in 6 Schritten
PVC oder Stahl, Kunststoff geklebt oder gesteckt – der komplette Ablauf mit den Original-Werten von Plastmo und Plastal.
Dachrinne montieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung für PVC- und Stahlrinnen
Diese Anleitung führt Sie durch die komplette Montage – von den Haltern über das Gefälle bis zum Fallrohr. Sie deckt die beiden Systeme ab, für die ausformulierte Hersteller-Montageanleitungen vorliegen: die PVC-Rinne von Plastmo und die Stahlrinne von Plastal. Für die Stahl- und Titanzinkrinnen von Niagara – halbrund wie als Kastenrinne – liegt die Original-Anleitung des Herstellers auf unserer Dachrinnen-Download-Seite. Der Ablauf ist ähnlich, aber an mehreren Stellen unterscheiden sich die Hersteller grundlegend – bei der Reihenfolge des Rinnenablaufs, bei der Art der Halter und bei der Frage, was geklebt wird und was nicht. Alle Werte stammen aus den Original-Montageanleitungen; wo sich die Angaben widersprechen, steht das ausdrücklich dabei.
Auf dieser Seite
„Die meisten undichten Dachrinnen sind nicht kaputt – sie wurden falsch geklebt. Beim Kunststoffsystem gehört Kleber an Verbinder, Winkel, Endstücke, den oberen Fallrohrbogen und den Fallrohrauslauf ganz unten. An den Rinnenablauf und an den Ausgleichsverbinder gehört er ausdrücklich nicht, denn genau dort soll sich die Rinne bewegen. Wer die zuklebt, hat im nächsten Sommer eine verzogene Rinne. Und der zweite Klassiker: Gefälle vergessen. Zwei Millimeter je Meter reichen, aber sie müssen da sein.“
PVC oder Stahl? Die Systeme im Video
Die Materialfrage in zweieinhalb Minuten
Bevor Sie mit der Montage anfangen, steht die Entscheidung: PVC oder Stahl. Das Video zeigt die Unterschiede in Verarbeitung, Optik und Haltbarkeit – und macht klar, warum sich die Montageschritte der beiden Systeme an einigen Stellen unterscheiden. Den ausführlichen Vergleich finden Sie weiter unten auf dieser Seite.
Werkzeug & Material: Das brauchen Sie
Werkzeug
- Maurerschnur und Wasserwaage – ohne gespannte Schnur wird das Gefälle nie gleichmäßig
- Feinzahnige Säge für Rinne und Fallrohr; bei Stahl zusätzlich eine Blechschere für den Feinschnitt
- Feile oder Entgrater – Schnittkanten werden immer entgratet, sonst beschädigen sie die Dichtung
- Lochsäge oder Stichsäge für die Ablauföffnung, wenn diese in die montierte Rinne gesägt wird
- Zange oder Schraubstock zum Biegen der Langrinnenhalter – Plastal schreibt ausdrücklich vor, nur bei Zimmertemperatur zu biegen
- Akkuschrauber für Halter, Schellen und Sockel
Material
- Dachrinne in 100 bis 190 mm – die Größe richtet sich nach der Dachfläche, PVC ist in 100, 125 und 150 mm gestuft, Stahl und Titanzink in 125, 150 und 190 mm
- Rinnenhalter: bei Plastmo Halter für Sparren oder Stirnbrett, bei Plastal Langrinnenhalter oder Konsolrinnenhalter – die beiden werden unterschiedlich ausgerichtet
- Verbinder, Außen- und Innenwinkel, Endstücke, Rinnenablauf passend zum System
- Fallrohr, Bögen, Rohrschellen und Sockel in 75 bis 150 mm, passend zur Rinnengröße
- Systemkleber – nur der zum System gehörende; Plastal gibt für seinen MS-Polymer-Kleber 12 Monate ab Herstellungsdatum an, luftdicht verpackt und trocken bei 5 bis 25 °C gelagert
- Ausgleichsverbinder bei langen Rinnenläufen – es gibt ihn in zwei Bauarten, mit und ohne Durchlauf
Halter, Rinnenlänge und Fallrohr berechnen
Die drei Größen, die Sie vor der Bestellung brauchen: Anzahl der Rinnenhalter (Abstand maximal 60 cm), die Rinnenlänge und die Zahl der Rohrschellen am Fallrohr. Der Rechner rechnet mit dem Halterabstand von 60 cm, den beide Hersteller vorgeben; der Schellenabstand ist unser Praxiswert:
Gerechnet mit einem Halterabstand von 60 cm plus einem Halter am Anfang. Bei hoher Schneelast den Abstand verringern. Der Schellenabstand von rund 2 m ist unser Praxiswert, mindestens aber zwei je Fallrohr – oben direkt unter dem Bogen und unten über dem Auslauf; Plastal nennt dafür zwei Halter je Meter Fallrohr.
Welche Rinnengröße zu Ihrer Dachfläche passt, zeigt die Dimensionierungshilfe auf der Dachrinnen-Informationsseite.
Rinnengröße nach Dachfläche
Diese Zuordnung stammt aus der Entwässerungstabelle von Plastmo und gilt für das PVC-System. Die Stahl- und Titanzinkrinnen sind anders gestuft – 125, 150 und 190 mm mit Fallrohren von 90 bis 150 mm; ein Fallrohr Ø 110 mm gibt es ausschließlich in PVC. Maßgeblich bleibt die Entwässerungsberechnung für Ihr Dach:
- Rinne 100 mm mit Fallrohr 75 mm – kleine Dächer wie Gartenhaus, Anbau, schmaler Carport
- Rinne 125 mm mit Fallrohr 90 mm – der Standard für Carport, Garage und normale Hausdächer
- Rinne 150 mm mit Fallrohr 110 mm – große Dachflächen und Hallen
Wann brauche ich einen Ausgleichsverbinder?
Plastmo nennt die Bedingung in zwei Dokumenten unterschiedlich. Das Beiblatt verlangt den Ausgleichsverbinder, wenn mehr als 18 m zwischen zwei Fallrohren liegen und der Ausgleichsstutzen keine ausreichende Ausdehnung gewährleistet – oder wenn zwischen zwei Rinnenwinkeln mehr als 8 m liegen. Die Montageanleitung desselben Herstellers nennt dafür 15 m zwischen den Auslaufstutzen bzw. 6 m zwischen zwei Dachecken. Wir richten uns nach den kleineren Werten.
In der Beratungspraxis nennen wir 10 bis 12 m als Faustregel, ab der man über einen Ausgleichsverbinder nachdenkt – das ist unsere Empfehlung, keine Herstellerangabe. Es gibt ihn in zwei Bauarten: ohne Durchlauf (trennt zwei Rinnenabschnitte) und mit Durchlauf. Beidseitig fixiert werden darf die Rinne laut Beiblatt höchstens 9 m links und rechts des Verbinders.
Dachrinne montieren in 6 Schritten
Planen: Rinnengröße, Fallrohrposition, Gefällerichtung
Bevor der erste Halter sitzt, sind drei Dinge festzulegen – Korrekturen kosten später Material:
- Rinnengröße nach Dachfläche: im PVC-System 100, 125 oder 150 mm mit Fallrohr 75, 90 oder 110 mm; in Stahl und Titanzink 125, 150 oder 190 mm mit Fallrohr 90 bis 150 mm. Die Zuordnung finden Sie im Abschnitt oben.
- Fallrohrposition festlegen: Sie bestimmt den tiefsten Punkt der Rinne. Bei zwei Fallrohren läuft das Gefälle von der Mitte nach beiden Seiten.
- Gefälle: 2 mm je Meter in Richtung Ablauf – so nennen es Plastmo („ca. 2 cm Gefälle auf 10 lfdm. Rinne“) und Plastal („ca. 2 mm/lfdm“) übereinstimmend. In der Praxis planen wir bis zu 3 mm je Meter ein, damit Toleranzen beim Ausrichten nicht zulasten des Gefälles gehen. Bei 8 m Trauflänge sind das 16 bis 24 mm Höhenunterschied zwischen erstem und letztem Halter.
- Ausgleichsverbinder einplanen, wenn zwischen zwei Fallrohren mehr als 18 m liegen und der Ausgleichsstutzen die Ausdehnung nicht aufnimmt – oder wenn zwischen zwei Rinnenwinkeln mehr als 8 m liegen. Die Plastmo-Montageanleitung nennt dafür abweichend 15 m bzw. 6 m; wir richten uns nach den kleineren Werten.
Rinnenhalter montieren – zwei Verfahren, je nach Halterart
Hier trennen sich die Wege, und zwar innerhalb desselben Systems: Plastal hat zwei Halterarten mit zwei unterschiedlichen Verfahren.
Langrinnenhalter
Das Gefälle entsteht durch Biegen der Halter: Alle Halter werden auf gleicher Höhe befestigt und dann unterschiedlich stark gebogen – mit Zange oder im Schraubstock, der Biegepunkt mindestens 10 mm vom Hinterhalter. Nur bei Zimmertemperatur biegen, das schreibt Plastal ausdrücklich vor.
Konsolrinnenhalter
Werden wie beim PVC-System an der Schnur positioniert – gespannt vom tiefsten Halter am Ablauf bis zur letzten Konsole am Winkel bzw. am höchsten Punkt. Nicht gebogen.
- Abstand maximal 60 cm – bei hoher Schneelast enger. Der erste und der letzte Halter sitzen nah an den Rinnenenden.
- Schnur spannen: vom höchsten zum tiefsten Punkt, mit dem eingeplanten Gefälle (Herstellervorgabe 2 mm je Meter, in der Praxis bis 3 mm). Alle Halter richten sich daran aus.
- Halter werden nie geklebt – sie werden geschraubt. Die Rinne muss sich in ihnen bewegen können.
Rinnenablauf setzen – die Reihenfolge ist herstellerabhängig
Es gibt keine allgemeingültige Reihenfolge – die beiden Hersteller machen es genau entgegengesetzt:
Plastmo (PVC)
Der Auslaufstutzen kommt als allererster Schritt – noch vor den Haltern. Die Rinne wird danach nach der Temperaturskala des Stutzens eingesetzt, ausdrücklich ohne Kleber.
Plastal (Stahl)
Die Ablaufmontage folgt nach dem Einhängen der Rinne – die Öffnung wird in die bereits montierte Rinne gesägt und der Ablauf von unten angeklemmt.
- Öffnung sauber ausschneiden und entgraten – scharfe Kanten beschädigen die Dichtung und stauen Laub.
- Der Rinnenablauf wird nicht geklebt – Plastmo verbietet Kleber an dieser Verbindung ausdrücklich, bei Plastal hält der Ablauf über seine Blechverlängerungen, die in die Rinne gebogen werden.
Rinne einhängen, verbinden und kleben
Jetzt kommt die Rinne in die Halter – und hier entscheidet sich die Dichtigkeit. Die Klebestreifen sind dabei genau vorgegeben:
- Rinnenverbinder: vier Klebestreifen von jeweils ca. 0,5 cm Breite, dazu die Stoßfuge füllen.
- Außen- und Innenwinkel: zwei Klebestreifen je Winkel, ebenfalls ca. 0,5 cm, plus Stoßfuge.
- Endstück: ein Klebestreifen, ca. 0,5 cm, plus Stoßfuge.
- Dehnungsabstand mindestens 2,5 cm zum Dachseitenbrett, zum Ortgang und zur Wand – die Rinne dehnt sich mit der Temperatur, und dieser Spalt ist ihr Bewegungsraum. Am Rinnenverbinder ist dagegen kein Spalt vorgesehen: Dort wird die Stoßfuge mit Kleber ausgefüllt, und das Verbindungsstück sitzt mindestens 10 cm vom nächsten Rinnenhalter entfernt.
- Kleber-Haltbarkeit beachten: Plastal nennt 12 Monate ab Herstellungsdatum bei luftdichter, trockener Lagerung zwischen 5 und 25 °C. Alter Kleber bindet nicht mehr zuverlässig ab.
Fallrohr montieren
Vom Auslaufstutzen bis zum Boden – mit einem Klebepunkt, der oft übersehen wird:
- Der obere Fallrohrbogen wird am Auslaufstutzen festgeklebt – dieser Klebepunkt fehlt in den meisten Aufzählungen, gehört aber dazu. Ebenso geklebt wird der Fallrohrauslauf am unteren Rohrende.
- Der obere Sockel sitzt direkt unter dem Bogen, und die Rohrschelle wird darum gespannt.
- Weitere Schellen im Abstand von rund 2 m – unser Praxiswert, Plastal nennt zwei Halter je Meter Fallrohr –, mindestens aber zwei je Fallrohr. Zwischen zwei Bögen sollten mindestens 60 cm senkrechtes Fallrohr liegen.
- Steckverbindungen am Fallrohr bleiben ungeklebt – ebenso die Rohrschellen. Das Rohr muss sich längs bewegen können.
Wasserprobe und Endkontrolle
Der letzte Schritt dauert zehn Minuten und erspart im Zweifel eine Demontage:
- Wasserprobe mit dem Gartenschlauch: am höchsten Punkt einlaufen lassen und beobachten, ob das Wasser vollständig zum Ablauf läuft. Stehendes Wasser heißt: Gefälle nachjustieren.
- Alle Klebestellen kontrollieren – Verbinder, Winkel, Endstücke, den oberen Fallrohrbogen und den Fallrohrauslauf.
- Dehnungsabstände prüfen: Bleiben zum Dachseitenbrett, zum Ortgang und zur Wand überall mindestens 2,5 cm frei?
- Rinne ausräumen: Sägespäne und Montagereste entfernen – sie landen sonst als Erstes im Fallrohr.
PVC oder Stahl: die Systeme im Vergleich
Plastmo – PVC
- Leicht, korrosionsfrei, einfach zu sägen – auch für Ungeübte gut zu montieren
- Auslaufstutzen zuerst, dann Halter, dann Rinne – die Rinne wird nach der Temperaturskala des Stutzens eingesetzt und dort nicht geklebt
- Auf Gummidichtungen kann laut Hersteller verzichtet werden – im Programm gibt es dennoch einen Rinnenverbinder mit Gummidichtung (Produktübersicht Nr. 10)
- Klebestreifen genau definiert: vier am Verbinder, zwei am Winkel, einer am Endstück
Plastal – Stahl
- Stabiler und formstabiler, mit Beschichtung aus modifiziertem Polyamid auf Polyurethanbasis, frei von schädlichen chemischen Substanzen
- Zwei Halterarten: Langrinnenhalter (gebogen) und Konsolrinnenhalter (an der Schnur positioniert)
- Ablaufmontage nach dem Einhängen – die Öffnung wird in die montierte Rinne gesägt, der Ablauf von unten angeklemmt
- Optisch näher am klassischen Zinkdach, in mehreren Farben erhältlich
Was geklebt wird – und was nicht
Die häufigste Ursache für undichte oder verzogene Rinnen ist eine falsche Klebestelle. Deshalb hier beide Listen vollständig:
Wird geklebt
- Rinnenverbinder – vier Klebestreifen à ca. 0,5 cm plus Stoßfuge
- Außen- und Innenwinkel – zwei Klebestreifen plus Stoßfuge
- Endstücke – ein Klebestreifen plus Stoßfuge
- Fallrohrauslauf am unteren Ende des Fallrohrs
- Oberer Fallrohrbogen am Auslaufstutzen – der am häufigsten vergessene Punkt
Wird nicht geklebt
- Rinnenablauf (Auslaufstutzen) – Plastmo verbietet Kleber dort ausdrücklich, Plastal klemmt den Ablauf an
- Ausgleichsverbinder – er ist der Dehnungspunkt der Rinne (siehe Hinweis in Schritt 4)
- Rohrschellen am Fallrohr
- Steckverbindungen am Fallrohr
- Rinnenhalter – sie werden geschraubt, die Rinne liegt beweglich darin
Rinnen, Fallrohre & Zubehör
Alles, was zur kompletten Dachentwässerung gehört – die Mengen liefert Ihnen der Rechner oben:
Dachrinnen & Einzelteile
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Fallrohre in 75 bis 150 mm, dazu Bögen, Rohrschellen und Sockel – passend zur gewählten Rinnengröße. Ø 110 mm gibt es ausschließlich in PVC.
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Der zum System gehörende Kleber – Plastal gibt 12 Monate ab Herstellungsdatum an, also lieber frisch mitbestellen.
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Jetzt zusammenstellenDie sechs häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Kein Gefälle eingeplant
Folge: Wasser bleibt in der Rinne stehen, Laub setzt sich fest, im Winter friert die stehende Nässe.
2 mm je Meter in Richtung Ablauf fordern beide Hersteller, in der Praxis planen wir bis zu 3 mm – mit gespannter Schnur einmessen, nicht nach Augenmaß.
Ausgleichsverbinder festgeklebt
Folge: Der Dehnungspunkt ist blockiert – die Rinne verzieht sich oder reißt an anderer Stelle auf.
Ausgleichsverbinder nie kleben. Die ACHTUNG-Zeile im Beiblatt meint die Rinnenendstücke, nicht das Bauteil.
Oberen Fallrohrbogen nicht geklebt
Folge: Der Bogen rutscht mit der Zeit vom Auslaufstutzen – das Wasser läuft an der Wand herunter.
Der obere Bogen gehört zu den fünf Klebepunkten – er wird am Auslaufstutzen festgeklebt.
Halterabstand zu groß
Folge: Die Rinne hängt zwischen den Haltern durch – spätestens die erste Schneelast verformt sie dauerhaft.
Maximal 60 cm, bei hoher Schneelast enger. Erster und letzter Halter nah an den Rinnenenden.
Dehnungsabstand vergessen
Folge: Die Rinne stößt im Sommer am Dachseitenbrett oder an der Wand an, wölbt sich und springt aus den Haltern.
Zu Dachseitenbrett, Ortgang und Wand mindestens 2,5 cm Abstand lassen – das ist Herstellerwortlaut, keine Empfehlung.
Verfahren der Halterarten vertauscht
Folge: Konsolrinnenhalter lassen sich nicht sinnvoll biegen – wer es versucht, beschädigt Halter und Beschichtung. Und wer Langrinnenhalter erwärmt statt sie bei Zimmertemperatur zu biegen, arbeitet gegen die Herstellervorgabe.
Langrinnenhalter werden gebogen, Konsolrinnenhalter an der Schnur positioniert – beide Verfahren stehen in Schritt 2.
Original-Montageanleitungen als PDF
Alle Werte auf dieser Seite stammen aus diesen Dokumenten. Verbindlich für Ihr Projekt ist die Anleitung zu Ihrem System:
Plastmo – Montageanleitung PVC
Der komplette Ablauf des Kunststoffsystems: Auslaufstutzen zuerst, Halterabstände, Klebestreifen je Bauteil und die Montage des Fallrohrs.
PDF öffnenPlastmo – Beiblatt Ausgleichsverbinder
Die beiden Bauarten mit und ohne Durchlauf, die 18-m-Bedingung und die Einbauhinweise – inklusive der missverständlichen Klebe-Zeile, die wir oben einordnen.
PDF öffnenPlastal – Montageanleitung Stahl
Das Stahlsystem: Langrinnen- und Konsolrinnenhalter mit ihren zwei Verfahren, Ablaufmontage nach dem Einhängen und die Angaben zur Beschichtung.
PDF öffnenDie Original-Anleitung für die Niagara-Kastenrinne liegt auf unserer Dachrinnen-Download-Seite; alle weiteren Anleitungen – auch für Profilbleche, Lichtplatten und Dachfolien – finden Sie auf der Download-Übersicht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Dachrinnen-Montage
2 mm je Meter in Richtung Ablauf – so steht es bei Plastmo („ca. 2 cm Gefälle auf 10 lfdm. Rinne“) wie bei Plastal („ca. 2 mm/lfdm“). In der Praxis planen wir bis zu 3 mm je Meter ein; bei 8 m Trauflänge sind das 16 bis 24 mm Höhenunterschied zwischen dem höchsten und dem tiefsten Halter. Eingemessen wird mit einer gespannten Schnur, nicht nach Augenmaß – ohne Gefälle steht das Wasser in der Rinne, Laub setzt sich fest und im Winter friert die stehende Nässe.
Maximal 60 cm – bei hoher Schneelast entsprechend enger. Der erste und der letzte Halter sitzen nah an den Rinnenenden. Die genaue Stückzahl für Ihre Trauflänge liefert der Rechner auf dieser Seite.
Geklebt werden: Rinnenverbinder, Außen- und Innenwinkel, Endstücke, der obere Fallrohrbogen am Auslaufstutzen und der Fallrohrauslauf am unteren Rohrende. Nicht geklebt werden: der Rinnenablauf selbst, der Ausgleichsverbinder, die Rohrschellen, die Steckverbindungen am Fallrohr und die Rinnenhalter. Die vollständigen Listen stehen im Abschnitt Was geklebt wird – und was nicht.
Plastmo nennt drei verschiedene Mengen, alle mit einer Breite von ca. 0,5 cm: vier Streifen auf den Rinnenverbinder, zwei auf Außen- und Innenwinkel, einen auf das Endstück – und jeweils zusätzlich die Stoßfuge füllen.
Nein. Die Formulierung im Beiblatt führt allerdings leicht in die Irre: Dort steht „ACHTUNG! Beide Rinnenenden im Ausgleichverbinder festkleben“. Gemeint sind die Rinnenendstücke an den beiden Rinnen – Schritt 1 desselben Blatts schreibt genau das, und die englische Fassung ebenso. Das Bauteil selbst bleibt ungeklebt; die Plastmo-Montageanleitung sagt ausdrücklich: „Für die Montage des Ausgleichsverbinders keinen Kleber verwenden!“ Wer die Zeile auf den Verbinder bezieht, klebt genau den Punkt zu, der die Ausdehnung aufnehmen soll.
Das Plastmo-Beiblatt nennt zwei Fälle: mehr als 18 m zwischen zwei Fallrohren und ein Ausgleichsstutzen, der keine ausreichende Ausdehnung gewährleistet – oder mehr als 8 m zwischen zwei Rinnenwinkeln. Die Plastmo-Montageanleitung nennt für dieselbe Frage 15 m zwischen den Auslaufstutzen bzw. 6 m zwischen zwei Dachecken; wir richten uns nach den kleineren Werten. In der Beratungspraxis nennen wir 10 bis 12 m als Faustregel, ab der man darüber nachdenken sollte – das ist unsere Empfehlung, keine Herstellerangabe. Den Verbinder gibt es in zwei Bauarten, mit und ohne Durchlauf.
Das hängt von der Halterart ab: Langrinnenhalter werden auf gleicher Höhe befestigt und dann unterschiedlich stark gebogen – mit Zange oder im Schraubstock, Biegepunkt mindestens 10 mm vom Hinterhalter und ausdrücklich nur bei Zimmertemperatur. Konsolrinnenhalter werden dagegen an der Schnur positioniert – gespannt vom tiefsten Halter am Ablauf bis zur letzten Konsole am Winkel bzw. am höchsten Punkt. Beim PVC-System läuft es ebenfalls über die Schnur.
Das ist herstellerabhängig – es gibt keine allgemeine Regel. Plastmo baut den Auslaufstutzen als allerersten Schritt ein, noch vor den Haltern. Plastal führt die Ablaufmontage erst nach dem Einhängen der Rinne auf, weil die Öffnung in die bereits montierte Rinne gesägt und der Ablauf von unten angeklemmt wird. Geklebt wird der Ablauf in keinem der beiden Systeme. Richten Sie sich nach der Anleitung zu Ihrem System.
Als Orientierung: Rinne 100 mm mit Fallrohr 75 mm für kleine Dächer wie Gartenhaus oder schmalen Anbau, 125 mm mit 90 mm als Standard für Carport, Garage und normale Hausdächer, 150 mm mit 110 mm für große Flächen und Hallen. Diese Stufung gehört zum PVC-System; Stahl- und Titanzinkrinnen laufen mit 125, 150 und 190 mm und Fallrohren von 90 bis 150 mm. Maßgeblich ist die Entwässerungsberechnung für Ihre konkrete Dachfläche – die Dimensionierungshilfe hilft bei der Zuordnung.
Mindestens 2,5 cm zum Dachseitenbrett, zum Ortgang und zur Wand – so steht es bei Plastmo, in der Montageanleitung wie im Beiblatt zum Ausgleichsverbinder. Die Rinne dehnt sich mit der Temperatur, und dieser Spalt ist ihr Bewegungsraum. Wird er zu klein bemessen, stößt die Rinne im Sommer an, wölbt sich auf und kann aus den Haltern springen. Am Rinnenverbinder ist dagegen kein Spalt vorgesehen: Dort wird die Stoßfuge mit Kleber ausgefüllt, und das Verbindungsstück sitzt mindestens 10 cm vom nächsten Rinnenhalter entfernt.
12 Monate ab Herstellungsdatum – so gibt es Plastal für seinen MS-Polymer-Kleber an, bei luftdichter, trockener Lagerung zwischen 5 und 25 °C. Bestellen Sie den Kleber deshalb passend zur Montage mit – angebrochene oder überlagerte Gebinde binden nicht mehr zuverlässig ab, und die Klebestellen sind genau die Punkte, an denen die Rinne dicht sein muss.
Mit einer Wasserprobe: Lassen Sie am höchsten Punkt Wasser aus dem Gartenschlauch einlaufen und beobachten Sie, ob es vollständig zum Ablauf läuft. Bleibt Wasser stehen, stimmt das Gefälle nicht. Prüfen Sie außerdem alle Klebestellen und die Abstände zu Dachseitenbrett, Ortgang und Wand – und räumen Sie Sägespäne und Montagereste aus der Rinne, bevor sie im Fallrohr landen.
Rinne, Fallrohr und Zubehör in einer Lieferung
Dachrinnen in PVC, Stahl und Titanzink, halbrund oder als Kastenrinne, in 100 bis 190 mm – dazu Halter, Verbinder, Winkel, Endstücke, Rinnenabläufe, Fallrohre und Systemkleber. Als Einzelteile oder fertig geschnürtes Sparpaket für Ihre Trauflänge.
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Letzte Aktualisierung: 19. August 2026
Technisch geprüft von: Maurice Grimberg, Geschäftsführer (Kontakt)