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Komplettes Rinnensystem zum Stecken – Rinne, Halter, Fallrohr und Bögen einzeln oder als fertig zusammengestelltes Sparpaket.
Dachrinne & Regenrinne: Material, Größen, Hersteller & Befestigung
Eine professionelle Dachentwässerung schützt Mauerwerk, Fassade und Fundament dauerhaft vor Feuchtigkeitsschäden. Ob Sie eine Dachrinne kaufen oder eine bestehende Regenrinne sanieren möchten – auf dieser Seite finden Sie alle technischen Grundlagen zu Material, Nennweiten, Form, Befestigung und Montage. Technische Fachbegriffe von A bis Z erklären wir Ihnen zusätzlich im Fachglossar.
- Nennweiten: Standardgrößen NW 100, NW 125 und NW 150 – dazu NW 190 für große Hallen.
- Material & Hersteller: PVC (Plastmo), verzinkter und farbbeschichteter Stahl sowie Titanzink (Niagara), weitere Stahl-Größen von Plastal – mit 10 oder 15 Jahren Garantie.
- Form: Klassisch halbrund oder modern eckig (Kastenrinne 125/80).
- Montage: Stecksystem (PVC, Stahl) oder Klemmsystem (Titanzink) – komplett ohne Löten. Einzelne Bauteile werden dabei verklebt; Schritt für Schritt in unserer Anleitung „Dachrinne montieren“.
Direkt zur Auswahl: Dachrinnen-Sparpakete für Standard-Dächer oder Einzelteile für Reparatur und individuelle Planung.
„Die meisten Probleme an Dachrinnen kommen nicht vom Material, sondern vom zu großen Halterabstand. Der Hersteller lässt maximal 60 cm zu, in den Schneelastzonen 2 und 3 gehe ich eher auf 50 cm. Wer hier 5 € pro Halter sparen will, riskiert eine durchhängende Rinne nach dem ersten Wintersturm.“
Wo werden Dachrinnen eingesetzt?
Dachrinnen sind unverzichtbar überall dort, wo Regenwasser kontrolliert abgeführt werden muss – sie schützen Fassade, Sockel und Fundament vor Feuchtigkeitsschäden:
- Wohngebäude: Standard-Entwässerung für Sattel- und Pultdächer – meist NW 125 oder NW 150.
- Carport, Garage & Gartenhaus: Kleinere Dachflächen – meist reicht NW 100.
- Nachrüstung & Reparatur: Austausch undichter Bestandsrinnen ohne Demontage des Daches – siehe Bauprojekt Dachrinne nachrüsten.
- Halle & Gewerbebau: Große Dachflächen mit NW 150 oder größer und mehreren Fallrohren.
- Regenwassernutzung: Mit Regenwasserfänger ans Regentonnen- oder Zisternensystem anschließen.
Welche Dachrinnen-Größe brauche ich? Die Nennweiten im Überblick
Die Nennweite (NW) bezeichnet den Innendurchmesser der Rinne in Millimetern. Sie wird nach der zu entwässernden Dachgrundfläche ausgewählt – also der waagrechten Projektion der Dachfläche, nicht der schrägen Eindeckfläche. Als Faustformel gilt:
NW 100 (Standard klein)
- Dachfläche: bis ca. 50 m².
- Fallrohr: Ø 75 mm (100/75).
- Material: PVC (Plastmo).
- Typisch für: Carport, Doppelgarage, Gartenhaus, kleine Anbauten.
NW 125 (Standard groß)
- Dachfläche: 50 – 100 m².
- Fallrohr: Ø 80 / 90 / 100 mm.
- Material: PVC, Stahl (halbrund + Kastenrinne 125/80), Titanzink (alles aus dem DWZ-Sortiment lieferbar).
- Typisch für: Klassische Wohnhäuser – die meistverkaufte Größe.
NW 150 (groß)
- Dachfläche: 100 – 200 m² je Fallrohr.
- Fallrohr: Ø 100 / 110 mm.
- Material: PVC (150/110), Stahl (150/100, 150/110).
- Typisch für: Große Wohnhäuser, Mehrfamilienhäuser, Gewerbedächer. Über 200 m² planen Sie NW 150 mit zwei Fallrohren.
NW 190 (Sondergröße)
- Dachfläche: sehr große Hallen- und Gewerbedächer.
- Fallrohr: Stahl-Fallrohrteile bis Ø 150 mm.
- Material: verzinkter Stahl (Niagara) – Rinne, Universal Rinnenhalter und Endstück in 190 mm.
- Typisch für: Hallen, Stallungen und lange Traufen im Gewerbebau.
Eine exakte Berechnung mit Niederschlagszone, Dachneigung und Anzahl Fallrohre finden Sie im Blog: Regenrinne dimensionieren – wie viel Dachfläche pro Rinne.
Material im Vergleich: PVC, Stahl oder Titanzink?
Die Materialwahl entscheidet über Lebensdauer, Gewicht, Optik und Preis Ihrer Dachentwässerung. Innerhalb eines Systems sollten Sie nie mischen – sonst drohen Kontaktkorrosion und Undichtigkeiten an den Verbindungen.
| Eigenschaft | PVC (Kunststoff) | Stahl | Titanzink |
|---|---|---|---|
| Hersteller (DWZ) | Plastmo | Plastal, Niagara | Niagara |
| Garantie | 10 Jahre | 10 (Plastal) / 15 (Niagara) Jahre | 15 Jahre |
| Lebensdauer | 15 – 25 Jahre | 25 – 40 Jahre | 40 – 50+ Jahre |
| Korrosionsschutz | Korrosionsfrei (kein Metall) | Verzinkt oder verzinkt + 50 µm Polyurethan | Selbstheilende Patina |
| Gewicht | Sehr leicht | Mittel bis schwer | Mittel |
| Verfügbare Formen | Halbrund | Halbrund + Kastenrinne 125/80 | Halbrund |
| Farben | Weiß, Grau, Graphit, Braun | RAL-Vielfalt (Anthrazit, Tiefschwarz, Braun, Graphit u. a.) | Titanzink natur – bildet mit der Zeit Patina |
| Montage | Stecksystem mit Gummidichtung, definierte Bauteile geklebt | Stecksystem, definierte Bauteile geklebt | Klemmsystem (kein Löten!) |
| Preis-Tendenz | € Niedrig | €€ Mittel | €€€ Hoch |
| Die Wahl für | Gartenhaus, Carport, Anbau, DIY | Einfamilienhaus, Garage, Gewerbe | Wohnhaus (Premium), Denkmalschutz |
Ausführlich abgewogen finden Sie die drei Materialien im Langzeit-Check Dachrinne aus Titanzink, Stahl oder PVC – das hält am längsten.
Form der Dachrinne: Halbrund oder eckig (Kastenrinne)?
Neben dem Material entscheiden Sie sich zwischen zwei Profilformen, die bei gleicher Nennweite eine ähnliche Abflussleistung bieten, aber die Optik des Gebäudes komplett anders prägen:
- Halbrund (klassisch): Der jahrzehntelange Standard – verfügbar in allen Materialien und Nennweiten. Pflegeleicht, gute Selbstreinigung durch glatte Form, harmonisch zu traditioneller Architektur (Satteldach, Walmdach).
- Eckig / Kastenrinne (modern): Kantige Außenkontur, abgesetzte Kante zur Fassade. Im DWZ-Sortiment nur als Niagara-Stahl 125/80 mit Polyurethan-Beschichtung. Markante Optik für kubische Bauformen, Bauhaus-Stil oder Industrie-Look.
Wichtig: Die Form lässt sich nicht im laufenden System mischen. Die eckigen Sparpakete enthalten Kastenrinne, Kastenfallrohr und passende Kasten-Bögen – alles im einheitlichen Profil.
Unterkonstruktion & Befestigung: Rinnenhalter richtig wählen
Die Lebensdauer einer Dachrinne hängt entscheidend von der korrekten Halterwahl und Befestigung ab. Welcher Rinnenhalter passt, bestimmen vor allem die zugängliche Bauteilfläche an der Traufe und ob bereits eine Dacheindeckung vorhanden ist:
- Universal Rinnenhalter (Feder/Feder): Wird direkt auf den Sparren oder die Konterlattung geschraubt – die klassische Lösung beim Neubau, bevor die Dachhaut verlegt ist.
- Konsolrinnenhalter: Wird an die Traufbohle oder das Stirnbrett verschraubt – die Lösung bei Sanierung, wenn das Dach bereits gedeckt ist und der Sparrenkopf nicht mehr zugänglich.
- Halterabstand: Maximal 60 cm – in Schneelastzonen, an Stößen und bei langen Spannweiten enger setzen.
- Gefälle: 2–3 mm pro laufendem Meter Richtung Fallrohr einplanen – sonst staut sich Wasser bei Starkregen und friert im Winter ein.
- Dehnungsabstand: Mindestens 2,5 cm Abstand zu Wand, Ortgang und Dachseitenbrett lassen, damit sich die Rinne bei Temperaturwechseln bewegen kann.
- Flachdach & Attika: An Flachdächern wird die Rinne an die Attika oder Stirnbohle angeschlossen, häufig mit Stirnbretthaltern. Ein Einlaufblech (Traufenblech) leitet das Wasser sauber in die Rinne.
Die genauen Maße der Rinnenhalter finden Sie in unseren Datenblättern. Eine bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung steht in unserer Anleitung „Dachrinne montieren“.
Wie wird eine Dachrinne montiert?
Die Montage einer Dachrinne oder Regenrinne ist mit unseren Sparpaketen auch für Heimwerker gut machbar. Entscheidend sind drei Punkte – Halter, Gefälle und Verbindung:
- Rinnenhalter setzen: Halter im Abstand von maximal 60 cm am Sparren, der Konterlattung oder am Stirnbrett befestigen. Erst den höchsten und niedrigsten Halter setzen, dann eine Schnur spannen – so ergibt sich das exakte Gefälle von 2–3 mm pro Meter.
- Rinne einhängen: Die Rinnenstücke in die Halter einklipsen und Stöße mit Rinnenverbindern schließen – gelötet wird nicht. Wichtig: Bestimmte Bauteile werden zusätzlich verklebt, andere bleiben bewusst ungeklebt, damit sich die Rinne dehnen kann. Welche das je System sind, steht in der Anleitung „Dachrinne montieren“.
- Fallrohr montieren: Ablaufstutzen ausschneiden bzw. einsetzen, dann Fallrohrbögen und Fallrohr mit Schellen an die Wand schrauben. Der obere Bogen wird am Auslaufstutzen verklebt; die Schellen sitzen im Abstand von rund 2 m, mindestens zwei je Fallrohr – eine direkt unter dem oberen Bogen, eine über dem Auslauf.
- Wassertest: Mit dem Gartenschlauch eine Probe-Spülung machen. Wenn das Wasser an einer Stelle stehen bleibt, das Gefälle nachjustieren.
Technische Dokumentation & Planung
Für eine fehlerfreie Planung Ihrer Dachentwässerung stellen wir Ihnen alle Unterlagen zur Verfügung:
- Datenblätter: Maße, Garantien und Ablaufleistungen je Hersteller finden Sie in unseren technischen Datenblättern.
- Online-Anleitung: Unsere Anleitung Dachrinne montieren führt Sie mit Bildern Schritt für Schritt durch die Montage – inklusive Bedarfsrechner.
- Hersteller-PDFs: Die originalen Montageanleitungen von Plastmo, Plastal und Niagara zum Download.
- Ratgeber: Materialwahl, Pflege und häufige Planungsfehler im Dachrinnen-Ratgeber.
- Dimensionierung: Schritt-für-Schritt Berechnung mit Niederschlagszone im Blog: Regenrinne dimensionieren.
- Video-Ratgeber: Praxistipps und Erklärvideos zu allen Produkten in unserer Video-Galerie.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Dachrinnen
Die Größe richtet sich nach der Dachgrundfläche (waagrechte Projektion): bis 50 m² NW 100, 50 bis 100 m² NW 125, 100 bis 200 m² NW 150, darüber NW 150 mit zwei Fallrohren. Eine genaue Berechnung mit Niederschlagszone finden Sie im Blog Regenrinne dimensionieren oder in unseren Datenblättern.
Titanzink ist Spitzenreiter mit 40–50+ Jahren Lebensdauer durch die schützende Patina. Farbbeschichteter Stahl (Niagara, 50 µm Polyurethan) hält 25–40 Jahre, PVC 15–25 Jahre. Den ausführlichen Langzeitvergleich finden Sie im Blog: Dachrinne aus Titanzink, Stahl oder PVC – das hält am längsten.
Nein. Unsere Titanzink-Sparpakete (Niagara) nutzen ein modernes Klemm-/Steckverbinder-System mit Gummidichtung. Ein Gasbrenner oder Lötzinn sind nicht mehr notwendig – die Montage gelingt damit auch ohne Klempner-Erfahrung.
Beides. Die Rinne wird gesteckt bzw. eingeklipst, aber fünf Stellen werden zusätzlich verklebt – bei den PVC- und Stahlsystemen Rinnenverbinder, Außen- und Innenwinkel, Endstücke, Auslaufstutzen und der obere Fallrohrbogen. Ungeklebt bleiben Ausgleichsverbinder, Rohrschellen, Steckverbindungen am Fallrohr und die Rinnenhalter – dort muss sich das System bewegen können. Welches Bauteil in welchem System geklebt wird, steht in unserer Anleitung „Dachrinne montieren“ und in den Hersteller-Anleitungen.
Die Kastenrinne wird primär bei moderner, kubischer Architektur (Bauhaus-Stil, Flachdach-Anbauten, Industrie-Look) eingesetzt. Die Abflussleistung ist bei gleicher Nenngröße mit der halbrunden Form vergleichbar. Im DWZ-Sortiment führen wir die Kastenrinne nur als Niagara-Stahl 125/80.
Setzen Sie einen Rinnenhalter alle 60 cm oder enger – das sind rund 1,7 Halter pro Meter. An Stößen, Ecken, in Schneelastzonen und bei langen Spannweiten lieber enger setzen. In den Sparpaketen ist die korrekte Halteranzahl bereits eingerechnet.
Am Flachdach läuft das Wasser über eine Attika oder einen Dachrand. Die Rinne wird hier mit Stirnbretthaltern oder Konsolrinnenhaltern an die Stirnbohle/Attikaabdeckung montiert. Wichtig ist ein Einlaufblech (Traufenblech), das von der Dachhaut sauber in die Rinne überleitet – ohne dieses Blech läuft das Wasser hinter die Rinne.
Die Teiligkeit ist eine alte Klempner-Bezeichnung für die Breite der Blechtafel vor dem Rollformen. Eine 6-teilige Rinne entspricht ungefähr NW 125, eine 7-teilige NW 150. In unserem Online-Shop wählen Sie direkt über die Nenngröße in mm – die Teiligkeit ist nur eine historische Branchenbezeichnung.
Nein, bleiben Sie innerhalb eines Systems beim gleichen Material und Hersteller (Plastmo, Plastal oder Niagara). Auch bei identischer Nenngröße haben die Marken unterschiedliche Dichtungsgeometrien und Toleranzen. Material-Mix führt zusätzlich zu Kontaktkorrosion – z. B. zwischen Zink und Kupfer.
Ca. 2–3 mm pro laufendem Meter in Richtung Fallrohr. Bei langen Strecken über 12 m sollten Sie zwei Fallrohre einplanen, um das Gefälle handhabbar zu halten. Zu geringes Gefälle führt zu Pfützen und Frostschäden, zu hohes Gefälle ist optisch unschön und kann das Wasser über den Rand schießen lassen.
Viele weitere Antworten finden Sie auf der FAQ-Seite für Dachrinnen, in unserem Fachglossar oder im Bereich Dachrinnen-Blog.
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Sie wissen jetzt, welche Nennweite, welches Material und welche Form zu Ihrem Projekt passen. Direkt zur Auswahl: vorkonfigurierte Dachrinnen-Sparpakete für Standard-Dächer von 3 bis 10 Meter oder Einzelteile für Reparatur und individuelle Dachformen. Beim Nachrüsten an Gartenhaus, Carport oder Schuppen hilft unsere Projektseite Dachrinne nachrüsten.
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Letzte Aktualisierung: 13. August 2026
Technisch geprüft von: Maurice Grimberg, Geschäftsführer (Kontakt)








