Kunststoff-Vergleich: Welches Material für Ihr Lichtplatten-Projekt?
Die Wahl des richtigen Kunststoffs entscheidet über Haltbarkeit, Optik und Budget Ihres Vorhabens. Technische Fachbegriffe von A bis Z erklären wir Ihnen zudem detailliert in unserem Fachglossar. Jedes Material hat seine spezifische Stärke:
- PVC: Die wirtschaftliche Lösung für einfache Nutzbauten.
- Polycarbonat: Extrem schlagfest und temperaturbeständig (Hagelschutz).
- Acrylglas: Höchste Brillanz und natürliche UV-Stabilität.
- PET: Umweltfreundliches Recyclingmaterial, schlagfest und witterungsbeständig.
Unten finden Sie Detail-Infos und eine große Vergleichstabelle. Oder lassen Sie sich die Unterschiede direkt im Video erklären.

Geschäftsführerin
"Bei Anrufen merken wir oft, dass Kunden „PVC“ sagen, aber eigentlich Polycarbonat meinen – das liegt daran, dass PVC früher der Klassiker war. Unsere interne Daumenregel: PVC für kurzfristige Projekte, Polycarbonat überall dort, wo Hagel ein Thema sein kann, Acryl wenn die Optik im Vordergrund steht. Polycarbonat ist heute fast immer der vernünftige Mittelweg – die Mehrkosten gegenüber PVC amortisieren sich über die Lebensdauer."
Wo werden welche Kunststoffe eingesetzt?
Die vier Kunststoffe sind nicht austauschbar – jeder hat seinen passenden Einsatzbereich. Die richtige Wahl hängt von Hagelschutz, Wärmedämmung, Optik und Budget ab:
- Terrassendach und Wintergarten: Polycarbonat als Hohlkammerplatte (16–25 mm) für gedämmte Lösungen, Acrylglas für maximale Lichtbrillanz.
- Carport und Lichtband: Polycarbonat-Wellplatten – hagelsicher und nahezu unzerbrechlich. Details auf der Projektseite Carport-Dach.
- Gewächshaus: Polycarbonat-Stegplatten für gute Wärmedämmung und Bruchsicherheit – siehe Gewächshaus-Stegplatten.
- Landwirtschaft und Stall: PVC – ammoniakbeständig und wirtschaftlich. Mehr unter Stallbau.
- Brennholzlager und Schuppen: PVC oder PET – günstige Wellplatten für offene Unterstände, bei denen UV-Vergilbung keine Rolle spielt. Siehe Brennholzlager und Schuppen-Bedachung.
Polycarbonat (Der Hagel-Spezialist)
Polycarbonat (PC) ist ein Hochleistungskunststoff, der praktisch unzerbrechlich ist. Er ist die Standardwahl für die Terrassenüberdachung sowie für Gewächshaus-Stegplatten.
- Hagelsicher: Nahezu unkaputtbar (geprüfte Werte in den Datenblättern).
- Hitzebeständig: Formstabil bis ca. 120 °C – geeignet für sonnige Lagen oder Gewächshäuser.
- Varianten: Verfügbar als einschalige Welle oder als isolierende Hohlkammerplatten.
- Einsatzgrenzen: Empfindlich gegenüber Ammoniak und lösemittelhaltigen Reinigern – für Stalldächer daher nicht geeignet. Die Oberfläche ist zudem kratzempfindlicher als Acrylglas.
Acrylglas (Die brillante Optik)
Acrylglas (PMMA) bietet die höchste Lichtdurchlässigkeit und ähnelt optisch echtem Glas. Es ist die Premium-Lösung für ästhetisch anspruchsvolle Überdachungen.
- UV-Stabil: Von Natur aus UV-beständig (kein Vergilben). Details unter UV-Beständigkeit.
- Optik: Kristallklare Durchsicht für maximale Lichtausbeute in angrenzenden Räumen.
- Kratzfest: Deutlich härtere Oberfläche als Polycarbonat – bleibt auch nach Jahren klar.
- Steifigkeit: Sehr biegesteif, ermöglicht edle Optiken bei der Terrassenplanung – kalt biegen lässt es sich allerdings nicht.
PVC & PET (Wirtschaftlich & Robust)
Die Wahl für einfache Nutzbauten, Unterstände oder landwirtschaftliche Gebäude.
- PVC: Unschlagbar günstig und chemikalienbeständig gegen Ammoniak (siehe Stallbau).
- PET: Schlagfeste Lösung für ein preiswertes Brennholzlager oder einen Schuppen.
- Einsatzgrenzen: Geringere Temperaturbeständigkeit (PVC ca. 60 °C, PET ca. 100 °C) und begrenzte UV-Beständigkeit.
Direkter Vergleich: Alle Eigenschaften kompakt
| Eigenschaft | PVC | PET | Polycarbonat | Acrylglas |
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| Preis / Kosten |
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| UV-Beständigkeit |
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| Lichtdurchlass |
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| Schlagzähigkeit |
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| Hagelbeständigkeit |
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| Kratzbeständigkeit |
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| Chemikalien / Ammoniak |
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| Temperatur (bis) |
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| Verarbeitung |
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| Brandschutz |
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- Wählen Sie Polycarbonat für hagelsichere Dächer (z. B. Carport) oder zur Dämmung im Gewächshaus.
- Wählen Sie Acrylglas für höchste Ästhetik und Lichtausbeute bei der Terrassenüberdachung.
- Wählen Sie PVC für preiswerte Nutzbauten oder im Stallbau (Ammoniakresistenz).
- Wählen Sie PET als robuste Recycling-Alternative für ein langlebiges Brennholzlager oder einen Schuppen.
Typische Anwendungen für Lichtplatten-Materialien
Welches Material zu welchem Projekt passt – die vier häufigsten Anwendungsfälle im Überblick:
Terrassendach & Wintergarten
Polycarbonat-Stegplatten 16 mm für offene Terrassen (Hagel + Dämmung), Acrylglas 16 mm für maximale Brillanz. Beheizter Wintergarten: Polycarbonat 25 mm mit U-Wert bis 1,40 W/m²K.
Carport & Lichtband
Polycarbonat-Wellplatten als profilgleiches Lichtband im Trapezblech-Dach – hagelfest und langlebig. Details: Carport-Dach.
Gewächshaus & Anzuchthaus
Polycarbonat-Stegplatten 4,5–10 mm – diffuses Licht ohne Brennglas-Effekt, bruchsicher gegenüber Glas. Mehr unter Gewächshaus-Stegplatten.
Stall, Schuppen, Unterstand
PVC- oder PET-Wellplatten – wirtschaftlich, ammoniakbeständig. Für intensiv genutzte Stalldächer mit Lichtbändern empfehlen wir profilgleiche Lichtplatten in Faserzement-Profilen.
Bei PVC und PET ist die UV-Beständigkeit begrenzt – im Wohnbereich oder bei sichtbarer Lage daher Polycarbonat oder Acrylglas bevorzugen.
Verarbeitungs- und Planungshinweise
Lichtplatten dehnen sich bei Temperaturwechseln stark aus – die häufigsten Verlegefehler entstehen genau dort. Diese Punkte beachten:
- Wärmedehnung einplanen: Polycarbonat dehnt sich bei 30 °C Temperaturwechsel ca. 2 mm pro Meter aus – bei 6 m Platte sind das 12 mm. Schraublöcher 3–4 mm größer als der Schraubenschaft vorbohren.
- UV-Schutzseite nach außen: Polycarbonat und PVC haben eine markierte UV-Seite – falsch herum verlegt vergilbt die Platte in wenigen Jahren.
- Verlegeprofile bei Stegplatten: Stegplatten niemals direkt verschrauben – immer in Verlegeprofile einsetzen. Übersicht: Verlegeprofile für Stegplatten.
- Mindestdachneigung: Stegplatten ab 5°, Wellplatten ab 7° – sonst sammelt sich Wasser oder Schmutz.
- Zuschnitt: Mit feinzahniger Stichsäge oder Kreissäge – nicht mit dem Winkelschleifer (Hitze).
- Stirnseiten abdichten: Bei Stegplatten First mit Alu-Klebeband, Traufe mit Anti-Dust-Tape – verhindert Algenbildung in den Hohlkammern.
Technische Dokumentation & Planung
Für eine professionelle Umsetzung stellen wir Ihnen alle Planungsunterlagen zur Verfügung:
- Datenblätter: Material-Eigenschaften, U-Werte und Lichtdurchlässigkeit in unseren Datenblättern.
- Montageanleitung: Bebilderte Anleitungen für alle Materialien.
- Konfiguration: Mit dem Dach- und Wand-Planer für Wellplatten ermitteln Sie exakt die Material- und Stückzahl.
- Ratgeber: Praxis-Hinweis im Blog Wellplatten aus Acryl oder Polycarbonat? sowie Polycarbonat oder PVC?
- Video-Ratgeber: Aus der Praxis und Erklärvideos zu allen Produkten in unserer Video-Galerie.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Kunststoff-Vergleich
Wellplatten sind einschalig (eine Materialschicht) – günstig, geringe Wärmedämmung. Stegplatten sind mehrschalig mit Hohlkammern – höhere Wärmedämmung, etwas weniger Lichtdurchlässigkeit. Beide Bauformen sind in Polycarbonat verfügbar.
PVC ist im Materialpreis etwa 30–40 % günstiger als Polycarbonat. Rechnen Sie jedoch die Nutzungsdauer mit, ist Polycarbonat oft die wirtschaftlichere Wahl – es ist UV-stabiler und deutlich schlagfester. Direkter Vergleich im Blog: Polycarbonat oder PVC?
Polycarbonat ist mit Abstand am hagelfestesten – nahezu unzerbrechlich und für die meisten Hagel-Belastungen ausgelegt. PVC, PET und Acrylglas brechen bei größeren Hagelkörnern. Für Standorte mit hoher Hagelgefahr ist Polycarbonat daher die einzig sichere Wahl. Details im Blog: Sind Lichtplatten hagelfest?
PVC und PET haben eine eingeschränkte UV-Beständigkeit und vergilben durch UV-Strahlung über die Jahre. Polycarbonat ist mit einer beidseitigen UV-Schutzschicht ausgestattet, die das Material vor Vergilben schützt. Acrylglas ist von Natur aus UV-stabil ohne Beschichtung.
Acrylglas hat die härteste Oberfläche und bleibt auch nach Jahren klar. Polycarbonat ist zwar nahezu unzerbrechlich, aber vergleichsweise weich und damit kratzempfindlich – deshalb bei der Reinigung nie trocken wischen und keine Scheuermittel verwenden.
PVC bis ca. 60 °C, PET und Acrylglas bis ca. 100 °C, Polycarbonat bis ca. 120 °C. Bei Lichtplatten in sonniger Lage oder neben Schornsteinen ist Polycarbonat die sicherere Wahl.
Für die meisten Terrassen sind 16 mm Polycarbonat-Stegplatten die wirtschaftlich beste Wahl. Wenn die Optik im Vordergrund steht und Sie maximale Brillanz wollen, ist Acrylglas 16 mm die Premium-Lösung. Bei beheizten Wintergärten 25 mm Polycarbonat mit U-Wert 1,40 W/m²K. Details: Terrassenüberdachung – Materialwahl.
Bei Tierhaltung mit Ammoniakatmosphäre sind PVC und PET der Standard – chemisch beständig und wirtschaftlich. Polycarbonat und Acrylglas sind im Stallbau nicht geeignet, weil beide von Ammoniak angegriffen werden. Profilgleiche Lichtplatten zu Faserzement gibt es im Faserzement-Zubehör.
Bei Stegplatten: 4,5–10 mm für Anzuchthaus oder Hobby-Gewächshaus, 16 mm für die Standard-Terrasse, 25 mm für den beheizten Wintergarten. Bei Wellplatten ist die Materialstärke nahezu gleich (ca. 1,1 mm) – entscheidend ist hier das Profil. Mehr im Blog: Wie stark sollten Stegplatten sein?
Viele weitere Fragen und Antworten finden Sie auf der FAQ-Seite für Lichtplatten, im Verlegeprofile-Ratgeber Verlegeprofile für Stegplatten oder im Fachglossar Dach & Wand.
Lichtplatten-Material wählen und direkt bestellen: zentimetergenau auf Maß
Polycarbonat für hagelfeste Wellplatten, Acrylglas für maximale Brillanz, PVC oder PET für preisgünstige Anwendungen ohne hohe UV-Belastung. Alle vier Materialien auf Maß lieferbar, mit passendem Zubehör.
Letzte Aktualisierung: 4. August 2026
Technisch geprüft von: Maurice Grimberg, Geschäftsführer (Kontakt)


