen die Wetterrichtung verlegen. Wind und Regen drücken dann über die Längsüberlappung hinweg statt hinein.
  • Antikapillarrille richtig herumdrehen: Vor der Montage die erste Tafel so ausrichten, dass die Rille zur nächsten, auflappenden Platte zeigt – nur dann führt sie eingedrücktes Wasser windgeschützt ab.
  • Exakt rechtwinklig zur Traufe ausrichten – die Unterkante an der ausgeschnürten Schnur, nicht nach Augenmaß und nicht am Giebel. Das Blech so weit über den Ortgang setzen, dass die Ortganglinie bis zum First komplett abgedeckt ist.
  • Fixieren statt festschrauben: Das ausgerichtete Blech zunächst mit wenigen Schrauben auf dem Wellenberg fixieren. Nach dem Auflegen und Verbinden der nächsten Tafel lassen sich die Schrauben lösen und die ganze Einheit noch einmal exakt an der Traufschnur ausrichten – erst dann wird durchgeschraubt.
Unterkonstruktion eines Terrassendachs mit blau markierter Traufe und Ortgang im rechten Winkel zueinander
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Bleche verschrauben – auf dem Wellenberg mit Kalotte

Verschraubt wird ausschließlich mit Edelstahlschrauben und Dichtscheibe – die Verbindung ist dauerhaft der Witterung ausgesetzt. Aluminiumbleche dürfen nur mit A2-/A4-Edelstahlschrauben montiert werden. Für die Dachfläche empfiehlt Weckman beim Sinusprofil die Befestigung auf dem Wellenberg mit Kalotte und E16-Dichtscheibe:

  • Dachfläche: Schraube mit Kalotte auf dem Wellenberg an jedem Auflager – die Kalotte verteilt den Anpressdruck und verhindert das Eindellen der Welle. Die Tal-Verschraubung (E12-Dichtscheibe) ist beim Sinusprofil der Fassade vorbehalten.
  • Schraubenraster: Ohne Befestigungsmittelnachweis nennt Weckman als unverbindlichen Richtwert für geschlossene Normalgebäude mindestens eine Schraube je Wellenberg an jedem Auflager – und zwar in der Fläche und im gesamten Dachrandbereich. Verbindlich bleibt in jedem Fall die statische Berechnung.
  • Schraubenlänge: Bei Holzunterkonstruktionen bemisst sich die Länge nach Weckman aus Profilhöhe + 50 mm Einschraubtiefe – beim 18er-Sinusprofil mit Kalotte also mindestens 75 mm auf dem Wellenberg. Durchdrungene Schraubenspitzen an dünnen Latten dürfen nicht abgetrennt werden.
  • Drehmoment: Schraube im 90°-Winkel setzen, Dichtscheibe bündig anliegend – nicht gequetscht, nicht lose. Nie gegenläufig verschrauben, die Tafeln müssen spannungsfrei aufliegen.
Edelstahlschraube mit Kalotte auf dem Wellenberg eines Wellblechs

Wie die fertige Verschraubung aussehen muss und wie die Kalotte sitzt, zeigen die Kurzvideos unten.

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Längs- und Querstöße ausführen

Längsstöße (die seitliche Überlappung) hat jedes Wellblechdach, Querstöße (Stirn an Stirn) nur, wenn eine Tafel nicht von Traufe bis First reicht. Unsere Empfehlung aus der Praxis – und die des Herstellers: Bahnen in einem Stück auf Maß bestellen und den Querstoß ganz vermeiden. Wie Profilbleche generell überlappen, vertieft der Beitrag Wie werden Profilbleche überlappt?

  • Längsstoß: Die Bleche überlappen seitlich um eine Profilwelle, mit der Überlappung auf der wetterabgewandten Seite. Verbunden wird auf dem Wellenberg mit Edelstahl-Überlappungsschrauben im Abstand von 40–50 cm; alternativ ist Nieten zulässig. Bei Dachneigungen unter 10° gehört zusätzlich ein Dichtband in die Längsüberlappung.
  • Querstoß: Überdeckung je nach Neigung 100–200 mm – ab 7° sind es 200 mm, ab 12° reichen 150 mm, ab 20° genügen 100 mm. Bis Dachneigung gehört ein Dichtband in den Stoß. Bis 6 m Tafellänge wird auf einer Latte überlappt und mittig der Überlappung auf jedem Wellenberg in die Unterkonstruktion verschraubt.
  • Schiebestoß ab 6 m: Längere Tafeln dehnen sich unterschiedlich aus – deshalb wird der Querstoß hier als Schiebestoß ausgeführt: eine zweite Latte im Abstand von ca. 25 cm zur Überlappungslatte montieren und beide Tafeln oberhalb und unterhalb der Überlappung auf jedem Wellenberg verschrauben.
  • Reihenfolge bei Querstoß: Beim Sinusprofil wird immer erst eine durchgehende Reihe von der Traufe zum First verlegt, bevor die nächste Reihe an der Traufe beginnt – die Antikapillarrille lässt keine andere Reihenfolge zu.
Längs- und Querstoß zweier Wellbleche über der Pfette, auf den Wellenbergen mit Kalotten verschraubt
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Kantteile montieren: First, Ortgang, Traufe

Die Kantteile machen das Dach dicht und fertig. Für alle gilt dieselbe Grundregel: Überdeckung der Segmente untereinander 100–200 mm, im Überlappungsbereich nicht verschrauben (die Bleche müssen sich bei Temperaturwechsel bewegen können) und mittig zwei Butyl-Kittschnüre zur Abdichtung einlegen.

  • First: Vor der Montage Profilfüller in die Wellen einlegen – sie halten Treibregen, Schnee, Schmutz und Insekten draußen, brauchen dann aber zwingend Firstentlüfter für die Luftzirkulation. Das Firstblech wird auf jedem zweiten Wellenberg, versetzt zur gegenüberliegenden Dachseite, verschraubt (ca. 8 St./lfm); am Anfang und Ende der Firstreihe kommt zusätzlich direkt gegenüber eine Schraube.
  • Ortgang: Das Ortgangblech schließt den Giebel ab – befestigt wird Blech-auf-Blech auf dem Wellenberg und am Stirnbrett, mit ca. 6 Schrauben je laufendem Meter.
  • Traufe: Das Traufblech leitet Kondenswasser von der Unterspannbahn in die Dachrinne; das Profil selbst ragt 20–30 mm in die Rinne. Kehle: Kehlbleche von der Traufe nach oben decken, 20 cm untereinander überlappen, Profilfüller unterlegen und im Kehlbereich jedes Wellental verschrauben.
  • Schneefang: In schneereichen Lagen wird das Schneefangblech ca. 1 m oberhalb der Traufe direkt auf dem Profil montiert – die zurückgehaltene Schneelast muss in der Statik berücksichtigt sein.
  • Kehle: Bei einer Innenkehle wird ein Kehlblech untergelegt; die Bleche beider Dachflächen laufen mit Abstand darauf zu und werden entlang der Kehllinie nachgeschnitten. Formteile grundsätzlich Blech-auf-Blech verschrauben.
Firstblech auf einem anthrazitfarbenen Wellblechdach, darunter der Profilfüller in der Wellenkontur

Endkontrolle: Alle Späne und Verpackungsreste von der Fläche fegen, Überlappungen und Anschlüsse prüfen, Schutzfolienreste entfernen. Dann ist das Dach fertig.

Die Details im Video: Verschrauben, Kalotten, Profilfüller

Video: Profilblech richtig verschrauben
0:31

Richtig verschrauben

Der 30-Sekunden-Check: Schraube im rechten Winkel, Dichtscheibe bündig – weder gequetscht noch lose. So sieht die Verbindung aus, die 30 Jahre dicht bleibt.

Video: Kalotten richtig einsetzen
0:59

Kalotten einsetzen

Auf dem Wellenberg verteilt die Kalotte den Anpressdruck und dichtet die Welle ab – beim Wellblech-Dach die Standardbefestigung. Das Video zeigt, wie sie sitzen muss.

Video: Profilfüller richtig abdichten
1:48

Profilfüller abdichten

Die Schaumstoff-Formteile schließen die Wellen unter First, Kehlrinne und Wandanschluss – gegen Treibregen, Schnee und Insekten. So werden sie eingelegt.

Alle Video-Anleitungen zu Profilblechen

Sonderfall Kondenswasser: Wann Sie Antikondensvlies brauchen

In unbeheizten Gebäuden – Carports, Garagen, Lager- und Landwirtschaftshallen – kühlt das Blech nachts stärker aus als die Luft darunter. Wird der Taupunkt unterschritten, kondensiert Feuchtigkeit an der Blechunterseite und tropft ab. Die Lösung ist ein werkseitig aufgebrachtes Antikondensvlies: Es speichert das Kondensat in seinen Fasern und gibt es bei steigender Temperatur wieder an die Luft ab. Nebeneffekt: Es dämpft Regen- und Hagelgeräusche spürbar. Warum Kondenswasser überhaupt entsteht, erklärt der Beitrag Kondenswasser bei Profilblechen.

Vergleich der Blechunterseite mit und ohne Anti-Tropf-Vlies

Damit das Vlies funktioniert

  • Mindestens 10° Dachneigung: Weckman gibt für vliesbeschichtete Bleche eine Mindestdachneigung von 10° vor. Für flachere Dächer ist das Vlies damit keine Option.
  • Belüftung ist Pflicht: Ventilationsspalten an First und Traufe einplanen – ohne Luftzirkulation kann das gespeicherte Wasser nicht abtrocknen.
  • Kapillarwirkung an den Enden stoppen: An Tafelenden darf das Vlies kein Wasser aus der Überlappung ziehen. Das übernimmt das Werk – der zum Profil passende Vlies-Stop (Rückschnitt oder Verödung) steht in den technischen Details. Bei bauseitigen Querschnitten können Sie die Enden nachträglich per Heißluft oder Speziallack auf ca. 10–15 cm versiegeln.
  • Nicht über die Latten ziehen: Beim Verlegen darf die Beschichtung nicht über die Dachlatten geschleift werden und nicht mit anderen saugenden Bauteilen in Kontakt kommen – Weckman empfiehlt einen EPDM-Streifen als Trennlage auf der Holzlattung.

Vlies-Stop ist ab Werk gelöst

Die Enden des Vlieses werden werkseitig behandelt, damit sie kein Wasser aus den Überlappungen ziehen. Ob das per Rückschnitt oder Verödung geschieht, hängt vom jeweiligen Profil ab – die Angabe finden Sie in den technischen Details des Artikels unter „Vlies-Stop". Sie müssen dazu bei der Bestellung nichts extra angeben. Damit das Vlies dauerhaft funktioniert, zählt vor allem die Belüftung an First und Traufe.

Das passende Befestigungsmaterial & Zubehör

Damit das Dach dicht wird, gehört zum Blech das richtige Zubehör – aufeinander abgestimmt und in der passenden Menge. Den genauen Bedarf an Schrauben und Kalotten liefert Ihnen der Rechner oben. Hier finden Sie die passenden Artikel nach Kategorie:

Schrauben

Edelstahl für alle bewitterten Verbindungen, verzinkt für Fassade und Warmdach. Getrennt nach Holz- und Stahlunterkonstruktion – fürs Wellblech-Dach lang genug für den Wellenberg.

Schrauben ansehen

Kalotten

Für die Wellenberg-Befestigung des Wellblech-Dachs – als Druckverteiler und Abdichtung, passend zum Sinusprofil. Je Flächenschraube eine Kalotte.

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Dichtband & Profilfüller

Butyl-Dichtband für flache Längs- und Querstöße, Profilfüller für First, Kehlrinne und Wandanschluss – gegen Treibregen, Schnee und Insekten.

Dichtung ansehen

Kantteile

First-, Ortgang-, Trauf-, Wandanschluss- und Kehlbleche – der wetterdichte und saubere Abschluss des Dachs, farblich passend zum Blech.

Kantteile ansehen

Werkzeug & Reparaturfarbe

Knabber-Klinge für den Akkuschrauber und Reparaturfarbe für bauseitige Schnittkanten – damit der Korrosionsschutz auch nach dem Zuschnitt lückenlos bleibt.

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Alles aus einer Hand

Blech, Schrauben, Kalotten, Dichtung und Kantteile in einer Lieferung – auf Maß gefertigt und aufeinander abgestimmt. Sie geben die Maße, wir stellen das System zusammen.

Zu den Wellblechen

Die sechs häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden

Dachschraube ins Wellental gesetzt

Folge: Die Schraube sitzt genau im Wasserlauf – jede Verbindung wird zur potenziellen Leckstelle, besonders bei flacher Neigung.

Aufs Dach gehört die Schraube mit Kalotte auf den Wellenberg. Die Tal-Verschraubung ist der Fassade vorbehalten.

Stahlblech mit dem Trennschleifer geschnitten

Folge: Zinkschicht an der Kante verbrannt, Rost ab Tag eins – und Garantieverlust beim Hersteller.

Kaltschnitt mit Knabber, Schere oder Stichsäge. Nur Alu darf mit spezieller Trennscheibe geflext werden.

Mit der Gesamtbreite gerechnet

Folge: Eine Bahn fehlt – Nachbestellung, Wartezeit, mögliche Farbabweichung zwischen Chargen.

Dachbreite durch die Deckbreite (1064 mm) teilen und aufrunden – oder den Rechner nutzen.

Bohrspäne liegen gelassen

Folge: Flugrost-Punkte auf der Beschichtung, die aussehen wie Materialfehler – aber keine sind.

Nach jedem Bohren und Schneiden sofort mit dem weichen Besen abfegen.

Schrauben überdreht oder schief gesetzt

Folge: Gequetschte Dichtscheibe dichtet nicht mehr, eingedellte Wellen ohne Kalotte – jede Schraube wird zur Schwachstelle.

Drehmomentkupplung nutzen, im 90°-Winkel schrauben, Scheibe bündig – auf dem Wellenberg immer mit Kalotte.

Nass gestapelt gelagert

Folge: Feuchtigkeit zwischen den Tafeln löst eine chemische Reaktion aus – Korrosionsschäden, die nicht reklamierbar sind.

Trocken und überdacht auf Holzbalken in Schräglage lagern; ab 2 Wochen Lagerdauer die Tafeln einzeln belüftet aufstöckern.

Original-Montageanleitungen als PDF

Alle Werte auf dieser Seite stammen aus den Hersteller-Dokumenten. Wer tiefer einsteigen will – etwa in die Belastungstabellen des Sinusprofils, Kehlrinnen oder Schornsteineinfassungen – lädt sie hier direkt herunter:

Weckman Profilbleche

Montageanleitung und Belastungstabellen für alle Weckman-Profile inklusive Sinusprofil W-1/1064 – mit Stützweiten je Blechstärke, Feldanordnung und Durchbiegungsklassen.

PDF öffnen

Weckman Reinigung & Pflege

Das Handbuch für die Jahre danach: Reinigung, Instandhaltung und Ausbesserung der Beschichtung – damit die Garantie erhalten bleibt.

PDF öffnen

Alle Anleitungen – auch für Trapez- und Pfannenbleche – finden Sie gesammelt auf der Download-Seite für Profilbleche. Wellbleche für die Fassade von Polmetal folgen der Wand-Montage in der Weckman-Anleitung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Verlegen von Wellblechen

Welche Dachneigung braucht ein Wellblechdach?

Weckman verlangt mindestens 10° Dachneigung; darunter muss grundsätzlich ein wasserführendes Unterdach eingebaut werden. Die Überdeckungstabelle des Herstellers beginnt zwar bei 3° (Regeldachneigung 7°), diese Werte gelten aber nur für die Überlappungslängen – die Unterdach-Bedingung unterhalb von 10° bleibt bestehen. Bis 7° Neigung gehört zusätzlich ein Dichtband in jeden Querstoß, unter 10° auch in die Längsüberlappung.

Wo schraube ich Wellblech fest – Wellenberg oder Wellental?

Aufs Dach gehört die Schraube auf den Wellenberg – mit Kalotte und E16-Dichtscheibe. So sitzt sie außerhalb des Wasserlaufs, und die Kalotte verhindert das Eindellen der Welle. Die Verschraubung im Wellental ist beim Sinusprofil der Fassade vorbehalten – dort läuft kein Wasser, und die flache Verbindung trägt direkt auf der Unterkonstruktion.

Wie viele Schrauben brauche ich?

Weckman nennt als unverbindlichen Richtwert für geschlossene Normalgebäude mindestens eine Schraube je Wellenberg an jedem Auflager – in der Fläche ebenso wie im gesamten Dachrandbereich. Die Zahl hängt damit direkt vom Lattenabstand ab: Bei 14 Wellen je Bahn und 1 m Auflagerabstand sind das rund 14 Schrauben je Meter Bahnlänge. Dazu kommen die Überlappungsschrauben im Abstand von 40–50 cm entlang jedes Längsstoßes. Verbindlich ist immer der Befestigungsmittelnachweis der statischen Berechnung – der Rechner oben setzt diese Regel für Sie um.

Welche Schraubenlänge ist die richtige?

Bei Holzunterkonstruktionen bemisst sich die Schraubenlänge nach Weckman aus Profilhöhe plus 50 mm Einschraubtiefe. Beim 18er-Sinusprofil mit Kalotte auf dem Wellenberg sind das mindestens 75 mm; als Richtwert für den Durchmesser nennt Weckman 6,5 mm. Wichtig: Durchdringen die Schrauben eine dünne Latte, dürfen die hervorstehenden Spitzen nicht abgetrennt werden.

Wie viel müssen Wellbleche überlappen?

Seitlich überlappen Wellbleche um eine Profilwelle – die Differenz zwischen Gesamt- und Deckbreite. In Verlegerichtung (Querstoß) gilt nach Dachneigung: ab 7° sind es 200 mm, ab 12° reichen 150 mm, ab 20° genügen 100 mm. Bis 7° gehört ein Dichtband in den Querstoß, unter 10° auch in die Längsüberlappung. Mehr dazu im Beitrag Wie werden Profilbleche überlappt?

Rechne ich mit der Deckbreite oder der Gesamtbreite?

Immer mit der Deckbreite – beim 18/76-Sinusprofil sind das 1064 mm, beim Wandprofil PF25W 1080 mm. Sie ist die nutzbare Breite nach der seitlichen Überlappung um eine Welle und damit immer kleiner als die Gesamtbreite des Blechs. Wer mit der Gesamtbreite rechnet, dem fehlt am Ende eine Bahn. Der Rechner oben nimmt Ihnen das ab.

Darf ich Wellblech mit der Flex schneiden?

Nein – bei Stahl nicht. Trennschleifer erzeugen Hitze, die die Zinkschicht an der Schnittkante ausglühen lässt – der Korrosionsschutz ist dahin, und die Hersteller schließen Garantieansprüche aus. Richtig sind Handblechschere, Elektroblechschere, Stichsäge oder Blechknabber. Ausnahme Aluminium: Alu-Tafeln dürfen mit einer speziellen Trennscheibe geschnitten werden (der Elektroknabber ist für Alu dagegen ungeeignet).

Ist ein Wellblechdach begehbar?

Nur mit lastverteilenden Laufbohlen – und auch dann nur für die Montage. Ob ein Dach überhaupt begehbar ist, hängt von Profilart, Materialstärke und Spannweite ab; Weckman nennt außerdem Schuhwerk, Personengewicht und das Laufen im Pfettenbereich als Voraussetzungen. Für regelmäßige Wartungswege gibt es Dachtritte und Laufroste als Zubehör.

Wann brauche ich Wellblech mit Antikondensvlies?

Immer dann, wenn unter dem Blech keine Unterspannbahn und keine Dämmung liegt – typisch bei Carports, Garagen und unbeheizten Hallen. Das Vlies speichert Kondenswasser und verhindert das Abtropfen. Voraussetzung nach Weckman: mindestens 10° Dachneigung und eine funktionierende Belüftung an First und Traufe, damit das Vlies wieder abtrocknen kann. Über einem Dach mit fachgerechter Unterspannbahn bringt das Vlies dagegen keinen zusätzlichen Nutzen. Details im Abschnitt Kondenswasser.

Wellblech oder Trapezblech – was ist besser für mein Dach?

Die Montage ist nahezu identisch – der Unterschied liegt in Optik und Tragfähigkeit: Das runde Sinusprofil wirkt klassisch und ist der Favorit für Sanierungen im Bestand und ländliche Gebäude; das kantige Trapezprofil trägt bei gleicher Blechstärke mehr und erlaubt größere Stützweiten. Den ausführlichen Vergleich finden Sie im Beitrag Trapezbleche und Wellbleche – der Unterschied.

Bleche, Schrauben und Kantteile in einer Lieferung

Wellbleche zentimetergenau auf Maß – ideal in einem Stück von Traufe bis First, ohne Querstoß. Dazu die passenden Edelstahlschrauben, Kalotten, Profilfüller, Dichtbänder sowie First-, Ortgang- und Traufbleche. Sie geben uns die Maße – wir liefern das komplette System.

Unsere Wellbleche

Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2026
Technisch geprüft von: Grimberg GmbH (Kontakt)