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Für Anschlüsse, Risse und Schadstellen, an die keine Bahn kommt – einkomponentig, direkt aus dem Gebinde, haftet auf Holz, Blech, Bitumen, Zink und Kunststoff.
Flüssigkunststoff: Anwendung, Schichtdicke & Verarbeitung
Flüssigkunststoff ist die flexible Detail-Abdichtung für Stellen, an denen eine Folie an ihre Grenzen kommt – Kaminanschlüsse, Lichtkuppeln, Kehlen und gealterte Detailflächen. Nach dem Auftrag mit Pinsel oder Rolle härtet das Material zu einer nahtlosen, dauerelastischen Gummihaut aus, die jeder Geometrie folgt. Spezielle Fachbegriffe rund um das Thema Abdichtung erklären wir Ihnen im Fachglossar.
- Vielseitig: Geeignet für Flachdach-Abdichtung, Detailanschlüsse und Risssanierung an Bitumen, Bleche oder EPDM.
- Extrem robust: Dauerelastisch, UV-beständig und widerstandsfähig gegen Frost, Hitze und Witterung.
- Vier Farben: Grau, Schwarz, Weiß und Transparent – passend zu Bitumen, EPDM, Stegplatten oder unsichtbar als Reparatur.
- Nahtlos: Folgt jeder Geometrie, keine Stoßnähte – die Wahl für komplexe Detailflächen mit Durchführungen.
Egal ob kleines Leck am Gartenhaus oder Sanierung eines undichten Kaminanschlusses: Flüssigkunststoff ist mit minimalem Werkzeug verarbeitbar und benötigt keine offene Flamme.
„Bei Flüssigkunststoff entscheidet die Schichtdicke alles. Auftragen in zwei Lagen mit Vlieseinlage ist Standard; einlagig spart kurzfristig Material, kostet langfristig die komplette Sanierung. Faustregel im Lager: 1,5 mm Gesamtschicht ist Minimum, 2,0 mm sind besser.“
Wo wird Flüssigkunststoff optimal eingesetzt?
Durch seine hervorragende Haftung auf fast allen Untergründen ist Flüssigkunststoff ein echter Problemlöser – überall dort, wo eine Bahn oder Folie an Geometrie scheitert:
- Flachdächer & Balkone: Fugenlose Flachdach-Abdichtung kleiner Flächen ohne Schweißnähte.
- Detailanschlüsse: Sicheres Abdichten von Kaminen, Lichtkuppeln, Dachfenstern und Rohrdurchführungen.
- Reparaturen: Schnelles Verschließen von Rissen bei alten Bitumenbahnen, EPDM-Folien oder Schuppendächern. Praxis-Anleitung im Blog: EPDM-Folie reparieren.
- Rinnen & Kehlen: Sanierung von undichten Dachrinnen und schwer zugänglichen Innenkehlen.
Flüssigkunststoff, Reparaturband oder EPDM-Folie – welche Lösung passt?
Bei der Dachabdichtung stehen drei Systeme zur Wahl, die sich nicht ersetzen, sondern ergänzen. Die richtige Wahl hängt vor allem von Geometrie und Flächengröße ab:
| Merkmal | Flüssigkunststoff | Reparaturband | EPDM-Dachfolie |
|---|---|---|---|
| Bevorzugter Einsatz | Komplexe Details, Anschlüsse, Kehlen | Gerade Risse, Stoßstellen, Übergänge | Großflächige Dachabdichtung |
| Geometrie | Folgt jeder Form (3D) | Geradlinig auf Bahn | Großflächig eben |
| Verarbeitung | Streichen / Rollen + 24–48 h Aushärtung | Abziehen, andrücken – sofort dicht | Kaltverklebung in Bahnen |
| Erforderliche Schichtdicke | ca. 1,5 mm in 2 Lagen | Bandstärke (1–2 mm) | 1,14 mm bis 1,50 mm Folie |
| Erwartete Lebensdauer | 10–15 Jahre | 15–20 Jahre | über 50 Jahre |
| Untergründe | Bitumen, Metall, Beton, Holz, EPDM, Glas, Kunststoff | Metall, Bitumen, Beton, Holz, Kunststoffe, EPDM, Ziegel | Holz, OSB, Bitumen, Dachpappe, Beton |
| Untergrund darf feucht sein | Ja – nur nicht bei Regen verarbeiten | Nein – trocken und fettfrei | Nein – trocken und fettfrei |
| Typisches Anwendungsbeispiel | Undichter Kaminanschluss, Rohrdurchführung | Riss in der Dachrinne, langer Stoß an Schweißbahn | Komplettes Carport- oder Garagendach |
Faustregel: Bei geradlinigen Schäden ist das Reparaturband schneller, sauberer und sofort belastbar. Bei Detailpunkten mit dreidimensionaler Geometrie (Kamin, Lichtkuppel, Innenkehle) führt am Flüssigkunststoff kein Weg vorbei. Für die komplette Erneuerung der Dachhaut wählen Sie eine EPDM-Dachfolie. Detail-Vergleich im Blog: EPDM oder Bitumen?
Auf welchen Untergründen haftet Flüssigkunststoff?
Der entscheidende Vorteil gegenüber Folien und Bahnen: Flüssigkunststoff haftet praktisch auf jedem tragfähigen und sauberen Untergrund – meist ohne Primer, und anders als bei Klebersystemen darf die Oberfläche sogar feucht sein:
- Bitumen & Schweißbahn: Sanierung undichter Stellen und Anschlüsse – auch auf altem, gealtertem Bitumen. Strategie-Hilfe im Blog: Alte Dachhaut entfernen oder überkleben?
- Beton & Mauerwerk: Anschluss an Attika, Balkonsockel oder Fassade.
- Holz & OSB: Reparaturen an Carport-, Schuppen- oder Gartenhausdächern.
- Metall: Stahlbleche, Aluminium, Zink, Kupfer – Korrosionsstellen und Anschlüsse.
- EPDM & PVC: Detail-Reparaturen an bestehender EPDM-Folie oder PVC-Dachbahn.
- Glas & Polycarbonat: Mit der transparenten Variante unsichtbare Reparatur an Stegplatten oder Lichtkuppeln.
- Was vermeiden: Fettige, lose besandete oder abblätternde Untergründe sowie stehendes Wasser. Bei stark saugendem Beton ist ein Voranstrich empfehlenswert.
Auf den meisten Untergründen ist kein Primer erforderlich – das spart Material und Zeit gegenüber klassischen Beschichtungen.
Welche Gebindegröße brauche ich für mein Projekt?
Wir bieten Ihnen genau die Menge, die Sie für Ihre Aufgabe benötigen. Als Faustregel rechnen Sie mit ca. 2 kg/m² für die empfohlene Schichtdicke von 1,5 mm in zwei Lagen:
- Kleine Dose (300 g): Empfohlen für kleine Reparaturen, Haarrisse, punktuelle Ausbesserungen oder kleine Rohrdurchführungen – reicht für ca. 0,15 m². Die transparente Variante führen wir gesondert in 250 ml und 800 ml.
- 1 kg Eimer: Bewährt bei Kaminanschlüssen, Lichtkuppeln oder längeren Fugen – reicht für ca. 0,5 m².
- 5 kg Eimer: Die wirtschaftliche Wahl, wenn mehrere Anschlüsse oder eine zusammenhängende Teilfläche abzudichten sind – reicht für ca. 2,5 m².
- Set oder einzeln: Die 1-kg- und 5-kg-Gebinde gibt es auch als Set inklusive Armierungsvlies und Pinsel – praktisch, weil das Vlies bei Rissen und Materialübergängen ohnehin Pflicht ist.
Passende Farbe für eine unauffällige Abdichtung
Abdichtungen müssen nicht störend wirken. Wählen Sie die Farbe so, dass sie sich harmonisch in Ihr Dachbild oder Ihre Fassade einfügt:
- Schwarz & Grau: Der Standard für Bitumendächer, Blechanschlüsse oder dunkle EPDM-Folien.
- Weiß: Stark reflektierend – schützt vor zu starker Aufheizung (Cool-Roof-Effekt) und passt zu hellen EPDM- oder PVC-Dächern.
- Transparent: Bewährt bei Glas, Stegplatten oder sichtbaren Fugen, bei denen die Reparatur unsichtbar bleiben soll.
Wie wird Flüssigkunststoff verarbeitet?
Die Anwendung ist unkompliziert und erfordert weder Spezialwerkzeug noch offenes Feuer (wie beim Schweißen von Bitumen):
- Untergrund vorbereiten: Staub- und fettfrei abkehren, lose Bereiche und alten Anstrich entfernen. Der Hersteller empfiehlt, die Fläche vorab mit Aceton oder einem alkoholischen Reiniger zu entfetten; beschichtete Untergründe müssen unter Umständen angeschliffen werden.
- Verarbeitungstemperatur: +5 °C bis +35 °C und nur bei trockener Witterung. Kein Auftrag bei Frost oder unmittelbar drohendem Regen – eine feuchte Oberfläche ist dagegen unproblematisch.
- Erste Lage: Mit breitem Pinsel oder Veloursrolle satt auftragen – Verbrauch ca. 1 kg/m² für die Grundlage.
- Armierung: Bei Rissen über 2 mm Armierungsvlies einbetten: Der Hersteller trägt dafür zunächst zwei Drittel des Materials auf, legt das Vlies ein und überstreicht es nass-in-nass mit dem restlichen Drittel. Das Vlies muss vollständig durchtränkt sein und der Kunststoff mindestens 2,5 mm seitlich darüber hinausreichen.
- Zweite Lage: Für eine weitere Schicht nennt der Hersteller einen Abstand von rund 6 Stunden – noch einmal ca. 1 kg/m², Zielschichtdicke nach Aushärtung rund 1,5 mm.
- Trocknung: Die Oberfläche zieht witterungsabhängig innerhalb weniger Stunden an, die vollständige Durchhärtung ist nach 24–48 Stunden abgeschlossen.
Nach der Trocknung entsteht eine nahtlose, hochflexible Gummihaut, die Bewegungen des Bauwerks problemlos mitmacht.
Technische Dokumentation & passende Systemkomponenten
Flüssigkunststoff ergänzt sich gut mit den anderen Abdichtungs-Systemen aus unserem Sortiment. Diese Hilfsmittel und Cross-Reads helfen Ihnen bei der Planung:
- Für gerade Schäden: Microsealant-Reparaturband – schneller, sauberer und sofort belastbar bei geradlinigen Rissen.
- Für große Flächen: EPDM-Dachfolie – die langlebige Komplettlösung mit über 50 Jahren Lebensdauer. Die komplette Verlegung zeigt unsere Anleitung „EPDM Dachfolie verlegen“.
- Werkzeug & Zubehör: Pinsel, Rollen, Vlies und EPDM-Systemzubehör für die saubere Verarbeitung.
- Datenblätter: Aktuelle Sicherheits- und Produktdatenblätter zu Flüssigkunststoff finden Sie auf der jeweiligen Artikelseite.
- Projektplanung: Für ein komplettes Flachdach-Abdichtungssystem siehe Projektseite Flachdach-Abdichtung.
- Video-Ratgeber: Praxistipps und Erklärvideos zu allen Produkten in unserer Video-Galerie.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Flüssigkunststoff
Flüssigkunststoff bietet exzellente Haftung auf Bitumen, Beton, Mauerwerk, Holz, Metall (wie Dachblechen), EPDM und PVC sowie auf Glas und Polycarbonat (mit transparenter Variante). Ein Primer ist in der Regel nicht erforderlich – nur bei stark saugendem Beton empfehlen wir einen Voranstrich.
Nein – anders als bei Klebersystemen darf die Oberfläche feucht sein. Das ist einer der großen Vorteile von Flüssigkunststoff bei der Reparatur: Sie müssen nicht warten, bis das Dach vollständig abgetrocknet ist. Was nicht geht, ist die Verarbeitung bei Regen oder auf stehendem Wasser. Entscheidend bleibt, dass die Fläche fest, sauber, staub- und fettfrei ist.
Für die empfohlene Schichtdicke von 1,5 mm in zwei Lagen rechnen Sie mit ca. 2 kg/m². Damit reicht die 300-g-Dose für etwa 0,15 m², der 1 kg Eimer für 0,5 m² und der 5 kg Eimer für ca. 2,5 m². Die transparente Variante gibt es in 250 ml und 800 ml.
Der Hersteller nennt +5 °C bis +35 °C bei trockener Witterung. Bei Frost härtet das Material nicht aus, bei großer Hitze trocknet die Oberfläche schnell an und es kann Hautbildung entstehen. Bei Regen oder unmittelbar drohendem Regen wird nicht verarbeitet – eine feuchte Oberfläche ist dagegen zulässig.
Das hängt stark von Witterung und Temperatur ab. Die komplette Durchhärtung ist nach ca. 24 bis 48 Stunden abgeschlossen. Für eine weitere Schicht nennt der Hersteller einen Abstand von rund 6 Stunden; wird mit Vlies gearbeitet, wird dagegen sofort nass-in-nass überstrichen.
Bei Rissen über 2 mm Breite, bei Materialübergängen (z. B. Anschluss Holz an Beton) und bei bewegten Bauteilen ist Armierungsvlies Pflicht; der Hersteller empfiehlt es generell für eine robustere Abdichtung. Vorgehen: zwei Drittel des Materials auftragen, Vlies einlegen, vollständig durchtränken und mit dem restlichen Drittel nass-in-nass überstreichen – mit mindestens 2,5 mm seitlichem Überstand. Ohne Vlies reißt der Flüssigkunststoff bei Spannung genau an der schwächsten Stelle. In den 1-kg- und 5-kg-Sets ist das Vlies bereits enthalten.
Ja. Flüssigkunststoff bleibt auch bei Frost oder starker Sonneneinstrahlung (UV-beständig) dauerelastisch und überbrückt thermische Materialausdehnungen ohne zu reißen. Die erwartete Lebensdauer der Abdichtung liegt bei 10 bis 15 Jahren – bei großflächigen Dächern empfehlen wir stattdessen die EPDM-Dachfolie mit über 50 Jahren Lebensdauer.
Ja. Auf gealtertem Bitumen haftet Flüssigkunststoff direkt – bewährt zur Sanierung undichter Stellen ohne komplette Erneuerung. Auf EPDM-Folien kann er als Detail-Reparatur eingesetzt werden, beispielsweise an Kaminanschlüssen oder Rohrdurchführungen. Wichtig ist nur, dass die Folie zuvor gereinigt und entfettet wird.
Wenn Sie größere Flächen wie ganze Dächer abdichten möchten, informieren Sie sich auch über unsere EPDM-Dachfolien oder die Projektseite Flachdach-Abdichtung. Bei geradlinigen Rissen ist außerdem das Microsealant-Reparaturband oft die schnellere Lösung. Technische Begriffe erläutern wir detailliert in unserem Fachglossar.
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Letzte Aktualisierung: 13. August 2026
Technisch geprüft von: Maurice Grimberg, Geschäftsführer (Kontakt)








