selbst bauen
Wetterschutz, der auch im Stallklima hält – ammoniakbeständiger Faserzement oder beschichtetes Profilblech in der Länge auf Maß.
Weideunterstand, Offenstall & Pferdeunterstand selbst bauen
Ein Weideunterstand für Pferde stellt zwei Anforderungen ans Material: Es muss der Ammoniakbelastung aus Harn und Mist standhalten und robust gegen Scheuern und Treten sein. Ausdrücklich ammoniakbeständig sind unsere Faserzement-Wellplatten. Beim Blech gilt: Eine als ammoniakbeständig ausgewiesene Beschichtung führen wir nicht – für aggressive Umgebungen empfehlen wir die dicken Beschichtungen (60 µm Puramid, 80 µm Shimoco oder 50 µm PURLAK®/PURMAT®) auf Trapezblech. Für einen hellen Unterstand ergänzen Sie ein Lichtband aus profilgleichen Lichtplatten.
- Ammoniak im Stall: Greift Standard-Beschichtungen an – Faserzement ist unempfindlich, beim Blech verlängert eine dicke Beschichtung die Standzeit.
- Helles Lichtband: Pferde meiden dunkle Unterstände – profilgleiche Lichtplatten holen Tageslicht herein, ohne die Dachebene zu unterbrechen.
- Eigenmontage: Schritt für Schritt – inkl. Pfosten-, Wandanschluss- und Anti-Tropf-Tipps. Alle Online-Anleitungen: Montageanleitungen.
Profilbleche und Wandplatten liefern wir zentimetergenau auf Maß, Faserzement-Wellplatten in den Standardlängen 1,25 / 1,60 / 2,00 / 2,50 m. Geht es um gewerblichen Stallbau oder große landwirtschaftliche Hallen, finden Sie die passenden Lösungen auf unserer Projektseite Agrar & Stallbau.
„Der Klassiker-Fehler am Weideunterstand: normales Dachblech, das nach zwei Wintern an den Schnittkanten durchrostet. Schuld ist der Ammoniak aus Harn und Mist – der greift Standard-Beschichtungen an. Für alles, was die Pferde von innen erreichen, gehört eine ammoniakbeständige Beschichtung oder gleich eine Faserzement-Wellplatte ans Werk. Und die offene Seite immer von der Hauptwetterrichtung wegdrehen.“
Aus der Beratungspraxis: typischer Weideunterstand-Fall
Häufiger Fall: Pferdehalter baut einen dreiseitig offenen Unterstand mit ganz normalem Trapezblech. Nach zwei Wintern sind die Schnittkanten und die unteren Wandbleche von innen verrostet – und im Herbst tropft Kondenswasser von der Dachunterseite auf die Pferde.
Zwei Materialentscheidungen lösen das: Erstens im Tierbereich Faserzement-Wellplatten, die unsere Kategorie ausdrücklich als unempfindlich gegen Ammoniak, Korrosion und Rost führt – oder, wenn es Blech sein soll, eine der dicken Beschichtungen (60 µm Puramid, 80 µm Shimoco, 50 µm PURLAK®/PURMAT®) statt der Standard-25-µm-Polyesterschicht. Zweitens ein Anti-Tropf-Vlies auf der Blechunterseite, das Kondenswasser bindet und den Regenlärm dämpft.
Ein dritter Punkt aus der Praxis: Pferde gehen ungern in dunkle Unterstände. Ein schmales Lichtband aus profilgleichen Lichtplatten im Dach macht den Einstand hell und wird deutlich besser angenommen. Wichtig ist die Profilgleichheit: Die Lichtplatte muss dasselbe Profil haben wie die Eindeckung, sonst wird der Übergang nie dicht. Bei einem Faserzementdach nehmen Sie dafür die profilgleichen Lichtplatten aus dem Faserzement-Zubehör.
Anonymisierter Beratungsfall – typisches Muster aus unseren Kundengesprächen.
Welches Material passt zu welchem Weideunterstand?
Pferdekontakt, Lichtbedarf und Bauweise entscheiden, welches Material sich anbietet. Hier die wichtigsten Kombinationen:
- Dach im Tierbereich: Faserzement-Wellplatten sind ammoniakbeständig, brandsicher (A2-s1, d0) und erreichen 30 Jahre und mehr – die Verlegung zeigt die Anleitung Faserzement-Wellplatten verlegen.
- Leichte Alternative: Trapezblech mit dicker Beschichtung – ca. 5 kg/m² statt 15–18 kg/m², Nutzungsdauer 30 bis 50 Jahre je nach Beschichtung (Trapezblech verlegen).
- Wände im Pferdekontakt: Trapezblech-Wandplatten oder Faserzementplatten – robust gegen Scheuern und Treten, ohne scharfe Kanten montiert.
- Helligkeit: Ein Lichtband aus profilgleichen Lichtplatten – Pferde nehmen helle Unterstände besser an (Wellplatten verlegen).
- Kondenswasser: Anti-Tropf-Vlies in 700, 1000 oder 2400 g/m² – kein Tropfen auf Tier und Futter.
- Offene Bauweise (Offenstall/Weidehütte): Offene Seite von der Hauptwetterrichtung wegdrehen, Pfosten kräftig dimensionieren.
- Entwässerung: Eine Dachrinne hält den Einstand trocken – siehe Projektseite Dachrinne nachrüsten und Dachrinne montieren.
Trapezblech oder Faserzement – was passt zu Ihrem Unterstand?
Der Unterschied liegt in Beständigkeit, Gewicht und Maßfertigung:
- Trapezblech (beschichtet): Leicht (ca. 5 kg/m²), zentimetergenau auf Maß, in vielen RAL-Farben, schnell verlegt. Für den Tierbereich die dicken Beschichtungen wählen – Standard-Polyester ist hier zu wenig.
- Faserzement-Wellplatte: Ausdrücklich ammoniak-, korrosions- und rostbeständig, diffusionsoffen, flüsterleise bei Regen, nicht brennbar (A2-s1, d0) – dafür 15–18 kg/m² schwer und nur in Standardlängen 1,25 / 1,60 / 2,00 / 2,50 m.
- Faustregel: Maximale Beständigkeit im Tierbereich → Faserzement · leicht, farbig und auf Wunschlänge → beschichtetes Trapezblech.
Kondenswasser & Belüftung: gesundes Klima im Unterstand
In einem ungedämmten Unterstand entsteht bei Temperaturwechsel Kondenswasser. Ein gutes Klima entscheidet über die Gesundheit der Tiere:
- Anti-Tropf-Vlies: Das Antikondensvlies saugt das Kondenswasser auf und gibt es bei Belüftung kontrolliert wieder ab – erhältlich in 700, 1000 und 2400 g/m², die Sound-Reduction-Variante nimmt bis zu 2500 ml/m² auf. Voraussetzung sind mindestens 10° Dachneigung, ausreichende Hinterlüftung und eine Kapillarsperre an der Traufe.
- Antidröhn-Effekt: Die 2400-g/m²-Variante läuft als Sound-Reduction und dämpft den Regenlärm – wichtig bei geräuschempfindlichen Pferden. Faserzement ist von Haus aus flüsterleise.
- Belüftung: Offene Bauweise und ein Lichtband sorgen für Luftaustausch und beugen Feuchtestau vor.
Typische Bauarten für Pferd & Weide
Von der mobilen Weidehütte bis zum offenen Bewegungsstall dominieren vier Bauarten. Welches Material passt, sehen Sie hier kurz zusammengefasst:
Weideunterstand (3-seitig offen)
Der Klassiker. Faserzement oder beschichtetes Trapezblech, offene Seite von der Wetterseite weggedreht.
Offenstall / Bewegungsstall
Größer, für mehrere Pferde. Ammoniakbeständiges Dach plus Lichtband für einen hellen Innenraum.
Weidehütte (klein/versetzbar)
Leichtes Pultdach, einfach umsetzbar. Wirtschaftliches Trapezblech – leicht und schnell montiert, oben mit Pultabschluss.
Anbau am Stall
Pultdach an bestehender Wand. Trapezblech mit Wandanschlussprofil für den dichten Übergang.
Hinweis: Größe und Mindestfläche pro Pferd richten sich nach den tierschutzrechtlichen Vorgaben (z. B. den BMEL-Leitlinien zur Pferdehaltung) – vorab beim Veterinär- bzw. Bauamt klären.
Weideunterstand selbst bauen: Schritt für Schritt
Ein Weideunterstand gelingt mit handwerklichem Geschick gut in Eigenmontage. Arbeiten Sie zu zweit und planen Sie kräftige Pfosten ein. Die Online-Anleitungen finden Sie unter Montageanleitungen, die Hersteller-Dokumente als PDF für Profilbleche und Faserzementplatten.
- Standort, Größe & Ausrichtung: Fläche nach Anzahl der Pferde und tierschutzrechtlichen Vorgaben festlegen, die offene Seite von der Hauptwetterrichtung wegdrehen. Dachneigung nach Material planen: Trapezblech ab 3° Mindest- bei 7° Regeldachneigung – Butyl-Dichtband bis 7° in den Querstoß, unter 10° zusätzlich in die Längsüberlappung, unter 5° ist ein Querstoß gar nicht zulässig. Faserzement mindestens 12° – zwischen 7° und 12° nur mit Butyl-Dichtungsstreifen im Querstoß, unter 7° gar nicht.
- Fundament & Pfosten: Stabile Holz- oder Metallpfosten auf Punktfundamenten – kräftig dimensioniert, weil Pferde sich anlehnen und scheuern. Bei Faserzement die Unterkonstruktion auf 15–18 kg/m² auslegen.
- Wände & Verkleidung: Im Pferdekontakt Trapezblech-Wandplatten oder Faserzementplatten robust befestigen – Kanten entschärfen, keine vorstehenden Schrauben.
- Dach eindecken: Trapezblech in der Hochsicke mit Bohrschrauben und Kalotten befestigen – mindestens jede zweite Sicke an jedem Auflager, an Traufe, Ortgang und First jede Sicke; Richtwert ca. 6 Schrauben plus ca. 6 Kalotten je m². Die seitliche Überlappung steckt bereits in der Deckbreite, gerechnet wird deshalb mit der Deckbreite; ein Querstoß überdeckt ab 7° 200 mm, ab 12° 150 mm und über 20° 100 mm – am besten vermeiden Sie ihn, indem Sie die Bahnen in einem Stück auf Maß bestellen (Trapezblech verlegen). Faserzement wird ohne Vorbohren direkt mit Dachdecker-Bohrschrauben mit Dichtscheibe befestigt – auf dem zweiten Wellenberg, nie auf dem ersten, Randabstand mindestens 50 mm, Anzahl und Anordnung nach dem Bemessungswert für Windsog (Faserzement-Wellplatten verlegen). Nur die eingebauten Lichtplatten des Lichtbands werden vorgebohrt: Bohrloch 3 bis 4 mm größer als der Schraubendurchmesser, Befestigung auf jedem Wellenberg mit Abstandhalter. Hintergrund im Blog: Unterkonstruktion von Trapezblechen
- Abschlüsse & Entwässerung: Beim Satteldach Firstblech, beim Pultdach Pultabschluss, dazu Ortgangwinkel und Traufenblech; bei Faserzement die passenden Firsthauben bzw. Wellpulthauben. Eine Dachrinne hält den Einstand trocken.
Planungstipps für einen langlebigen Weideunterstand
Beachten Sie diese Faktoren vor der Bestellung:
- Material im Tierbereich: Faserzement ist ammoniakbeständig; beim Blech eine der dicken Beschichtungen (Puramid, Shimoco, PURLAK®/PURMAT®) statt 25 µm Polyester wählen.
- Dachneigung: Trapezblech ab 3° bei 7° Regeldachneigung, Faserzement mindestens 12° und unter 7° gar nicht, Lichtplatten im Lichtband ab 7° bei 10° Regeldachneigung – flacher nur mit Butyl-Dichtband im Querstoß, beim Blech unter 10° zusätzlich in der Längsüberlappung.
- Ausrichtung: Die offene Seite zeigt von der Hauptwetterrichtung weg, damit kein Regen hineintreibt.
- Stabilität & Sicherheit: Pfosten sicher gründen, keine scharfen Kanten oder vorstehenden Schrauben im Pferdebereich.
- Klima: Anti-Tropf-Vlies gegen Kondenswasser und ausreichende Belüftung einplanen.
- Werkzeug: Stahlbleche mit Knabber oder Blechschere schneiden – niemals mit dem Winkelschleifer, weil die Hitze die Zinkschicht an der Schnittkante zerstört und die Hersteller dann jede Garantie ausschließen; nur Aluminium darf mit einer speziellen Trennscheibe geschnitten werden. Faserzement mit Handkreissäge, Führungsschiene, Diamantsägeblatt und Staubabsaugung, dazu Atemschutz mindestens FFP2 wegen des Quarzfeinstaubs.
- Gewerblich & große Hallen: Für professionellen Stall- und Hallenbau siehe Agrar & Stallbau.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Weideunterstand
Im Tierbereich Faserzement-Wellplatten – sie sind ausdrücklich unempfindlich gegen Ammoniak, Korrosion und Rost. Wer leichter bauen will, nimmt Trapezblech mit einer dicken Beschichtung. Ergänzt wird beides um ein Lichtband aus profilgleichen Lichtplatten.
Aus Harn und Mist entsteht Ammoniak, der Standard-Beschichtungen angreift – das Blech rostet dann von innen und an den Schnittkanten. Faserzement ist gegen Ammoniak unempfindlich; beim Blech verlängert eine dicke Beschichtung die Standzeit, ersetzt aber keine Materialbeständigkeit. Hintergrund: Was sind ammoniakbeständige Platten?
Faserzement ist im Tierbereich die beständigere Wahl – ammoniakfest, flüsterleise, nicht brennbar, aber 15–18 kg/m² schwer und nur in Standardlängen bis 2,50 m. Trapezblech wiegt rund 5 kg/m², kommt zentimetergenau auf Maß und in vielen RAL-Farben, braucht im Pferdebereich aber eine dicke Beschichtung.
Die Mindestfläche pro Pferd richtet sich nach den tierschutzrechtlichen Vorgaben (z. B. den BMEL-Leitlinien zur Pferdehaltung) und steigt mit der Anzahl der Tiere. Die verbindlichen Werte klären Sie am besten vorab mit dem zuständigen Veterinäramt.
Im Außenbereich (freie Weide) sind Unterstände häufig genehmigungspflichtig – anders als kleine Bauten im Garten. Maßgeblich sind die Landesbauordnung und § 35 BauGB. Klären Sie das Vorhaben unbedingt vorab mit dem örtlichen Bauamt.
Mit einem Anti-Tropf-Vlies auf der Blechunterseite, das die Feuchtigkeit zwischenspeichert und bei Belüftung wieder abgibt, plus ausreichender Belüftung durch die offene Bauweise. Damit das Vlies funktioniert, braucht das Dach mindestens 10° Neigung, Hinterlüftung und eine Kapillarsperre an der Traufe. Bei Faserzement ist das Thema deutlich kleiner – das mineralische Material nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie kontrolliert ab.
Ja. Unsere Profilbleche, Faserzement- und Lichtplatten sind für die Eigenmontage geeignet – wichtig sind kräftig gegründete Pfosten und entschärfte Kanten. Hilfen finden Sie in den Online-Anleitungen Trapezblech verlegen und Faserzement-Wellplatten verlegen sowie in den PDF-Montageanleitungen.
Diese Seite richtet sich an Weideunterstände und kleinere Offenställe. Für gewerbliche Tierhaltung, Reithallen und landwirtschaftlichen Hallenbau führt unsere Projektseite Agrar & Stallbau weiter.
Für professionelle Tierhaltung und landwirtschaftlichen Hallenbau führt unsere Projektseite Agrar & Stallbau weiter. Alle Online-Anleitungen im Überblick: Montageanleitungen. Technische Fachbegriffe erklären wir im Fachglossar, weitere Antworten gibt es unter FAQ Faserzementplatten.
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Letzte Aktualisierung: 13. August 2026
Technisch geprüft von: Maurice Grimberg, Geschäftsführer (Kontakt)








