verlegen in 6 Schritten
Profil 5 und Profil 6 richtig eindecken – mit den Original-Werten der Montageanleitung für die Wellplatten Europa.
Faserzement-Wellplatten verlegen: Schritt-für-Schritt-Anleitung für Profil 5 und Profil 6
Faserzement verhält sich anders als jede Kunststoff- oder Blecheindeckung: Die Platten werden ohne Vorbohren mit Dachdecker-Bohrschrauben befestigt, sie sind nichtbrennbar nach DIN EN 13501 (Klasse A2-s1,d0), und ihr Pfettenabstand richtet sich nach der Plattenlänge, nicht nach einem festen Rastermaß. Diese Anleitung führt durch die komplette Dachmontage der Wellplatten Europa – inklusive der Regeln für eingebaute Lichtplatten. Alle Werte stammen aus der Original-Montageanleitung des Herstellers.
Auf dieser Seite
"Die meisten Reklamationen bei Faserzement sind gar keine. Weiße Kalkabdrücke aus dem Stapel verschwinden nach den ersten Regenfällen von allein, und Wasserflecken auf der Unterseite sind in den ersten Monaten die Produktionsfeuchte, die entweicht. Was dagegen wirklich zählt: Beschädigungen müssen Sie melden, bevor die Platte auf dem Dach liegt – danach ist die Reklamation weg. Und schrauben Sie nie auf den ersten Wellenberg, egal wie logisch das aussieht."
Werkzeug & Material: Das brauchen Sie
Werkzeug
- Akkuschrauber mit Tiefenanschlag – die Bohrschraube setzt das Loch selbst, entscheidend ist ein gleichmäßiger Anpressdruck auf die Dichtscheibe
- Schlagschnur, Maßband, Winkel – die erste Platte muss exakt rechtwinklig liegen, sonst läuft die ganze Fläche aus dem Lot
- Marker zum Anzeichnen der Schraubenreihen – der Hersteller empfiehlt ausdrücklich, sie auf jeder Tafel zu markieren
- Winkelschleifer nur für Zubehör – etwa um die Überdeckungsmuffe am Giebelwinkel abzutrennen, wenn sie nicht gebraucht wird
- Laufbohlen – Wellplatten gelten als nicht begehbare Bauteile und dürfen weder als Arbeitsplatz noch als Verkehrsweg dienen
Material
- Faserzement-Wellplatten in Profil 5 (Deckbreite 873 mm) oder Profil 6 (Deckbreite 1050 mm)
- Dachdecker-Bohrschrauben aus verzinktem Stahl oder Edelstahl, mit Dichtscheibe – ohne Vorbohren einsetzbar
- Firsthauben und Giebelwinkel passend zum Profil – die Giebelwinkel haben eine Überdeckungsmuffe
- Butyl-Dichtungsstreifen, falls die Dachneigung unter 12° liegt – sie werden in den Querstoß eingelegt
- Luftdurchlässige, regendichte Plane für die Zwischenlagerung – ausdrücklich keine Folie, sonst bildet sich Kondensat
Platten, Reihen und Pfettenabstand berechnen
Bei Faserzement hängt die Unterkonstruktion an der Plattenlänge: Jede Länge hat ihren eigenen zulässigen Pfettenabstand, weil die Platte genau auf den Auflagern enden muss. Der Rechner berücksichtigt die Längenüberdeckung von 200 mm und rechnet mit der Deckbreite Ihres Profils:
Die Längenüberdeckung von 200 mm ist eingerechnet, die Seitenüberdeckung von rund 47 mm steckt bereits in der Deckbreite. Die Auflagerbreite darf 50 mm nicht unterschreiten.
Wie viele Schrauben je Platte gesetzt werden und wo genau, hängt vom Bemessungswert für Windsog am Standort ab – das rechnet dieser Rechner bewusst nicht mit. Die Anordnungsbilder stehen in der Montageanleitung; verbindlich sind darüber hinaus die Angaben am Artikel.
Pfettenabstand je Plattenlänge
Der zulässige Abstand ergibt sich aus der Feldteilung, nicht aus der Tragfähigkeit allein – deshalb ist er nicht einfach „je länger, desto weiter":
- 1250 mm Plattenlänge → 1,05 m
- 1600 mm → 1,40 m oder 0,70 m
- 2000 mm → 0,90 m
- 2500 mm → 1,15 m
Dachneigung: 12°, 7° und was dazwischen geht
Die empfohlene Dachneigung liegt bei mindestens 12°. Darunter ist die Verlegung möglich, wenn im Querstoß ein Butyl-Dichtungsstreifen eingelegt wird. Unter 7° müssen andere Dachmaterialien eingesetzt werden – dort ist Faserzement schlicht nicht mehr zulässig. Und noch eine Regel für die Ränder: Der Überstand an Traufe und Pultfirst darf ein Viertel des höchstzulässigen Pfettenabstandes nicht überschreiten.
Faserzement-Wellplatten verlegen in 6 Schritten
Unterkonstruktion prüfen und Pfetten einteilen
Vor dem ersten Handgriff steht die Bestandsaufnahme – gerade bei Sanierungen auf vorhandener Konstruktion:
- Unterkonstruktion auf Mängel prüfen: Feuchtigkeit, Höhendifferenzen, unzureichende Befestigung, Unebenheiten – und vor Montagebeginn nacharbeiten. Später liegt die Platte darauf.
- Pfettenabstand nach Plattenlänge einteilen – 1,15 m bei 2500 mm Platten, 0,90 m bei 2000 mm, 1,40 m oder 0,70 m bei 1600 mm, 1,05 m bei 1250 mm. Den Wert für Ihre Kombination liefert der Rechner oben.
- Auflagerbreite mindestens 50 mm – schmalere Pfetten oder Latten geben der Platte keine sichere Auflage.
- Feuchte Hölzer einplanen: Eine feuchte Unterkonstruktion schrumpft beim Trocknen, und der Anpressdruck der Befestiger geht verloren. Deshalb empfiehlt der Hersteller, die Schrauben nach etwa einem Jahr nachzuziehen.
Platten lagern und Lieferung kontrollieren
Faserzement will trocken und beschattet liegen – und die Sichtprüfung gehört zwingend vor die Montage:
- Erst prüfen, dann verlegen: Beschädigungen sowie Material- und Farbfehler vor der Bearbeitung unverzüglich melden – danach ist die Reklamation ausgeschlossen.
- Auf ebenem Untergrund stapeln, gegen Nässe schützen und gegen Wind und Sturm sichern. Auf der Baustelle mit einer luftdurchlässigen, regendichten Plane abdecken – keine Folie. Längere Lagerung gehört „unter Dach".
- Werkspaketumhüllung öffnen: Sie ist reiner Transportschutz; bleibt sie geschlossen, bildet sich Kondensat im Stapel.
- Vor direkter Sonne schützen. Zwischen den Platten liegen aus Umweltgründen keine Schutzfolien – dadurch können Kalkabdrücke und Kalkflecken entstehen. Sie sind kein Mangel und verschwinden durch Regen, Hagel und Schnee wieder von allein.
Ausschnüren und die erste Platte setzen
Anders als bei Blech und Kunststoff gibt der Hersteller hier eine feste Richtung vor:
- Verlegt wird von rechts nach links – die Reihenfolge ergibt sich aus dem vorgefertigten Eckanschnitt der Platten.
- Die erste Platte muss exakt rechtwinklig liegen. Sie bestimmt die gesamte Fläche; ein Millimeter Schiefstand summiert sich über zehn Bahnen zu einem sichtbaren Versatz.
- Winkligkeit regelmäßig kontrollieren – zu Traufe und First, nicht nur am Anfang.
- Überstand begrenzen: An Traufe und Pultfirst darf die Auskragung ein Viertel des höchstzulässigen Pfettenabstandes nicht überschreiten.
Eckanschnitt abbrechen und überdecken
Der Eckanschnitt ist die elegante Lösung des Vierfach-Problems – und er ist bei den Europa-Platten bereits vorgefertigt:
- Ecken nur abbrechen, nicht abschlagen. Die Platten sind an den betreffenden Ecken vorgeritzt – ein sauberer Bruch genügt. Schläge beschädigen die Platte.
- Warum überhaupt: Ohne Eckanschnitt liegen an einem Punkt vier Wellplatten übereinander – die Fläche hebt sich, der Stoß wird nicht dicht.
- Längenüberdeckung 200 mm, Seitenüberdeckung ca. 47 mm. Die Seitenüberdeckung steckt bereits in der Deckbreite: 873 mm bei Profil 5 (Plattenbreite 920 mm), 1050 mm bei Profil 6 (Plattenbreite 1097 mm).
- Unter 12° Dachneigung kommt zusätzlich ein Butyl-Dichtungsstreifen in den Querstoß.

Befestigen – ohne Vorbohren, aber mit Gefühl
Das ist der Punkt, an dem sich Faserzement am deutlichsten von Kunststoff- und Blecheindeckungen unterscheidet:
- Ohne Vorbohren mit verzinkten oder Edelstahl-Dachdecker-Bohrschrauben. Die Schraube setzt ihr Loch selbst.
- Schraubenreihen auf jeder Tafel markieren und rechtwinklig zur Dachebene setzen – nur so sitzt der Anpressdruck gleichmäßig auf der Dichtscheibe.
- Nicht zu fest anziehen. Eine deformierte Dichtscheibe dichtet nicht mehr, und die Platte selbst kann brechen.
- Randabstand mindestens 50 mm an beiden Plattenenden.
- Anzahl und Anordnung richten sich nach dem Windsog. Der Hersteller staffelt die Befestigungsanordnung für Profil 5 und Profil 6 auf Holz- und Stahlunterkonstruktionen nach vier Bemessungswerten – von unter 0,79 bis unter 3,64 kN/m². Die maßgeblichen Anordnungsbilder stehen in der Montageanleitung; das Eigengewicht der Platten ist dabei berücksichtigt und hängt von der Dachneigung ab.
First, Giebelwinkel und Endkontrolle
Zum Schluss werden die Ränder geschlossen – und ein Termin für später notiert:
- Firsthauben und Giebelwinkel passend zum Profil montieren. Die Giebelwinkel sind mit einer Überdeckungsmuffe versehen – wird sie nicht gebraucht, lässt sie sich mit dem Winkelschleifer abtrennen.
- Nachziehen nach etwa einem Jahr: Trocknet die Unterkonstruktion, schrumpft sie – die Schrauben verlieren Anpressdruck und das Dach wird undicht. Ein Termin im Kalender ist billiger als die Suche nach dem Leck.
- In den ersten Monaten normal: Auf der Unterseite können Wasserflecken auftreten, weil die Produktionsfeuchte nach und nach entweicht. Auch eine ganz leichte Durchfeuchtung bei Regen ist möglich, solange die Mikroporen der diffusionsoffenen Platten ihre volle Filterwirkung noch nicht erreicht haben.
Lichtplatten im Faserzementdach: eigene Regeln
Fast jedes Faserzementdach bekommt Tageslicht – über lichtdurchlässige Dach- und Wandtafeln im gleichen Profil. Sie werden in dieselbe Fläche eingedeckt, folgen dabei aber anderen Regeln als der Faserzement daneben:
Befestigung und Bearbeitung
- Auf jedem Wellenberg befestigen – mit Abstandhalter darunter. Lichtplatten tragen weniger und brauchen deshalb deutlich mehr Befestigungspunkte als Faserzement.
- Hier wird vorgebohrt: Bohrloch 3 bis 4 mm größer als der Schraubendurchmesser, mit dem Kunststoff-Stufenbohrer – für die Wärmeausdehnung.
- Sägen: feingezahnte, nicht zu weit geschränkte Blätter (30°). Elektrische Trennschleifer werden mit Steintrenn- oder Diamantscheibe bestückt.
- Nicht unter 5 °C verlegen oder verarbeiten.
Hitze, Auflage und Plattenseite
- Auflageflächen müssen hell sein – Alu-Klebeband oder weiße Dispersionsfarbe. Das gilt ausdrücklich auch für die Überlappung mit den dunklen Faserzementplatten daneben.
- Bewitterungsseite nach außen: Coextrudierte Platten (etwa Super HR, SX, PC) sind per Aufkleber oder Prägestempel markiert – niemals andersherum montieren.
- Vierfachüberlappungen vermeiden – bei Lichtplatten wegen des Hitzestaus, nicht nur wegen der Optik.
- Nie im Stapel in die Sonne: Hitzestau und Brennglaseffekt verformen die Platten dauerhaft. Zwischenlagerung lichtundurchlässig abdecken; die Werkspaketumhüllung ist auch hier kein Lagerschutz.
Alte Platten auf dem Dach? Erst Asbest ausschließen
Heutige Faserzement-Wellplatten sind asbestfrei – die auf dieser Seite beschriebene Montage gilt ausschließlich für sie. Wenn Sie ein Altdach ersetzen wollen, gibt es zwei Wege: die fachgerechte Entsorgung mit anschließender Neueindeckung, oder das Überdecken der Altplatten mit Profilblech, das ohne Demontage auskommt. Was wann zulässig ist, zeigt die Seite Asbestsanierung mit Profilblech.
Platten, Formteile & Zubehör
Faserzement-Wellplatten
Profil 5 und Profil 6 in verschiedenen Längen und Farben – nichtbrennbar nach DIN EN 13501, Klasse A2-s1,d0.
Wellplatten ansehenFormteile & Befestigung
Firsthauben, Giebelwinkel und Dachdecker-Bohrschrauben mit Dichtscheibe – abgestimmt auf Profil 5 und Profil 6.
Zubehör ansehenLichtplatten fürs Profil
Lichtdurchlässige Tafeln im passenden Wellprofil bringen Tageslicht in Scheune, Stall und Unterstand.
Lichtplatten ansehenAltdach überdecken
Asbesthaltige Altplatten lassen sich unter bestimmten Voraussetzungen mit Profilblech überdecken – ohne Demontage.
Zur AsbestsanierungDachrinnen
Der begrenzte Traufüberstand leitet das Wasser in die Rinne – passende Rinnen, Halter und Fallrohre gibt es dazu.
Dachrinnen ansehenAlles aus einer Hand
Platten, Formteile und Befestigung in einer Lieferung – mit der Montageanleitung direkt am Artikel.
Jetzt zusammenstellenDie sechs häufigsten Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Auf dem ersten Wellenberg verschraubt
Folge: Der Randwellenberg trägt die Last nicht – er bricht aus, und die Befestigung ist wirkungslos.
Die Anleitung verbietet es für Profil 5 und Profil 6 ausdrücklich. Randabstand mindestens 50 mm einhalten.
Schrauben zu fest angezogen
Folge: Die Dichtscheibe wird deformiert und dichtet nicht mehr – im schlimmsten Fall bricht die Platte am Befestigungspunkt.
Rechtwinklig zur Dachebene schrauben und nur so weit, dass die Dichtscheibe gleichmäßig anliegt.
Eckanschnitt weggelassen
Folge: Vier Platten liegen an einem Punkt übereinander, die Fläche hebt sich und der Stoß bleibt undicht.
Die vorgefertigten Ecken sauber abbrechen – nicht abschlagen – und von rechts nach links verlegen.
Pfetten nach Gefühl eingeteilt
Folge: Die Platte endet zwischen zwei Auflagern oder liegt zu schmal auf – beides führt zu Brüchen unter Schneelast.
Pfettenabstand nach Plattenlänge festlegen, Auflagerbreite mindestens 50 mm.
Stapel in Folie gelassen
Folge: Unter der Werksfolie bildet sich Kondensat, und der Stapel zieht in der Sonne Kalkflecken.
Paketumhüllung öffnen, mit luftdurchlässiger regendichter Plane abdecken und vor direkter Sonne schützen.
Beschädigte Platte erst nach der Montage reklamiert
Folge: Der Anspruch ist weg – nach der Verlegung sind erkennbare Mängel nicht mehr reklamierbar.
Jede Platte vor dem Aufbringen sichten und Schäden sofort melden, bevor sie bearbeitet oder verlegt wird.
Original-Montageanleitung als PDF
Alle Werte auf dieser Seite stammen aus diesem Dokument – insbesondere die Windsog-Tabellen mit den Befestigungsanordnungen für Profil 5 und Profil 6, die sich als Bild nicht sinnvoll nacherzählen lassen:
Montageanleitung Faserzement-Wellplatten Europa
Lagerung, Auflagerabstände je Plattenlänge, Dachneigung, Eckanschnitt und Verlegefolge, Befestigung samt Windsog-Anordnung für Profil 5 und Profil 6 sowie die Regeln für eingebaute Lichtplatten.
PDF öffnenWindsog-Anordnung im Zweifel prüfen lassen
Wie viele Schrauben je Platte gesetzt werden und wo genau, hängt vom Bemessungswert für Windsog am Standort ab – die Anleitung staffelt das in vier Stufen. Bei exponierten Lagen oder großen Dachflächen beraten wir Sie gern zur passenden Anordnung.
Kontakt aufnehmenAlle Anleitungen – auch für Profilbleche, Lichtplatten und Dachfolien – finden Sie gesammelt auf der Download-Seite.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Verlegen von Faserzement-Wellplatten
Nein. Die Befestigung erfolgt ohne Vorbohren mit verzinkten oder Edelstahl-Dachdecker-Bohrschrauben, die ihr Loch selbst setzen. Anders ist es bei den eingebauten Lichtplatten: Die werden mit einem Kunststoff-Stufenbohrer vorgebohrt, und zwar 3 bis 4 mm größer als der Schraubendurchmesser.
Empfohlen sind mindestens 12°. Zwischen 7° und 12° ist die Verlegung möglich, wenn in den Querstoß ein Butyl-Dichtungsstreifen eingelegt wird. Unter 7° müssen andere Dachmaterialien verwendet werden – dort ist Faserzement nicht mehr zulässig.
Er hängt an der Plattenlänge: bei 2500 mm Länge 1,15 m, bei 2000 mm 90 cm, bei 1600 mm 1,40 m oder 70 cm, bei 1250 mm 1,05 m. Zusätzlich gilt: Die Auflagerbreite darf 50 mm nicht unterschreiten, und der Überstand an Traufe und Pultfirst nicht mehr als ein Viertel des höchstzulässigen Pfettenabstandes betragen.
200 mm in der Länge und rund 47 mm an der Seite – die Seitenüberdeckung steckt bereits in der Deckbreite: 873 mm bei Profil 5 (Plattenbreite 920 mm) und 1050 mm bei Profil 6 (Plattenbreite 1097 mm). Rechnen Sie Ihren Bedarf am besten mit dem Rechner auf dieser Seite aus.
Damit an den Stoßpunkten nicht vier Wellplatten übereinanderliegen – das würde die Fläche anheben und den Stoß undicht machen. Die Wellplatten Europa haben dafür einen vorgefertigten Eckanschnitt: Die Ecken werden nur abgebrochen, nicht abgeschlagen. Verlegt wird dabei von rechts nach links.
Nein. Nach der Unfallverhütungsvorschrift § 11 „Bauarbeiten" gelten Wellplatten als nicht begehbare Bauteile; sie dürfen weder als Arbeitsplatz noch als Verkehrsweg genutzt und nur über Laufbohlen betreten werden. Unabhängig davon sind die Wellplatten Europa von der Berufsgenossenschaft für 10 Jahre ab Herstellungsdatum als durchsturzsicher zertifiziert – ein Durchfallen bei einem Sturz wird verhindert, eine zusätzliche Absicherung unterhalb der Dachfläche ist damit nicht erforderlich.
Das sind Kalkabdrücke beziehungsweise Kalkflecken aus dem Stapel. Zwischen den Platten liegen aus Umweltschutzgründen keine Schutzfolien mehr, dadurch drückt sich die darüberliegende Platte ab; Feuchtigkeit im Stapel verstärkt den Effekt – je nach Lagerdauer, Außentemperatur und Sonneneinstrahlung. Es ist kein Mangel – die Flecken verschwinden durch Regen, Hagel und Schnee wieder von allein. Deshalb den Stapel trotzdem vor direkter Sonne schützen.
In der Anfangszeit meist nicht. Zementprodukte geben ihre Produktionsfeuchte nur nach und nach ab – das kann sich unterseitig als Wasserfleck zeigen. Ebenfalls möglich ist anfangs eine ganz leichte Durchfeuchtung bei Regen, weil die Mikroporen der diffusionsoffenen Platten ihre volle Filterfunktion noch nicht erreicht haben. Beides gibt sich; bleibt es dauerhaft, prüfen Sie die Befestigungen und Überdeckungen.
Der Hersteller empfiehlt ein Nachziehen nach etwa einem Jahr. Der Grund liegt in der Unterkonstruktion: Feuchte Hölzer schrumpfen beim Trocknen, dadurch geht der Anpressdruck der Befestiger verloren – und Undichtigkeiten wären die Folge.
Dächer mit Faserzement-Wellplatten sind widerstandsfähig gegen Flugfeuer und strahlende Wärme. Nach DIN EN 13501 werden die Platten in die Klasse A2-s1,d0 – nichtbrennbar eingestuft. Das ist einer der Gründe, warum Faserzement im landwirtschaftlichen und gewerblichen Bau nach wie vor Standard ist.
Heutige Platten sind asbestfrei. Vorsicht gilt bei Altbeständen, die vor 1993 verbaut wurden: Sie dürfen nicht gebohrt, gesägt, gebrochen oder mit dem Hochdruckreiniger gereinigt werden, weil dabei Fasern freigesetzt werden. Demontage und Entsorgung gehören zu einem Fachbetrieb nach TRGS 519. Eine Alternative zur Demontage ist das Überdecken mit Profilblech.
Platten, Formteile und Schrauben in einer Lieferung
Faserzement-Wellplatten in Profil 5 und Profil 6 – nichtbrennbar, langlebig und für Scheune, Stall, Unterstand und Carport seit Jahrzehnten bewährt. Dazu Firsthauben, Giebelwinkel, Dachdecker-Bohrschrauben und passende Lichtplatten fürs Profil.
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Letzte Aktualisierung: 31. Juli 2026
Technisch geprüft von: Grimberg GmbH (Kontakt)
