in 6 Schritten
Blickdichte Well- und Profilplatten aus Kunststoff auf Dach und Wand – mit den Original-Werten von Scobalit und Salux.
Profilplatten verlegen: Anleitung für blickdichte Well- und Profilplatten aus Kunststoff
Diese Anleitung deckt die blickdichten Kunststoffplatten ab – Scobanit EVO und Scobanit Light von Scobalit, ReWell und SINTRA von Salux. Der Ablauf ist bei allen gleich, ein Punkt aber nicht: Scobanit Light wird genagelt, EVO geschraubt, die Salux-Platten werden auf dem Dach mit Abstandhaltern verschraubt – und die Bohrdurchmesser reichen von 6 bis 10 mm. Was für Ihre Platte gilt, steht in den technischen Details des Artikels und in der dort verlinkten Hersteller-Anleitung. Alle Werte auf dieser Seite stammen aus den Original-Montageanleitungen; wo Hersteller und Artikelangabe voneinander abweichen, steht die vorsichtigere Angabe hier. Transparente Platten folgen eigenen Regeln – dafür gibt es die Anleitung für Wellplatten und Lichtplatten.
Auf dieser Seite
"Bei den Profilplatten geht der Griff zur Schraubkiste am häufigsten schief. Die Scobanit Light wird mit Nägeln und Dichtscheibe befestigt, die EVO mit Schrauben, und die Salux-Platten brauchen auf dem Dach zusätzlich Abstandhalter. Selbst der Bohrdurchmesser ist unterschiedlich – 6 mm bei der einen, 10 mm bei der anderen. Und ganz egal welches System: Wer die Welle beim Anziehen verdrückt, macht genau die Stelle undicht, die dicht sein sollte."
Werkzeug & Material: Das brauchen Sie
Werkzeug
- Kunststoff-Schälbohrer (Stufen- oder Kegelbohrer) – jedes Befestigungsloch wird vorgebohrt, nie durchgenagelt oder durchgeschraubt
- Richtschnur und Maßband zum Ausrichten der ersten Platte an der Traufe
- Feinverzahnte Hand- oder Tischkreissäge mit stabiler Auflage – Flattern und Verkanten verhindern, Schnittkanten entgraten. Kein Trennschleifer (siehe Kasten unten)
- Akkuschrauber oder Hammer – je nachdem, ob Ihre Platte geschraubt oder genagelt wird
- Gepolstertes Laufbrett – Profilplatten sind nicht durchsturzsicher; die Bohle muss über mindestens zwei Pfettenfelder beidseitig aufliegen
Material
- Profilplatten – blickdichte Well- und Profilplatten aus Kunststoff, in Anthrazit, Schwarz und weiteren Farben
- Die passenden Befestiger: Schrauben mit Dichtkappe, Nägel mit Dichtscheibe oder Schrauben mit Abstandhalter – welche, gibt Ihre Platte vor
- Firsthauben und Giebelwinkel passend zum Profil – sie schließen First und Ortgang ab
- Traglattung 60 × 60 mm und Konterlattung von mindestens 60 × 60 mm (Scobalit) beziehungsweise Latten und Pfetten ab 40 × 60 mm (Salux)
- Original-Zubehör des Herstellers – bei Scobalit gilt die Werksgarantie ausdrücklich nur bei Verwendung des Original-Verlegezubehörs
Platten, Bestelllänge & Befestiger berechnen
Gerechnet wird mit der Nutz- oder Deckbreite Ihrer Platte – der Breite abzüglich der seitlichen Überdeckung von einer Welle. Sie steht in den technischen Details des Artikels. Bei geringer Dachneigung oder hohen Lasten wird zwei Wellen überdeckt; die Nutzbreite sinkt dann entsprechend.
Die Länge enthält den Traufüberstand. Braucht Ihre Dachlänge einen Längsstoß, rechnen Sie je Stoß 15 bis 20 cm Überdeckung hinzu.
Profilplatten werden – anders als unsere Profilbleche – in festen Längen geliefert und nicht auf den Zentimeter zugeschnitten. Runden Sie den errechneten Wert auf die nächstgrößere Länge auf; welche Längen es für Ihre Platte gibt, steht am Artikel. Verbindlich sind darüber hinaus die Angaben in der Hersteller-Anleitung.
Lattenabstand nach Schneelast
Scobalit staffelt den maximalen Lattenabstand nach der Schneelast am Standort – je höher die Last, desto enger die Lattung:
- 56 cm bis 90 kg/m² Schneelast
- 46 cm bis 200 kg/m² Schneelast
- 31 cm bis 350 kg/m² Schneelast
Salux rechnet nach Flächenlast statt nach Schneelast: für ReWell rund 500 mm bei 85 kg/m² Flächen- oder Windlast. Für das Sinusprofil 76/18 in 1,2 mm nennt Salux 800 mm bei 75 kg/m² – und nur noch 550 mm, wenn 100 kg/m² anzusetzen sind. Alle Werte sind an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen und bei Bedarf zu verringern.
Dachneigung: 10° als Regel
Beide Hersteller nennen 10° als Regeldachneigung. Scobalit lässt für Scobanit EVO und Light zusätzlich eine Mindestdachneigung von 7° zu (12,3 cm je Meter), Salux fordert sowohl für ReWell als auch in den Verarbeitungshinweisen seiner Wellplatten durchgängig mindestens 10°. Flacher wird es kritisch, weil das Wasser über den Längsstößen stehen bleibt – deshalb gilt unterhalb der Regelneigung: zwei Wellen seitlich überdecken und 20 cm statt 15 cm in der Länge.
Profilplatten verlegen in 6 Schritten
Unterkonstruktion aufbauen und Lattenabstand festlegen
Die Lattung trägt die Platte – und ihr Abstand richtet sich nach der Last am Standort, nicht nach dem Zollstock:
- Querschnitte: Scobalit gibt eine Traglattung von 60 × 60 mm auf einer Konterlattung von mindestens 60 × 60 mm vor, Salux nennt für Latten und Pfetten mindestens 40 × 60 mm. Die Auflageflächen müssen glatt und sauber sein.
- Lattenabstand: bei Scobalit maximal 56 cm unter durchschnittlichen Schnee- und Windlasten, bei höheren Lasten enger (46 cm bzw. 31 cm). Salux empfiehlt für ReWell rund 500 mm bei 85 kg/m² Flächen- oder Windlast und nennt für das Sinusprofil 76/18 in 1,2 mm maximal 800 mm bei 75 kg/m² Flächenlast (bei 100 kg/m² nur 550 mm). An der Wand gelten stattdessen die Riegelabstände nach Windlast – für dasselbe Profil 1000 mm bei 50 kg/m², 800 mm bei 100 kg/m².
- Hinterlüftung nach DIN 4108 sicherstellen (Scobalit) – die Konterlattung schafft genau diese Ebene.
- Trauflinie ausschnüren und die Lattung so verteilen, dass die Befestigungspunkte später auf Latten treffen – auch der Firstbereich braucht eine angepasste Unterlattung für die Firsthaube.
Platten lagern, zuschneiden und vorbohren
Kunststoffplatten reagieren empfindlich auf Wärme im Stapel – und auf grobe Bearbeitung:
- Nie im Stapel in der Sonne: Zwischen den Platten staut sich die Wärme. Gelagert wird plan (Palette mit Kartonunterlage), belüftet, nicht auf aufgeheizter Unterlage und unter einer weißen, wasser- und lichtundurchlässigen Plane. Salux nennt als Grenzwerte 40 °C Lufttemperatur im Lagerraum, 60 % relative Luftfeuchte und maximal 50 °C im Plattenstapel. Schäden aus unsachgemäßer Lagerung sind kein Garantiefall.
- Zuschnitt: mit feinverzahnter Hand- oder Tischkreissäge auf stabiler Auflage, alternativ mit der Stichsäge. Schnittkanten entgraten, Späne restlos entfernen. Vom Trennschleifer raten wir ab, auch wenn die Salux-Hinweise ihn zulassen – Begründung oben.
- Vorbohren, nicht nageln: Jedes Loch wird mit dem Schälbohrer gesetzt – 6 mm bei Scobanit Light, 10 mm bei Scobanit EVO und Salux ReWell, bei SINTRA mindestens der doppelte Schraubendurchmesser. Geringe Drehzahl, wenig Druck, glatte Lochränder.
- Temperatur beachten: Salux gibt für ReWell und in den Verarbeitungshinweisen der Wellplatten an, dass die Verlegung nicht unter 10 °C erfolgen darf; die Artikelangaben zur SINTRA nennen als Untergrenze +5 °C. Planen Sie mit 10 °C, dann liegen Sie bei beiden richtig. Ebenfalls Herstellervorgabe: einzelne Platten nicht bei Windgeschwindigkeiten über 3 m/s (ca. 11 km/h) über das Dach tragen.
Verlegerichtung festlegen und versetzt beginnen
Verlegt wird von der Traufe zum First und entgegen der Hauptwindrichtung – so drückt der Wind über die Überdeckungen hinweg statt hinein.
- Versetzt verlegen statt Ecken schneiden: Beginnen Sie die erste Reihe mit einer ganzen Platte und die zweite mit einer halbierten – im Wechsel fortgesetzt. So treffen nie vier Plattenecken aufeinander, und der Eckzuschnitt entfällt komplett.
- Erste Platte an der Richtschnur ausrichten, rechtwinklig zur Traufe. Sie gibt die Flucht für die gesamte Fläche vor.
- Traufüberstand: Scobalit nennt maximal 5 cm, Salux 40 bis 100 mm. Genug, damit das Wasser sicher in die Dachrinne läuft, wenig genug, damit die Platte nicht schwingt.
- Bogenverlegung: Bei den Salux-Profilen 70/18 und 76/18 ist ein gebogener Aufbau möglich – der Biegeradius muss dann mehr als 3 m betragen.
Befestigen – mit dem System, das Ihre Platte vorgibt
Befestigt wird auf dem Wellenberg – aber ob mit Schraube, Nagel oder Schraube plus Abstandhalter, entscheidet das Produkt. Die Werte je Platte stehen im Vergleich weiter unten.
- Raster: Scobalit befestigt auf jedem 3. Wellenberg, Salux ReWell auf jedem 2. Wellenberg (1., 3., 5. usw.), das Salux-Sinusprofil auf jeder 3. Welle (1., 4., 7. usw.). In Überlappungs- und Randbereichen sowie an Formteilen wird auf jeder Welle befestigt.
- Reihenfolge: erst den ersten und den vorletzten Wellenberg setzen, dann die Zwischenbefestigungen – so bleibt die Platte in der Flucht und verzieht sich nicht.
- Die Welle darf nicht verdrückt werden. Nur so fest anziehen beziehungsweise nageln, dass die Dichtkappe sauber anliegt. Wer weiter geht, verformt den Wellenberg – und macht genau die Stelle undicht, die dicht sein soll. Zu festes Anziehen blockiert außerdem die Längenausdehnung.
- Abstandhalter bei Salux: Auf dem Dach werden die Salux-Platten mit Abstandhaltern in den Hochsicken fixiert – sie stützen die Welle von unten, damit die Schraube sie nicht eindellt. Abstandhalter und passende Schrauben liegen dem Salux-Zubehörpaket bei.
Überdeckungen ausführen – seitlich und in der Länge
Hier sind sich beide Hersteller einig – die Maße unterscheiden sich nur danach, wie flach das Dach ist und wie viel Last darauf kommt:
- Seitlich mindestens eine ganze Welle – bei geringer Dachneigung oder hohen Schnee- und Windlasten zwei Wellen. Die Überdeckung liegt von der Wetterseite abgewandt.
- In der Länge 15 cm, bei geringer Neigung oder hoher Last 20 cm. Salux misst diesen Wert von der Schraubenachse bis zur Außenkante der Platte.
- Jeder Plattenstoß wird verschraubt beziehungsweise genagelt – und zwar auf jeder Welle, nicht im normalen Flächenraster.
- Vierfachüberdeckung vermeiden: Wenn Sie nicht versetzt verlegen, treffen an einem Punkt vier Plattenlagen aufeinander – die Fläche wölbt sich und der Stoß wird nie richtig dicht.
Firsthaube, Giebelwinkel und Wandanschluss
Die Formteile schließen die Fläche ab – und sie werden dichter befestigt als der Rest:
- Firsthaube auf jeder 2. Welle fixieren – Salux nennt dafür etwa 6 bis 8 Fixierungspunkte je Haube, verschraubt in der Hochsicke. Die Universal-Firsthauben lassen sich an unterschiedliche Dachneigungen anpassen.
- Unterlattung im Firstbereich anpassen, damit die Haube sauber aufliegt und der Befestiger eine Latte trifft.
- Wand- und Maueranschluss: Die Salux-Universal-Firsthaube dient zugleich als Wandanschluss und als Ortgangverkleidung. Scobalit führt für Scobanit EVO und Light passende Giebelwinkel im Formteilprogramm – bei EVO in 1,05 m Länge (Nettolänge 0,95 m), bei Light in 0,85 m (Nettolänge 0,75 m).
- Endkontrolle: alle Befestigungspunkte prüfen, Späne abfegen. Gereinigt wird später nur drucklos mit klarem Wasser oder milder Seifenlauge – keine scheuernden, ätzenden oder lösungsmittelhaltigen Mittel und kein Hochdruckreiniger.
Die vier Platten im Vergleich
Gleicher Ablauf, unterschiedliche Werte. Welche Platte Sie haben und wie sie befestigt wird, steht am Artikel – hier die Unterschiede auf einen Blick:
Scobanit EVO 95/34 geschraubt
Hochprofil aus Recycling-Polyolefin, 3,00 mm stark, 95 cm Plattenbreite.
- Scobanit-Schraube 4,5 × 70 mm mit Dichtscheibe
- Vorbohren mit Schälbohrer, Ø 10 mm
- Jeder 3. Wellenberg, im Rand- und Überlappungsbereich jede Welle
- 13 bis 15 Befestigungen je m²
- Regeldachneigung 10°, mindestens 7°; Traglattung 60 × 60 mm, max. 56 cm Abstand; Formteile 1,05 m lang
Scobanit Light 76/18 genagelt
Sinusprofil aus Recycling-Polyolefin, 3,00 mm stark, 90 cm Plattenbreite.
- Verzinkte Nägel 2,8 × 70 mm mit Dichtscheibe (Auszugswiderstand 105 N)
- Vorbohren mit Schälbohrer, Ø 6 mm – auch beim Nageln
- Jeder 3. Wellenberg, im Rand- und Überlappungsbereich jede Welle
- 13 bis 15 Befestigungen je m², Nettodeckbreite 835 mm bei einer Welle Überdeckung
- Regeldachneigung 10°, mindestens 7°; Werkzeug: nur Schälbohrer, Richtschnur, Hammer; Formteile 0,85 m lang
Salux ReWell 94/34 geschraubt
Hochprofil aus Recycling-Polyolefin, 2,20 mm stark, 94 cm Plattenbreite.
- Schrauben mit Abstandhaltern in den Hochsicken (Dach)
- Bohrlochdurchmesser mindestens 10 mm
- Jeder 2. Wellenberg (1., 3., 5. …), an Rand, Überlappung und Formteilen jede Welle
- 14 Schrauben je m² als Herstellerempfehlung
- Dachneigung mindestens 10°, Verlegung nicht unter 10 °C; empfohlener Pfetten-/Riegelabstand 500 mm bei 85 kg/m²; bis 95 °C formstabil
Salux SINTRA 77/18 geschraubt
Sinusprofil aus PVC, 1,20 mm stark, 90 cm Plattenbreite.
- Schrauben mit Abstandhaltern in den Hochsicken (Dach), an der Wand in den Tiefsicken ohne Abstandhalter
- Bohrloch mindestens doppelter Schraubendurchmesser
- Fixierung in der Hochsicke auf jeder 3. Welle (1., 4., 7. …), an der Wand entsprechend in der Tiefsicke
- Traufüberstand 40 bis 100 mm, Längsüberlappung 150 bis 200 mm, Verlegung nicht unter 10 °C
- Bogenverlegung möglich (Profile 70/18 und 76/18), Biegeradius über 3 m
Wandverkleidung und Sichtschutz: Was anders ist
Blickdichte Profilplatten landen genauso oft an der Wand wie auf dem Dach – als Verkleidung von Carport- und Schuppenseiten, als Sichtschutz oder als Sockelblende. Der Ablauf bleibt gleich, drei Punkte ändern sich:
Befestigung im Wellental
An der Wand werden die Platten in den Tiefsicken – also im Wellental – verschraubt, ohne Abstandhalter. Der Grund ist simpel: Hier läuft kein Wasser über die Befestigung. Salux ReWell wird an der Wand entsprechend in jedem 2. Wellental fixiert, beginnend beim ersten. Auf dem Dach wäre dieselbe Befestigung ein Leck.
Riegelabstände statt Pfettenabstände
An der Wand zählt die Windlast, nicht die Schneelast – die zulässigen Riegelabstände sind deshalb andere und stehen profilabhängig in der Hersteller-Anleitung. In exponierten Lagen mit hoher Windlast gilt: Abstände verringern und mindestens zwei Wellen überlappen.
Befestigung, Formteile & Zubehör
Zu jeder Profilplatte gehört das passende Befestigungssystem – die Mengen liefert Ihnen der Rechner oben:
Profilplatten
Blickdichte Well- und Profilplatten aus Kunststoff – für Dach, Wand und Sichtschutz, mit der Befestigungsart in den technischen Details.
Profilplatten ansehenSchrauben, Nägel & Abstandhalter
Schrauben mit Dichtkappe, Nägel mit Dichtscheibe und Abstandhalter – jeweils passend zum System Ihrer Platte.
Zubehör ansehenFirsthauben & Giebelwinkel
Formteile für First und Ortgang, passend zum Profil – bei Salux zugleich als Wand- und Maueranschluss einsetzbar.
Formteile ansehenLieber lichtdurchlässig?
Wenn Tageslicht durchs Dach soll, sind transparente Wellplatten die richtige Wahl – sie haben eigene Befestigungsregeln.
Zur Wellplatten-AnleitungDachrinnen
Der Traufüberstand leitet das Wasser in die Rinne – passende Rinnen, Halter und Fallrohre gibt es gleich dazu.
Dachrinnen ansehenAlles aus einer Hand
Platten, Befestiger und Formteile aufeinander abgestimmt in einer Lieferung – inklusive der passenden Montageanleitung am Artikel.
Jetzt zusammenstellenDie sechs häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Falscher Befestiger verwendet
Folge: Eine Schraube in einer für Nägel ausgelegten Platte oder ein zu kleines Loch – beides endet mit Rissen rund um den Befestigungspunkt.
Befestigungsart und Bohrdurchmesser stehen am Artikel: Scobanit Light nageln (6 mm), EVO schrauben (10 mm), Salux schrauben mit Abstandhalter.
Die Welle beim Anziehen verdrückt
Folge: Der Wellenberg verformt sich, die Dichtkappe sitzt schief – die Stelle wird undicht, und die Platte kann sich nicht mehr ausdehnen.
Nur so fest anziehen oder nageln, dass die Dichtkappe sauber anliegt – nicht weiter.
Ohne Vorbohren befestigt
Folge: Der Kunststoff reißt beim Durchtreiben ein; die thermische Längenänderung von 0,8 mm je Meter und 10 °C erledigt den Rest.
Jedes Loch mit dem Schälbohrer setzen – bei geringer Drehzahl, wenig Druck und mit glatten Lochrändern.
Ohne Versatz verlegt
Folge: An den Stoßpunkten liegen vier Plattenlagen übereinander – die Fläche wölbt sich, der Stoß wird nie dicht.
Erste Reihe mit ganzer Platte, zweite mit halber beginnen und im Wechsel fortfahren – dann entfällt auch der Eckzuschnitt.
Lattenabstand ohne Blick auf die Schneelast
Folge: Die Platte hängt zwischen den Latten durch, im Winter verformt sie sich dauerhaft oder bricht.
56 cm gelten bei Scobalit nur bis 90 kg/m² – darüber auf 46 cm und ab 200 kg/m² auf 31 cm verringern.
Auf dem Dach ins Wellental geschraubt
Folge: Der Befestiger sitzt genau da, wo das Wasser läuft – jede Bewegung der Platte öffnet die Stelle.
Auf dem Dach immer im Wellenberg (Hochsicke) befestigen. Die Tiefsicke ist ausschließlich der Wandverlegung vorbehalten.
Videos

ReWell – blickdicht & nachhaltig
Woraus die ReWell besteht, wo sie eingesetzt wird und warum sie bis 95 °C formstabil bleibt.

Scobanit Light im Einsatz
Die leichte, genagelte Variante – typische Einsatzbeispiele für Schuppen, Carport und Sichtschutz.

Profilfüller erklärt
Wie die offenen Wellen an Traufe, First und Wandanschluss gegen Treibregen, Laub und Insekten geschlossen werden.
Original-Montageanleitungen als PDF
Alle Werte auf dieser Seite stammen aus diesen vier Dokumenten. Verbindlich für Ihr Projekt ist die Anleitung zu Ihrer Platte:
Scobalit – Scobanit EVO
Die geschraubte Variante: Schraube 4,5 × 70 mm, Bohrdurchmesser 10 mm, jeder 3. Wellenberg, Lattenabstände gestaffelt nach Schneelast.
PDF öffnenScobalit – Scobanit Light
Die genagelte Variante: Nagel 2,8 × 70 mm mit Dichtscheibe, Bohrdurchmesser 6 mm, Nettodeckbreite 835 mm, Formteile in 0,85 m Länge.
PDF öffnenSalux – ReWell
Lager- und Verarbeitungshinweise der ReWell: 14 Schrauben je m², jeder 2. Wellenberg, Pfetten-/Riegelabstand 500 mm bei 85 kg/m², Bohrloch mindestens 10 mm.
PDF öffnenSalux – SINTRA
Die allgemeinen Lager- und Verarbeitungshinweise für Salux-Wellplatten mit den Pfetten- und Riegelabständen je Profil, Bogenverlegung und Firsthauben-Montage.
PDF öffnenAlle Anleitungen – auch für Profilbleche, Lichtplatten und Dachfolien – finden Sie gesammelt auf der Download-Seite.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Verlegen von Profilplatten
Beides kommt vor – es hängt am Produkt. Scobanit Light wird mit verzinkten Nägeln 2,8 × 70 mm mit Dichtscheibe befestigt, Scobanit EVO mit Schrauben 4,5 × 70 mm, und die Salux-Platten werden auf dem Dach mit Schrauben plus Abstandhalter in den Hochsicken fixiert. Die verbindliche Angabe steht in den technischen Details des Artikels.
Ja, ausnahmslos – auch beim Nageln. Der Kunststoff dehnt sich um rund 0,8 mm je Meter und 10 °C aus; ein zu enges oder gar kein Loch führt zu Rissen am Befestigungspunkt. Die Durchmesser: 6 mm bei Scobanit Light, 10 mm bei Scobanit EVO und Salux ReWell, bei Salux SINTRA mindestens der doppelte Schraubendurchmesser. Verwendet wird ein Kunststoff-Schälbohrer bei geringer Drehzahl.
Scobalit nennt für Scobanit EVO und Light 13 bis 15 Befestigungen je m² bei Befestigung auf jedem 3. Wellenberg, Salux für ReWell 14 Schrauben je m² bei jedem 2. Wellenberg. Für das Sinusprofil der SINTRA gibt Salux keinen m²-Wert an, sondern nur das Raster: Fixierung auf jeder 3. Welle (1., 4., 7. …); die Stückzahl ergibt sich dort aus Wellenteilung und Pfettenabstand. In Rand- und Überlappungsbereichen sowie an Formteilen wird bei allen Systemen auf jeder Welle befestigt – dort steigt der Bedarf entsprechend.
Die Regeldachneigung liegt bei 10° (17,6 %). Scobalit lässt für Scobanit EVO und Light zusätzlich eine Mindestdachneigung von 7° zu (12,3 %), Salux fordert für ReWell wie für seine Wellplatten durchgängig mindestens 10°. Unterhalb der Regelneigung gilt: zwei Wellen seitlich überdecken und 20 cm statt 15 cm in der Länge.
Bei Scobalit maximal 56 cm unter durchschnittlichen Schnee- und Windlasten – und gestaffelt nach Last: 56 cm bis 90 kg/m², 46 cm bis 200 kg/m², 31 cm bis 350 kg/m² Schneelast. Salux empfiehlt für ReWell rund 500 mm bei 85 kg/m² Flächen- oder Windlast und nennt in seiner Profiltabelle für das Sinusprofil 76/18 in 1,2 mm maximal 800 mm auf dem Dach bei 75 kg/m² Flächenlast, bei 100 kg/m² noch 550 mm; an der Wand sind es 1000 mm bei 50 kg/m² Windlast. Alle Werte sind an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen und bei Bedarf zu verringern. Die Traglattung liegt bei Scobalit bei 60 × 60 mm auf einer Konterlattung von mindestens 60 × 60 mm.
Seitlich mindestens eine ganze Welle, bei geringer Dachneigung oder hohen Lasten zwei Wellen. In der Länge 15 cm, unter denselben Bedingungen 20 cm. Der jeweilige Plattenstoß wird auf jeder Welle befestigt. Die Überdeckung liegt immer von der Wetterseite abgewandt.
Weil sonst an den Stoßpunkten vier Plattenlagen übereinanderliegen – die Fläche wölbt sich und der Stoß wird nicht dicht. Beginnen Sie die erste Reihe mit einer ganzen Platte und die zweite mit einer halbierten, dann im Wechsel weiter. Der Vorteil gegenüber der Alternative: Der aufwendige Eckzuschnitt entfällt komplett.
Ja – als Verkleidung, Sichtschutz oder Sockelblende. Der entscheidende Unterschied: An der Wand wird in den Tiefsicken, also im Wellental, verschraubt – ohne Abstandhalter, weil dort kein Wasser läuft. Statt der Pfettenabstände gelten die Riegelabstände nach Windlast, die für dasselbe Profil größer ausfallen dürfen. Auf dem Dach dagegen wird ausschließlich im Wellenberg befestigt.
Nein, Profilplatten sind nicht durchsturzsicher. Beim montagebedingten Begehen müssen gewichtsverteilende, abgepolsterte Bohlen oder Leitern verwendet werden, die über mindestens zwei Pfettenfelder beidseitig aufliegen (siehe BGV C22 §11, BGR 203). Das gilt auch für spätere Reinigung und Wartung.
Mit einer feinverzahnten Hand- oder Tischkreissäge auf stabiler Auflage oder mit der Stichsäge – Flattern und Verkanten verhindern, Schnittkanten anschließend entgraten und die Späne entfernen. Vom Trennschleifer raten wir ab: Die Salux-Verarbeitungshinweise lassen den Einhand-Winkelschleifer mit Diamant-Trennscheibe zwar zu, unsere Artikelangaben zur PVC-Platte SINTRA schließen ihn dagegen ausdrücklich aus, weil die Hitze das Material schmilzt und die Dämpfe gesundheitsschädlich sind. Wir folgen hier der vorsichtigeren Angabe.
Plan auf ebenem Untergrund (zum Beispiel Palette mit Kartonunterlage), gut belüftet, nicht auf aufgeheizter Fläche und abgedeckt mit einer weißen, wasser- und lichtundurchlässigen Plane. Salux nennt als Grenzwerte 40 °C Lufttemperatur im Lagerraum, 60 % relative Luftfeuchte und maximal 50 °C im Plattenstapel. Schäden durch unsachgemäße Lagerung – Verformungen, Verfärbungen, Risse – sind ausdrücklich kein Garantiefall.
Nein – anders als unsere Profilbleche kommen Profilplatten in festen Längen. Sie wählen also die nächstgrößere verfügbare Länge und kürzen bauseits, wenn nötig. Welche Längen es für Ihre Platte gibt, steht am Artikel. Beim Kürzen gelten dieselben Regeln wie beim Zuschnitt: feinverzahnt sägen, Kanten entgraten, Späne entfernen.
Platten, Befestiger und Formteile in einer Lieferung
Blickdichte Profilplatten aus Kunststoff für Dach, Wand und Sichtschutz – dazu die passenden Schrauben oder Nägel, Abstandhalter, Firsthauben und Giebelwinkel. Sie wählen die Platte, wir stellen zusammen, was dazugehört.
Lesen Sie auch unsere Blogbeiträge
Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2026
Technisch geprüft von: Grimberg GmbH (Kontakt)
