Handwerker setzt eine HPL-Schichtstoffplatte mit sichtbarer Fuge auf eine hinterlüftete Unterkonstruktion
Montageanleitung
HPL-Platten verlegen
in 6 Schritten

Zuschnitt, Gleit- und Festpunkte, Dehnungsfugen – die Verarbeitung von HPL-Schichtstoffplatten nach den Original-Werten von Scobalit.

Stoßfuge mindestens 8 mm Genau ein Festpunkt je Platte Immer hinterlüftet

HPL-Platten verlegen: Zuschnitt, Befestigungspunkte und Dehnungsfugen

HPL-Schichtstoffplatten sind kein Blech und kein Kunststoff-Wellprofil – sie arbeiten mit der Luftfeuchtigkeit: Sie quellen bei Feuchtigkeitsaufnahme und schwinden, wenn sie trocknen. Die gesamte Montagelogik folgt daraus: ein einziger Festpunkt je Platte, alle übrigen Befestigungen als Gleitpunkte, Stoßfugen von mindestens 8 mm und eine durchgehende Hinterlüftung. Diese Seite führt durch die Verarbeitung der Platte selbst. Wie der Fassadenaufbau und die Unterkonstruktion darunter geplant werden, vertieft der Beitrag HPL-Platten richtig montieren: Fassade und Aufbau. Alle Werte stammen aus der Original-Verlegeanleitung von Scobalit.

Länge ÷ 500
Faustregel fürs Dehnungsspiel – je Plattenkante gerechnet
min. 8 mm
Stoßfuge zwischen zwei Platten – bei Fugenprofilen zusätzlich die Stegdicke
1 Festpunkt
Je Platte genau einer – alle anderen Befestigungen sind Gleitpunkte
+ 3 mm
Bohrung am Gleitpunkt gegenüber dem Schraubendurchmesser
Maurice Grimberg – Geschäftsführer
Maurice Grimberg
Geschäftsführer
"Bei HPL sehen wir immer denselben Schaden: Die Platte wurde an allen Punkten fest verschraubt, weil es stabiler wirkt. Genau das bringt sie zum Reißen. HPL quillt und schwindet mit der Luftfeuchte – jede Platte braucht genau einen Festpunkt, alles andere sind Gleitpunkte mit drei Millimetern Luft im Bohrloch. Und die Fuge zum Nachbarn wird nicht schmaler gemacht, weil sie schöner aussieht. Acht Millimeter sind das Minimum, nicht der Vorschlag."

Werkzeug & Material: Das brauchen Sie

Werkzeug

  • Plattensäge oder Handkreissäge mit Führungsschiene – HPL lässt sich wie Hartholz bearbeiten, aber nur mit Schiene wird der Schnitt sauber
  • Hartmetallbestücktes Sägeblatt mit Trapezzahnung (FZ/TR) – scharf und mit korrekt eingestelltem Überstand von etwa 25 bis 35 mm
  • HSS-Spiralbohrer für die Befestigungslöcher – am Gleitpunkt 3 mm größer als der Schraubendurchmesser
  • Saugheber oder eine zweite Person – Platten werden angehoben, nie übereinandergeschoben
  • Abstandhalter oder Fugenlehren in Fugenbreite – so bleibt jede Stoßfuge gleich breit

Material

  • HPL-Schichtstoffplatten in 6 oder 8 mm – für den Außeneinsatz nach DIN EN 438-6
  • Fassadenschrauben aus V4A-Edelstahl mit einem Kopf, der das aufgeweitete Bohrloch am Gleitpunkt sicher überdeckt
  • Unterkonstruktion aus Holz oder Metall – bei Metall die gegenläufigen Bewegungen beachten (siehe Schritt 2)
  • Fugenbänder zum Hinterlegen der Stöße – laut Hersteller die empfehlenswertere Lösung gegenüber Fugenprofilen
  • Ebene, stabile Unterlege- und Abdeckplatten für Lagerung und Transport – im Plattenformat, nicht kleiner

Dehnungsspiel, Fugenbreite und Bohrung berechnen

Scobalit gibt eine einfache Faustregel vor: Das benötigte Dehnungsspiel entspricht der Kantenlänge in Millimetern geteilt durch 500 – längs wie quer, jeweils auf die tatsächliche Elementabmessung bezogen. Der Rechner setzt diese Regel um und liefert gleich die Fugenbreite und den Bohrdurchmesser am Gleitpunkt mit:

Dehnungsspiel in der Länge
Dehnungsspiel in der Breite
Stoßfuge zur Nachbarplatte
Bohrung am Gleitpunkt

Am Festpunkt wird das Loch dagegen genau im Schraubendurchmesser gebohrt – er hält die Platte, alle übrigen Punkte lassen sie arbeiten.

Die zulässigen Auflagerabstände stehen als Tabelle in der Verlegeanleitung – je eine für die Einfeld- und die Zweifeldplatte, jeweils mit zwei Maßen und den zugehörigen Randabständen. Verbindlich sind darüber hinaus die Angaben am Artikel.

Auflagerabstände und Randabstände

Wie weit die Tragprofile auseinanderliegen dürfen, hängt von Plattenstärke und Feldausbildung ab. Scobalit führt dafür zwei Tabellen – eine für die Einfeldplatte (zwei Auflagepunkte) und eine für die Zweifeldplatte (drei oder mehr) –, in denen je Plattenstärke zwei Maße stehen. Über alle Felder hinweg bewegen sich die Werte bei 6 mm zwischen 400 und 550 mm und bei 8 mm zwischen 500 und 700 mm. Welcher Wert für Ihre Konstruktion gilt, entnehmen Sie der Tabelle in der Verlegeanleitung – im Zweifel fragen Sie uns. Der Randabstand der Befestigungspunkte beträgt mindestens 20 mm und reicht je nach Stärke und Ausführung bis 80 mm.

Die Stoßfuge: 8 mm sind die Untergrenze

Damit die Maßänderungen überhaupt stattfinden können, sind Stoßfugen von mindestens 8 mm zwingend – als Orientierung gilt zusätzlich Stoßfuge gleich Plattenstärke. Werden Fugenprofile eingesetzt, kommt deren Stegdicke obendrauf, und die Platten dürfen nie ganz in das Profil eingeschoben werden – sonst ist die Ausdehnung blockiert. Der Hersteller empfiehlt stattdessen, die Fuge mit einem Fugenband zu hinterlegen; auch dann bleiben die 8 mm zwingend.

Gleitpunkt und Festpunkt: Das Prinzip hinter der Montage

Wer HPL zum ersten Mal montiert, macht meist denselben Fehler: alle Schrauben gleich fest. Die Platte muss sich aber bewegen können – und zwar kontrolliert. Dafür gibt es genau zwei Arten von Befestigungspunkten:

Festpunkt – genau einer je Platte

  • Bohrdurchmesser = Schraubendurchmesser. Die Platte sitzt hier ohne Spiel.
  • Er verteilt die Quell- und Schwindbewegungen gleichmäßig nach allen Seiten – deshalb sitzt er in der Regel mittig, nicht am Rand.
  • Pro Platte wird nur an einem einzigen Punkt fixiert.
  • In den Zeichnungen der Verlegeanleitung heißt derselbe Punkt Fixpunkt – gemeint ist dasselbe.

Gleitpunkt – alle übrigen Befestigungen

  • Bohrung 3 mm größer als der Durchmesser des Befestigungsmittels – dieses Spiel ist die gesamte Bewegungsfreiheit der Platte.
  • Der Schraubenkopf muss das Loch immer abdecken – auch dann, wenn die Platte im ungünstigsten Zustand steht.
  • Die Schraube wird so gesetzt, dass sich die Platte bewegen kann – nicht auf Anschlag angezogen.
  • Verwendet werden Fassadenschrauben aus V4A-Edelstahl.
Schema: Anordnung von Festpunkt und Gleitpunkten bei einer Einfeldplatte mit zwei Auflagern und einer Zweifeldplatte mit drei Auflagern

Die Anordnung im Vergleich: links die Einfeldplatte mit zwei Auflagern, rechts die Zweifeldplatte mit drei oder mehr Auflagern. In beiden Fällen gibt es genau einen Festpunkt – alle übrigen Punkte sind Gleitpunkte.

HPL-Platten verlegen in 6 Schritten

1

Platten richtig lagern und transportieren

Bei HPL entscheidet sich schon vor der Montage, ob die Platte plan bleibt – unsachgemäße Lagerung führt zu bleibenden Abweichungen von der Planlage, die sich später nicht mehr herausmontieren lassen.

  • In geschlossenen Räumen lagern, trocken und wassergeschützt, bei rund 15 °C und etwa 50 % relativer Luftfeuchte. Auf der Baustelle geschützt lagern – sonst droht Verzug.
  • Waagerecht auf vollflächigen, planen, stabilen Unterlageplatten stapeln und die oberste Platte abdecken. Unterschiedliche Klimaeinflüsse auf Ober- und Unterseite sind zu vermeiden – sonst zieht sich die Platte in eine Richtung.
  • Verpackungsfolien nach jeder Entnahme wieder verschließen – der Reststapel soll unter gleichen Bedingungen bleiben.
  • Nie übereinanderschieben: Platten von Hand oder mit Saugscheiben anheben und nicht über die Kante ziehen – jede Bewegung Platte auf Platte ist ein Kratzer. Für den Transport eine ebene, stabile Palette im Plattenformat verwenden und gegen Verrutschen sichern. Verschmutzungen zwischen den Platten vermeiden.
Waagerecht gestapelte HPL-Platten auf planer Unterlage mit Abdeckplatte
2

Unterkonstruktion prüfen und Hinterlüftung sicherstellen

Die Platte hängt an der Unterkonstruktion – und beide bewegen sich unabhängig voneinander. Wie der Fassadenaufbau im Detail geplant wird, führt der Beitrag HPL-Platten richtig montieren aus; für die Plattenmontage zählen diese Punkte:

  • Hinterlüftung ist Pflicht. Scobalit formuliert es ohne Einschränkung: Alle HPL-Schichtstoffplatten müssen grundsätzlich hinterlüftet werden. Ohne durchgehende Luftschicht bleibt Feuchtigkeit stehen.
  • Keine stauende Nässe: Die Konstruktion muss so ausgeführt sein, dass die Platten immer wieder abtrocknen können – das gilt besonders für Sockelbereiche und untere Plattenkanten.
  • Auflagerabstände nach Tabelle: Die Anleitung führt je eine Tabelle für die Einfeld- und die Zweifeldplatte; die Werte liegen bei 6 mm zwischen 400 und 550 mm, bei 8 mm zwischen 500 und 700 mm. Welcher Wert für Ihren Aufbau gilt, ist der Tabelle zu entnehmen.
  • Bei Metall-Unterkonstruktionen aufpassen: Das Metall bewegt sich mit der Temperatur, die Platte mit der Luftfeuchte – die Maßänderungen können gegenläufig sein. Das Dehnungsspiel muss deshalb großzügiger ausfallen, nicht knapper.
Hinterlüftete Unterkonstruktion aus vertikalen Traglatten vor der HPL-Montage
3

Zuschneiden – wie Hartholz, aber mit der richtigen Zahnung

HPL lässt sich mit hartmetallbestückten Holzbearbeitungswerkzeugen gut bearbeiten – die Kante verrät allerdings sofort, ob Blatt und Vorschub gestimmt haben:

  • Zuerst ein Besäumungsschnitt ringsherum, dann erst auf das exakte Maß sägen. Die werkseitigen Toleranzen liegen bei ±10 mm in Länge und Breite und bis 1,5 mm/m in der Winkligkeit.
  • Sägeblatt: hartmetallbestückt mit (Gruppen-)Trapezzahnung FZ/TR, scharf, Überstand ca. 25 bis 35 mm. Richtwerte: Schnittgeschwindigkeit 50 bis 60 m/s (etwa 4000 U/min bei Ø 250 mm und 64 Zähnen), Spandicke 0,02 bis 0,04 mm je Zahn, Vorschub je nach Dicke 6 bis 10 m/min.
  • Gleichmäßig vorschieben – ungleichmäßiger Vorschub hinterlässt Brandmarken an der Kante, die sich nicht mehr wegpolieren lassen. Mit der Stichsäge geschnittene Kanten müssen grundsätzlich nachgearbeitet werden.
  • Bohren lässt sich von Hand mit einem HSS-Spiralbohrer. Wie sich die Kanten anschließend verhalten und ob sie versiegelt werden müssen, klärt der Beitrag Sind HPL-Platten wasserdicht?
Zuschnitt einer HPL-Platte mit Handkreissäge und Führungsschiene
4

Befestigungspunkte anreißen und bohren

Jetzt wird festgelegt, wo sich die Platte bewegen darf und wo nicht. Das Prinzip steht ausführlich im Abschnitt Gleitpunkt und Festpunkt:

  • Einen Festpunkt je Platte festlegen und im Schraubendurchmesser bohren. Er verteilt die Quell- und Schwindbewegungen gleichmäßig.
  • Alle übrigen Punkte als Gleitpunkte mit 3 mm Übermaß bohren – der Schraubenkopf muss das Loch in jeder Stellung überdecken.
  • Randabstände einhalten: mindestens 20 mm zur Plattenkante, je nach Stärke und Ausführung bis 80 mm.
  • Lochbild vor dem Bohren komplett anreißen und gegen die Unterkonstruktion prüfen – nachträglich versetzte Löcher bleiben in der Fassade sichtbar.
5

Platten setzen und Stoßfugen ausbilden

Beim Setzen entscheidet sich, ob die Platte später Luft zum Arbeiten hat:

  • Stoßfuge mindestens 8 mm, als Orientierung mindestens die Plattenstärke. Mit Fugenlehren arbeiten, damit das Fugenbild gleichmäßig bleibt.
  • Fugenprofile: Stegdicke zur Fugenbreite hinzurechnen und die Platte nie ganz einschieben. Empfehlenswerter ist es, die Fuge mit einem Fugenband zu hinterlegen – offene Fuge, geschützter Untergrund. Die 8 mm gelten auch dann.
  • Dehnungsspiel an allen Anschlüssen berücksichtigen – Fensterlaibungen, Sockel, Attika. Der Rechner oben liefert den Wert je Kantenlänge.
  • Plattenrichtung beibehalten: Verbindungen von HPL-Platten untereinander erfolgen immer in gleicher Plattenrichtung. Zwischen verschiedenen Kommissionen sind zudem leichte Farbabweichungen möglich – Platten einer Lieferung deshalb zusammenhängend verbauen.
Gleichmäßige Stoßfuge zwischen zwei HPL-Platten mit hinterlegtem Fugenband
6

Endkontrolle und erste Reinigung

Zum Abschluss geht es um zwei Dinge: dass die Platte arbeiten kann und dass die Oberfläche unbeschädigt bleibt.

  • Fugenbild und Befestigungspunkte prüfen: Sitzt je Platte genau ein Festpunkt? Decken alle Schraubenköpfe die aufgeweiteten Löcher ab? Ist keine Platte irgendwo eingeklemmt?
  • Hinterlüftung freihalten – Bauschutt und Dämmreste aus der Luftschicht entfernen, Zu- und Abluftöffnungen kontrollieren.
  • Reinigung nur mit klarem Wasser und sauberen, weichen Wischtüchern. Die porenfreie Oberfläche braucht keine weitere Pflege – Details im nächsten Abschnitt.

Reinigung, Pflege und Garantie

Was der Oberfläche guttut – und was nicht

HPL hat eine porenfreie Oberfläche und benötigt keine weitere Pflege. Übliche Umweltverschmutzungen entfernt man am einfachsten mit klarem Wasser und sauberen, weichen Wischtüchern.

  • Keine Scheuermittel, schleifenden Substanzen, Scheuerschwämme oder Poliermittel
  • Keine Klebstoffreiniger – sie enthalten Haftvermittler und greifen die Oberfläche an

10 Jahre Garantie – und ihre Grenzen

Scobalit gibt auf die für den Außeneinsatz entwickelten Schichtstoffplatten eine 10-Jahres-Garantie auf UV- und Feuchtigkeitsbeständigkeit – sie gilt für Fassadenplatten nach DIN EN 438-6. Wichtig zu wissen: Die Garantie ist auf den Plattenwert beschränkt; Folgeschäden sowie De- und Neumontagekosten sind ausdrücklich ausgeschlossen. Ein Anspruch wird nur anerkannt, wenn die Reklamation unverzüglich gemeldet und vor der Demontage eine Besichtigung vor Ort ermöglicht wird – also nicht erst abbauen, dann melden.

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Die sechs häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden

Alle Punkte als Festpunkt ausgeführt

Folge: Die Platte ist eingespannt und kann beim Quellen nicht ausweichen – sie wölbt sich oder reißt vom Bohrloch aus ein.

Genau ein Festpunkt je Platte, alle übrigen Löcher 3 mm größer als der Schraubendurchmesser.

Fuge zu schmal ausgeführt

Folge: Die Platten stoßen bei Feuchtigkeitsaufnahme aneinander, drücken sich aus der Ebene und schieben die Befestigung auf.

Mindestens 8 mm – bei Fugenprofilen zusätzlich die Stegdicke einrechnen und die Platte nie ganz einschieben.

Platten im Freien oder senkrecht gelagert

Folge: Ungleiche Klimaeinflüsse auf Ober- und Unterseite verziehen die Platte dauerhaft – das lässt sich nicht mehr geradebiegen.

Waagerecht, geschlossen, bei rund 15 °C und 50 % relativer Luftfeuchte, mit Unterlage- und Abdeckplatte.

Mit stumpfem oder falschem Blatt gesägt

Folge: Ausrisse und Brandmarken an der Schnittkante – in der Fassade dauerhaft sichtbar.

Hartmetallblatt mit Trapezzahnung FZ/TR, Führungsschiene, gleichmäßiger Vorschub – Stichsägenkanten immer nacharbeiten.

Ohne Hinterlüftung montiert

Folge: Feuchtigkeit staut sich hinter der Platte, sie trocknet nie vollständig ab – Verzug und Schäden an der Unterkonstruktion.

Hinterlüftung ist bei HPL grundsätzlich Pflicht, und stauende Nässe muss konstruktiv ausgeschlossen sein.

Platten übereinandergezogen

Folge: Kratzer in der Dekorschicht, die sich nicht auspolieren lassen – Poliermittel sind bei HPL ausdrücklich untersagt.

Platten anheben statt schieben, von Hand oder mit Saugscheiben, und nie über die Kante ziehen.

Original-Verlegeanleitung als PDF

Alle Werte auf dieser Seite stammen aus diesem Dokument – verbindlich für Ihr Projekt ist die Anleitung, die bei Ihrer Platte verlinkt ist:

Scobalit – HPL-Schichtstoffplatten

Lagerung und Transport, Sägewerte mit Trapezzahnung FZ/TR, die Dehnungsspiel-Faustregel, Gleit- und Festpunkt, Stoßfugen ab 8 mm sowie die Auflagerabstands-Tabellen für Einfeld- und Zweifeldplatte samt Randabständen.

PDF öffnen

Kurzfassung – Detailfragen an uns

Das Herstellerdokument ist ausdrücklich eine Kurzfassung; eine ausführliche Verlegeanleitung gibt es auf Anfrage. Wenn Sie für Ihr Projekt Details brauchen – Sonderformate, Anschlüsse, Befestigungssysteme oder die passende Zeile aus der Auflagerabstands-Tabelle –, melden Sie sich einfach.

Kontakt aufnehmen

Alle Anleitungen – auch für Profilbleche, Lichtplatten und Dachfolien – finden Sie gesammelt auf der Download-Seite.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Verlegen von HPL-Platten

Was ist der Unterschied zwischen Gleitpunkt und Festpunkt?

Am Festpunkt – in den Zeichnungen der Anleitung Fixpunkt genannt – wird das Loch genau im Schraubendurchmesser gebohrt; die Platte sitzt dort ohne Spiel, und von diesem Punkt aus verteilen sich die Quell- und Schwindbewegungen gleichmäßig. Je Platte gibt es nur einen. Am Gleitpunkt wird 3 mm größer gebohrt als der Durchmesser des Befestigungsmittels; der Schraubenkopf muss das Loch immer abdecken, und die Schraube wird so gesetzt, dass sich die Platte bewegen kann.

Wie breit muss die Fuge zwischen zwei HPL-Platten sein?

Mindestens 8 mm – als Orientierung gilt zusätzlich, dass die Stoßfuge der Plattenstärke entspricht. Werden Fugenprofile verwendet, kommt deren Stegdicke hinzu, und die Platten dürfen nie ganz eingeschoben werden. Der Hersteller empfiehlt als bessere Lösung, die Fuge mit einem Fugenband zu hinterlegen – auch dabei bleiben die 8 mm zwingend erforderlich.

Wie viel Dehnungsspiel brauchen HPL-Platten?

Die Faustregel lautet: Kantenlänge in Millimetern geteilt durch 500. Bei einem 2500 mm langen Element sind das 5 mm, bei 1250 mm Breite 2,5 mm. Wichtig: HPL bewegt sich quer zur Plattenrichtung etwa doppelt so stark wie längs, und die Bewegung folgt der Luftfeuchtigkeit, nicht der Temperatur. Den Wert für Ihre Plattengröße liefert der Rechner auf dieser Seite.

Müssen HPL-Platten hinterlüftet werden?

Ja, grundsätzlich und ohne Ausnahme. Der Hersteller formuliert es eindeutig: Alle HPL-Schichtstoffplatten müssen hinterlüftet werden. Zusätzlich muss die Konstruktion so ausgeführt sein, dass das Material keiner stauenden Nässe ausgesetzt ist – die Platten müssen immer wieder abtrocknen können. Wie die hinterlüftete Fassade aufgebaut wird, zeigt der Beitrag HPL-Platten richtig montieren.

Womit schneide ich HPL-Platten zu?

Mit hartmetallbestückten Holzbearbeitungswerkzeugen – stationäre Plattensäge oder Handkreissäge mit Führungsschiene. Bewährt haben sich Sägeblätter mit (Gruppen-)Trapezzahnung FZ/TR bei einer Schnittgeschwindigkeit von 50 bis 60 m/s (etwa 4000 U/min bei Ø 250 mm und 64 Zähnen) und einem Sägeblattüberstand von 25 bis 35 mm. Vor dem exakten Zuschnitt empfiehlt sich ein Besäumungsschnitt ringsherum. Mit der Stichsäge geschnittene Kanten müssen nachgearbeitet werden.

Wie weit dürfen die Tragprofile auseinanderliegen?

Das hängt von Plattenstärke und Feldausbildung ab. Scobalit führt dafür je eine Tabelle für die Einfeldplatte (zwei Auflagepunkte) und die Zweifeldplatte (drei oder mehr), in denen zu jeder Plattenstärke zwei Maße stehen. Über alle Felder hinweg liegen die Werte bei 6 mm zwischen 400 und 550 mm und bei 8 mm zwischen 500 und 700 mm; die für Ihren Aufbau maßgebliche Zeile entnehmen Sie der Verlegeanleitung oder erfragen sie bei uns. Der Randabstand der Befestigungspunkte beträgt mindestens 20 mm und reicht je nach Stärke und Ausführung bis 80 mm.

Welche Schrauben sind für HPL-Platten geeignet?

Fassadenschrauben aus V4A-Edelstahl. Entscheidend ist neben dem Material die Kopfgröße: Der Kopf muss das am Gleitpunkt um 3 mm aufgeweitete Bohrloch in jeder Stellung der Platte überdecken – auch dann, wenn die Platte maximal gequollen oder geschwunden ist.

Wie muss ich HPL-Platten bis zur Montage lagern?

In geschlossenen Räumen, trocken und wassergeschützt, bei rund 15 °C und etwa 50 % relativer Luftfeuchte. Gestapelt wird waagerecht auf vollflächigen, planen und stabilen Unterlageplatten, die oberste Platte wird abgedeckt. Unterschiedliche Klimaeinflüsse auf Ober- und Unterseite sind zu vermeiden, Verpackungsfolien nach jeder Entnahme wieder zu verschließen. Unsachgemäße Lagerung führt zu bleibenden Abweichungen von der Planlage.

Wie reinige ich HPL-Platten?

Die porenfreie Oberfläche braucht keine weitere Pflege. Übliche Verschmutzungen entfernen Sie mit klarem Wasser und weichen, sauberen Tüchern. Nicht verwendet werden dürfen Scheuermittel, schleifende Substanzen, Scheuerschwämme und Poliermittel – ebenso wenig Klebstoffreiniger, weil deren Haftvermittler die Oberfläche angreifen.

Welche Maßtoleranzen haben HPL-Platten ab Werk?

In Länge und Breite ±10 mm und in der Winkligkeit maximal 1,5 mm je Meter (jeweils nach EN 438-2). Genau deshalb empfiehlt der Hersteller vor dem exakten Zuschnitt einen Besäumungsschnitt ringsherum – wer die Werkskante als Referenz nimmt, überträgt die Toleranz in die Fassade. Zwischen verschiedenen Kommissionen sind zudem leichte Farbabweichungen möglich.

Was deckt die Herstellergarantie ab?

Scobalit gibt 10 Jahre Garantie auf UV- und Feuchtigkeitsbeständigkeit für Fassadenplatten nach DIN EN 438-6. Die Garantie ist auf den Plattenwert beschränkt – Folgeschäden sowie De- und Neumontagekosten sind ausgeschlossen. Ein Anspruch wird nur anerkannt, wenn die Reklamation unverzüglich gemeldet und vor der Demontage eine Besichtigung vor Ort ermöglicht wird.

HPL-Platten und Befestigung aus einer Hand

Witterungsbeständige HPL-Schichtstoffplatten für Fassade, Balkon und Sichtschutz – dazu die passenden V4A-Fassadenschrauben und die Hersteller-Verlegeanleitung direkt am Artikel. Bei Sonderformaten und Detailfragen beraten wir Sie persönlich.

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Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2026
Technisch geprüft von: Grimberg GmbH (Kontakt)